Im Segelfliegen

Fliegen, das ist ihr Ding: Lea Hens holt sich mit 14 ihre A-Lizenz

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Lea Hens macht am 14. Geburtstag die A-Lizens im Segelfiegen.

Rotenburg - Lea Hens aus Hesedorf hat an ihrem 14. Geburtstag die A-Lizenz im Segelfliegen auf dem Rotenburger Flugplatz gemacht. „Jetzt ist Lea eine richtige Pilotin, und das Abenteuer Segelfliegen kann beginnen“, erkärte Hans-Joachim Neupert vom Segelflugverein. „Das ist das schönste Geschenk zu meinem Geburtstag“, freute sich die junge Schülerin nach ihrem ersten Alleinflug.

Dieses besondere Gefühl von Freiheit ist für die 14-Jährige nun kein Traum mehr, sondern Realität geworden. Bereits mit fünf Jahren hatte sie zunächst mit dem Modellflug begonnen. Schon früh wusste sie, dass ihr Arbeitsplatz einmal hoch über den Wolken sein wird. Ein spannender Job soll es sein, im Team und mit viel Verantwortung – vielleicht im Cockpit eines Passagierflugzeuges.

Eines Tages entdeckte die Jugendliche in der Kreiszeitung einen Bericht über das Segelfliegen. So erfuhr sie, dass man mit 14 Jahren alleine ein Segelflugzeug fliegen darf. „Fliegen mit 14 Jahren, aber Auto fahren erst mit 18 Jahren?“, dachte sich Hens, und wollte nun unbedingt auch einmal ein Flugzeug lenken. Ihre Eltern gaben das Einverständnis.

Die damals noch 13-jährige Schülerin meldete sich zu einem Schnupperwochenende bei den Segelfliegern an. Bereits nach dem ersten Trainingsflug war ihr bewusst geworden: „Fliegen, das ist mein Ding!“ Und so wurde die Schülerin noch am gleichen Tag Mitglied im Verein für Luftsport Rotenburg.

Die Eltern unterstützen die angehende Pilotin in all ihren Bemühungen. Ihre fliegerische Begabung verblüffte ihre Fluglehrer von Beginn an. „Ein echtes Naturtalent“, schwärmte Neupert. Die Wochenenden verbrachte Hens häufig auf dem Flugplatz, absolvierte jeweils drei bis fünf Trainingsflüge und kam ihrem großen Ziel schnell näher. Und nun war es soweit. Die Flugschülerin startete zu ihrem ersten Alleinflug. Aber: Zwei Fluglehrer mussten zustimmen; also noch zwei Starts, aber mit verschiedenen Fluglehrern. Ein kurzes Gespräch unter vier Augen, dann gaben die beiden verantwortlichen Fluglehrer grünes Licht.

Der böige Wind hatte nachgelassen. Beste Bedingungen also für die A-Prüfung mit drei Starts und Landungen ohne Fluglehrer. Angespannt und voller Konzentration kletterte das junge Mädchen ins Cockpit des schlanken Gleiters. Die beiden Fluglehrer halfen ihr beim Anschnallen, und hoch konzentriert arbeitete Hens die Checkliste vor dem Start Punkt für Punkt ab. Die Haube war verriegelt, dann kam von ihr das Kommando: „Es kann eingeklinkt werden“. Über Funk teilte sie dem Startleiter mit, dass die D-6255 abflugbereit sei. 

Nun ging alles schnell. Kurze Kommandos über Telefon an den Windenfahrer. „ASK 21 einsitzig startklar – Seil anziehen – Seil straff – fertig – frei“. Die starke Doppeltrommelwinde mit 380 Pferdestärken beschleunigte das schnittige Segelflugzeug in nur zwei Sekunden auf 100 Stundenkilometer, dann flog die couragierte Schülerin im Winkel von fast 60 Grad steil in den Himmel auf und klinkte aus. Alle am Start versammelten Vereinsmitglieder, Eltern und Fluglehrer verfolgten die Aktion. Deutlich konnte man die Anspannung im Gesicht der beiden Flugtrainer erkennen. Alle Augen verfolgten das Flugzeug bis zur Bilderbuchlandung.

Neupert lief zum Flugzeug: „Das hast Du sehr gut gemacht.“, Die 14-Jährige lächelte erleichtert. „Das musst Du jetzt noch zweimal so meistern, dann hast Du die Lizenz in der Tasche.“ Mit der Leichtigkeit einer Jugendlichen flog Hens zwei weitere Platzrunden. Die folgenden Landungen waren perfekt.

Fluglehrer Michael Katzsch überreichte einen Blumenstrauß aus Gewächsen, die man auf einem Flugplatz so findet. Die Pflücker haben aber darauf geachtet, dass keine Brennnesseln und Disteln dabei sind. Die Pilotin deutete das als „eine nette Geste zum Geburtstag“.

Dann kam der Höhepunkt. Darauf hatten sich schon alle den ganzen Tag gefreut. Nach alter Segelfliegertradition musste sich die junge Pilotin jetzt bücken und erhielt von jedem Gratulanten einen Klaps aufs Hinterteil, erst dann ist sie als anerkannte Pilotin im Verein aufgenommen. Alle Informationen zum Verein und zum Segelfliegen gibt es im Internet unter www.vfl-rotenburg.de.

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