Flüchtlinge in der Visselhöveder Kaserne:

Das Krisen-Management funktioniert

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In der Medizinstation herrscht noch Ruhe.

Visselhövede - Von Heinz Goldstein und Elisabeth Stockinger. Die ersten Flüchtlinge haben bereits am Freitagnachmittag in der Kaserne Lehnsheide in Visselhövede Quartier bezogen. Am Sonntagnachmittag, gegen 16 Uhr, starteten erneut zwei Busse mit Flüchtlingen von Passau an der österreichischen Grenze in Richtung Norden.

Ein privater Sicherheitsdienst bewacht seit Freitag den Kaserneneingang und schottet die Flüchtlinge auf Anweisung des Landkreises von der Öffentlichkeit in diesem Bereich weiterhin ab. Nur unter der Führung des Landkreises ist es Medienvertretern möglich, aus der Kaserne zu berichten. So geschehen bei einem Rundgang am Samstagnachmittag. „Hallo“, wieder grüßt eine kleine Gruppe Flüchtlinge beim Gang durch das Gebäude. Erst seit einem Tag in Visselhövede, machen sie doch einen glücklichen Eindruck. Nach vielen Wochen der Flucht haben sie endlich wieder ein Dach über dem Kopf.

Die Neuankömmlinge aus den Krisenländern Syrien, Eritrea, Irak, Afghanistan, Libanon, Nepal und Pakistan treffen in der Kaserne auf eine bestens organisierte Aufnahme durch den Krisenstab des Landkreises.

Dessen Leiter Gerd Hachmöller hatte im Vorfeld gemeinsam mit Jürgen Lemmermann und Dieter Hunold von der Feuerwehr sowie Silke Hinze und Michael Meyer vom Landkreis den Ablauf und die Verteilung auf die Zimmer vorbereitet. Dank der Mithilfe zahlreicher Institutionen wie Feuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz sowie der Sonder-Einsatz-Gruppe (SEG) des Kreises konnten die Flüchtlinge so relativ zügig ihre Zimmer beziehen.

Flüchtlinge in der Kaserne Lehnsheide

Da am Freitag statt der erwarteten 100 nur 68 Personen mit den Bussen eingetroffen waren, hatten alle Beteiligten am Wochenende zudem Gelegenheit, die Abläufe in Ruhe zu testen. Die spezielle Software für das Management von 300 Personen – so viele werden bis Mittwoch insgesamt erwartet – wurde in Windeseile installiert.

Die Datenerfassung für das Ausstellen eines Ausweises mit Strichcode hat sich bereits bewährt. Der Ausweis wird bei der Essenausgabe sowie beim Betreten oder Verlassen der Kaserne gescannt. „Wenn sich ein Flüchtling mehr als 48 Stunden nach dem Verlassen der Unterkunft oder bei der Essenausgabe nicht mehr im Computersystem eincheckt, gehen wir davon aus, dass er die Unterkunft verlassen hat“, erklärte Hachmöller. Niemand werde gegen seinen Willen untergebracht. Hier gelte das Prinzip „Reisende soll man nicht aufhalten“. Einige würden Visselhövede sicherlich nur als Zwischenstation für die Weiterreise zu Verwandten nutzen.

Auch an die medizinische Versorgung hat der Krisenstab gedacht: So hat das Diakonieklinikum Rotenburg bei der Errichtung einer Krankenstation unterstützt und teilweise Geräte und Ärzte gestellt. Die Station leitet Dr. Frank Stümpel vom Kreisgesundheitsamt. Das Deutsche Rote Kreuz verstärkt zudem mit medizinischem Personal. Auch zwei Betten-Stationen, für weibliche und männliche Patienten getrennt, stehen bereit. Bereit für die nächsten Flüchtlinge, die für Mittwoch erwartet werden.

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