330 Flüchtlinge in Notunterkunft in Visselhöveder Kaserne / Zeven im Gespräch

Nächste Option Turnhalle

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iDe Betten für die Flüchtlinge stehen in der Zevener BBS-Halle bereits bereit.

Visselhövede/Zeven - Von Michael Krüger. 330 Flüchtlinge leben derzeit in der als Notunterkunft genutzten Kaserne Lehnsheide in Visselhövede. Stand Dienstagmittag. 108 neue Asylsuchende sind dort am Morgen eingetroffen. Ist die Kapazität von 400 Bewohnern erschöpft, wird im Landkreis wohl die erste Turnhalle bezogen. Die Vorbereitungen an den Berufsbildenden Schulen in Zeven laufen. Auch die Jugendherberge in Rotenburg ist eine Option.

Nach dem dritten Amtshilfeersuchen der Landesregierung müssten in Visselhövede eigentlich 500 Menschen angekommen sein, 466 waren es letztlich wirklich, noch vor Ort sind deutlich weniger. Aus dem Kreishaus heißt es dazu: „Viele Flüchtlinge bleiben nicht langfristig, sondern reisen in andere Länder oder Ziele innerhalb Deutschlands weiter. Da die Flüchtlinge nicht offiziell registriert sind und somit auch keinen Asylantrag stellen können, unterliegen sie nicht der Residenzpflicht. Sie müssen also nicht im Landkreis bleiben. Zurzeit befinden sich ungefähr 330 Flüchtlinge in der Kaserne, diese Zahlen ändern sich täglich.“

Der Landkreis rechnet damit, dass auch in den nächsten Wochen weitere Busse mit Flüchtlingen über die reguläre Quote hinaus aufgenommen werden müssen. Für den Fall, dass die Kaserne in Visselhövede voll belegt ist, wurden weitere Optionen geprüft. Zwei davon sind in die erste Auswahl gekommen, zum einen die Sporthalle der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Zeven, zum anderen die Jugendherberge in Rotenburg. Die Sporthalle der BBS biete den Vorteil, dass sie eine kreiseigene Liegenschaft ist und schnell als Notunterkunft hergerichtet werden kann, heißt es. Sanitäre Einrichtungen vor Ort seien vorhanden, die Flüchtlinge könnten über die schuleigene Küche versorgt werden. Die Schulleitung und die betroffenen Vereine wurden bereits über eine mögliche Unterbringung informiert, die Vorbereitungen und ersten Umbaumaßnahmen getroffen. Ob und wann die Sporthalle benötigt wird, hänge allerdings von der aktuellen Situation ab. Landrat Hermann Luttmann (CDU): „Da die Flüchtlingszahlen täglichen Schwankungen unterworfen sind und wir nicht wissen, wann und wie viele Flüchtlinge in Zukunft noch untergebracht werden müssen, halten wir uns verschiedene Optionen zur Unterbringung offen. Die Vorbereitung zur Einrichtung einer solchen Unterkunft benötigen einige Tage. Viele Landkreismitarbeiter und engagierte freiwillige Helfer sind nötig, um Betten zu transportieren, aufzubauen und die Logistik vor Ort einzurichten. Ob wir die Sport-halle in Zeven nutzen, kann ich heute noch nicht sagen. Die Vorbereitungen dazu müssen aber schon jetzt getroffen werden.“ Die Betten würden zunächst in einem Drittel der Sporthalle gelagert, die restliche Fläche könne weiterhin für den Schul- und Vereinssport genutzt werden.

Ab Mitte November könne der Landkreis zusätzlich Flüchtlinge in der Jugendherberge in Rotenburg unterbringen. Hier hätten die Menschen Schlafräume, sanitäre Einrichtungen seien vorhanden und auch die Verpflegung sei über die Jugendherberge sichergestellt. Allerdings liebäugelt auch die Stadt Rotenburg mit einer kurzfristigen Nutzung der Jugendherberge. Möglicherweise geraten die Interessen von Kreis und Kommune diesbezüglich aneinander.

Über die mögliche Notunterkunft in Zeven informiert Luttmann interessierte Bürger am Donnerstagabend ab 19.30 Uhr auf einer Informationsveranstaltung der Samtgemeinde Zeven im Rathaussaal in Zeven.

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