In der Sperrzone 

Flugbetrieb im Landkreis Rotenburg ist während des G 20-Gipfels eingeschränkt

Der blaue Kreis markiert die 30-Meilen-Flugverbotszone rund um Hamburg, die ab morgen gilt. Betroffen davon sind auch Teile des Landkreises Rotenburg. - Grafik: Polizei Hamburg

Rotenburg - Von Corvin Borgardt und Michael Krüger. Hamburg bereitet sich auf den G 20-Gipfel vor. Die damit verbundenen Beeinträchtigungen in der Hansestadt werden enorm sein. Doch von den Auswirkungen des Großereignisses sind auch Teile des Landkreises Rotenburg betroffen. Die Flugverbotszone, die ab Donnerstagmorgen gilt, reicht bis vor die Tore der Kreisstadt.

„Damit der G 20-Einsatz sicher und reibungslos verläuft, werden Sicherheitsmaßnahmen getroffen, die den Flugbetrieb über der Hansestadt und in ihrer Umgebung einschränken“, teilt die Hamburger Polizei via Facebook mit. 

Aus Sicherheitsgründen wird rund um Hamburg ein sogenanntes Flugbeschränkungsgebiet eingerichtet. Es gilt von Donnerstagfrüh 6 Uhr bis zum Montag, 10. Juli, 0 Uhr. In einem Radius von 30 nautischen Meilen – also rund 55 Kilometern – dürfen dann nur genehmigte Flüge stattfinden. Für andere Luftfahrzeuge gilt in diesem Gebiet ein Start- und Durchflugverbot. 

Unter dieses Verbot fallen neben Klein- und Leichtflugzeugen auch Flugmodelle, Heißluftballons und Drohnen. Dieses Gebiet reicht vom Boden bis zu einer Höhe von „Flugfläche 100“, umgerechnet rund 3 000 Meter.

Mehrere Ortschaften im Kreis Rotenburg betroffen 

Die 30-Meilen-Flugverbotszone betrifft den östlichen Teil des Landkreises Rotenburg. Komplett in der Zone liegen beispielsweise Sittensen, Lauenbrück und Fintel. Scheeßel wird zentral durchschnitten von dem Kreis rund um die Hansestadt. Rettungsflüge und der Polizei-Flugverkehr sind von dem Verbot ausgenommen. Auch die Bundeswehr darf in Seedorf starten und landen. Der Flughafenbetrieb in Hamburg-Fuhlsbüttel wird ebenfalls nicht beeinträchtigt. Linienflüge könnten wie geplant stattfinden, teilt die Hamburger Polizei mit. 

Auch die Anreise soll für Urlauber weitgehend problemlos sein. Da das Flugaufkommen ab Donnerstag durch die vielen anreisenden ausländischen Delegationen extrem erhöht sein wird, wird der Helmut-Schmidt-Airport faktisch zu zwei Flughäfen. „Auf einem wickeln wir den regulären Linienverkehr ab, auf dem anderen den G 20-Flugverkehr“, teilt die Hamburger Luftaufsicht auf Anfrage mit.

Hobby-Piloten nehmen Verbot gelassen 

Keine Starts und Landungen wird es in diesen Tagen auf dem Lauenbrücker Sportflugplatz geben. Der liegt mitten in der Verbotszone, wie auch zuletzt beim OSZE-Gipfel im Dezember. Im Frühjahr sei man über die Einschränkungen informiert worden, sagt Mike Kretlow, Vorsitzender des Aero-Clubs Lauenbrück. Deswegen: „Kein Problem, und ändern können wir es ja eh nicht.“ 

Rund ein Dutzend Starts und Landungen seien ansonsten in dieser Zeit täglich zu erwarten gewesen, ausnahmslos von Privatpiloten. Die 600 Meter lange Lauenbrücker Graspiste ist als Sonderlandeplatz ausgewiesen, Flüge müssen sowieso im Vorfeld angemeldet werden, so Kretlow. Das habe man nun absagen müssen. Trotzdem wird der Nicht-Betrieb überwacht – die Polizei ist rund um die Uhr mit Beamten vor Ort.

Das könnte auch für den Rotenburger Flugplatz gelten. Der liegt zwar außerhalb des Sperrbezirks, könnte bei größeren Protesten in Hamburg aber Außenposten der Einsatzkräfte werden. Das bestätigt Flugplatz-Chef Werner Meyer. „Die Bundespolizei will hier, wenn es nötig ist, Hubschrauber stationieren.“ 

Bekanntes Prozedere 

Schon seit Jahren werde der Flugplatz am Rande der Kreisstadt von der Polizei zum Auftanken von Maschinen genutzt. Nun kommt die besondere Gipfel-Situation hinzu. Allzu große Beschränkungen für den regulären Flugbetrieb erwartet Meyer nicht. Die Piloten seien frühzeitig informiert worden, Richtung Hamburg gehe natürlich nichts. Geschäfts- und Privatreisen in andere Richtung zum Beispiel zur Nordsee seien aber weiterhin möglich.

Im Grunde keine Auswirkungen hat das Flugverbot für die Segelflieger in Westertimke. Der Flugplatz befindet sich außerhalb der 30-Meilen-Zone. Allerdings dürfen die Flieger nicht in diese hineinfliegen. „Das ist für uns kein Problem“, sagt Rolf Struckmeyer, Vorsitzender der dort ansässigen Segelfluggruppe Bremen. Die anstehenden Ausbildungsflüge etwa können wie geplant stattfinden. Die gleichen Vorgaben muss beachten, wer vom Flugplatz Karlshöfen aus abhebt. Der liegt ebenfalls außerhalb der Flugverbotszone.

Spannende Flugzeuge 

In Hamburg selbst sorgt das Flugaufkommen natürlich für Aufsehen. Für „Planespotter“ ist der G 20-Gipfel ein besonders Ereignis. Ob sie am Flughafen in Fuhlsbüttel allerdings einen Blick auf die „Air Force One“, die Boeing 747 von US-Präsident Donald Trump erhaschen können, ist fraglich. Denn einem Bericht der „taz“ zufolge ist das Airbus-Gelände in Hamburg-Finkenwerder als Flughafen für den Regierungsflieger des US-Präsidenten im Rennen. Die „Air Force One“ soll nach taz-Informationen während der Gipfeltage auf dem Airbus-Gelände in Finkenwerder parken. Angaben dazu, ob die Maschine tatsächlich auf dem Werksgelände abgestellt wird oder der US-Präsident sogar dort landet, macht die Polizei aus einsatztaktischen Gründen nicht.

Apropos Einsatztaktik: Polizeikräfte aus dem Landkreis Rotenburg werden nach derzeitigem Stand der Dinge nicht beim G 20-Gipfel in Hamburg im Einsatz sein. „Wenn es im Bereich der Polizeidirektion Lüneburg zu Vorkommnissen im Zuge des Gipfels kommt, werden unsere Kräfte dort eingesetzt“, erklärt der Rotenburger Polizeisprecher Heiner van der Werp auf Anfrage.

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