Flüchtlinge bestimmen zurzeit den Alltag im Rotenburger Amt für Jugend und Soziales

Auf dem Campus ist kaum noch Platz

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Hans-Jürgen Stille hat die Planung in die Hand genommen.

Rotenburg - Von Guido Menker. Die Flüchtlinge bestimmen den Alltag im Rotenburger Amt für Jugend und Soziales. Vor allem die Unterbringung der Asylbewerber hält das Team um Amtsleiterin Elke Bellmann permanent auf Trab. Bis jetzt sind es schon fast 400 Menschen aus vielen verschiedenen Nationen, die in der Kreisstadt eine Zuflucht gefunden haben – aber es werden noch mehr.

Rund 150 Plätze hatte die Stadt im vergangenen Jahr auf dem „Campus Unterstedt“ – also in den Räumen der ehemaligen Lungenklinik des Diako – in Kooperation mit dem Diakonissen-Mutterhaus geschaffen. Nur noch gut zehn Plätze sind dort frei, denn gerade erst ist eine weitere, mehr als 40 Personen umfassende Gruppe nach Rotenburg gekommen und dort untergebracht worden. Schon jetzt ist klar, dass im Zuge der aktuellen und bis Ende April zu erfüllenden Quote weitere 98 Menschen an die Wümme kommen werden. Dafür steht der Stadt schon bald der ehemalige Rathsmann-Baumarkt am Glummweg zur Verfügung. Die ersten 34 der dort geplanten 134 Plätze können schon bald bezogen werden, sagt Bellmann. Zurzeit sieht es also ganz danach aus, als sollte Rotenburg recht gut auf die Flüchtlinge reagieren können. Aber was macht die Stadt, wenn auch diese Plätze am Glummweg belegt sind? „Konkret kann ich dazu noch nichts sagen, aber die Überlegungen laufen, und es sind auch schon weitere Gespräche terminiert“, erklärt Elke Bellmann. Bürgermeister Andreas Weber wird da schon deutlicher: Es sei der Bau von Mobilbauten geplant. Ein Platz dafür könnte auf dem Grundstück des ehemaligen Waldschlösschens beim Weichelsee sein.

Bellmann macht derweil deutlich, dass auch der normale Wohnungsmarkt noch Kapazitäten bietet. „Wir haben inzwischen einige weitere Angebote bekommen“, fügt sie hinzu. Darum werde sich die Stadt aber erst später kümmern können, denn jetzt gehe es erst einmal darum, die großen Unterkünfte herzurichten und sinnvoll zu belegen. Dass das mit der Belegung nicht immer ganz leicht ist, zeigt die aktuelle Situation auf dem Campus. „In der dritten Flüchtlingsgruppe waren sechs Familien“, so Bellmann. Für sie reicht ein Vier-Bett-Zimmer nicht immer aus. In einem Fall handele es sich um ein Ehepaar mit zwei Kindern – und der bevorstehenden Geburt eines dritten Kindes. Vor diesem Hintergrund müsse sehr genau geschaut werden, wie die Zimmer auf- und zugeteilt werden. Manchmal müsse die Zusammensetzung auch neu organisiert werden, um Konflikte zu vermeiden. Etwas mehr Spielraum ergibt sich immerhin dadurch, dass eine ganze Reihe von Flüchtlingen aus den Balkan-Staaten inzwischen nach und nach wieder ihre Heimreise antreten müssen. „Somit wird auch die eine oder andere Wohnung wieder frei und steht für neue Flüchtlinge zur Verfügung“, weiß die Leiterin des Amtes für Jugend und Soziales zu berichten. Auf dem Campus leben jetzt übrigens Menschen aus vier verschiedenen Staaten – Iran, Irak, Syrien und Afghanistan.

Woher die Menschen kommen, die künftig auf dem Rathsmann-Grunstück wohnen werden, ist noch unklar. Der erste Abschnitt im Büro-Gebäude des alten Baumarktes ist bald bezugsfertig, der zweite in einer großen Lagerhalle im Bau. Weber merkt in diesem Zusammenhang an, dass die Verunsicherung in der Nachbarschaft gewichen sei. „Nach der Bürgerinformationsveranstaltung hat es keine Anrufe oder Briefe mehr gegeben“, sagt er.

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