Stadt steuert zur Ronolulu-Sanierung vier Millionen Euro bei

„Flickwerk reicht nicht mehr“

Das Ronolulu von oben. Es ist beliebt, aber es ist auch in die Jahre kommen und daher sanierungsbedürftig.
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Das Ronolulu ist beliebt, aber es ist auch in die Jahre kommen und daher sanierungsbedürftig.

Rotenburg – Die umfangreiche Sanierung des Rotenburger Erlebnisbades Ronolulu schlägt in der Kreisstadt hohe Wellen. Die Menschen freuen sich über das, was da alles geplant ist. Bis zum Abschluss dieses Vorhabens werden aber noch einige Jahre ins Land gehen. Das Gesamtpaket hat es auch finanziell in sich: Von rund 15 Millionen Euro ist die Rede. Jetzt geht es zunächst um die Maßnahmen von höchster Priorität. Allein dafür sind rund acht Millionen Euro aufzubringen. Eine Million davon gibt’s als Zuschuss vom Land. Und was ist mit dem Rest? Da kommt die Stadt mit ins Spiel.

Wenn’s ums Geld geht in der Kommunalpolitik, ist erst einmal der Finanzausschuss gefragt. Der traf sich am Donnerstagabend in Rotenburgs größtem Wahllokal – also im Ratssaal, in dem bis zum 24. September alles auf die Briefwahl ausgerichtet ist. Mehr als anderthalb Stunden diskutierten die Mitglieder über das weitere Vorgehen – wobei es in einem Punkt keinen Zweifel gibt: Die Sanierung ist erforderlich, und die Politik trägt sie mit.

Die Empfehlung an den in der kommenden Woche tagenden Stadtrat ist einstimmig gefallen: In den kommenden anderthalb Jahren soll die Stadt ihrer „Tochter“, also den Stadtwerken Rotenburg (SR), nach eigenen Möglichkeiten bis zu vier Millionen Euro für diesen ersten Schritt der Ronolulu-Sanierung zur Verfügung stellen. Das allerdings, ohne die eigene Liquidität zu gefährden. Diese Mittel sollen zur Erhöhung des Eigenkapitals der SR dienen und im Laufe der Maßnahmen sukzessive abgerufen werden können.

Geht das im Rat so durch, bleibt eine Finanzierungslücke. Hannes Wilkens von den Stadtwerken auf Anfrage: „Es gibt ja noch eine weitere Million als Option. Aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wir können starten.“ Er macht allerdings keinen Hehl daraus, dass man sich einen „Tick mehr“ erhofft hatte. „Aber es ist ja schon ein ganz schöner Batzen Geld, die Freude überwiegt also.“ Jetzt allerdings müsse man sehen, „wie wir das Ganze darstellen können“. Dabei sei auch zu schauen, „ob man was rausstreicht“. Immerhin: Es sind dem Vernehmen nach noch weitere Förderanträge in der Pipeline – vielleicht lässt sich darüber ein weiterer Teil der Finanzierungslücke schließen.

An den Sanierungsplänen selbst hegt auch im Finanzausschuss niemand einen Zweifel. Es geht eben ums Geld, und da schauen alle ganz genau hin. Die Kommunalpolitiker ziehen dabei die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie hinzu, und außerdem habe man auch mit der Kommunalaufsicht über das Vorhaben diskutiert. Laut Bürgermeister Andreas Weber (SPD) habe es jetzt eine Stellungnahme von der Kommunalaufsicht – pünktlich zu dieser Sitzung – gegeben. Der Ausschussvorsitzende Heinz-Günter Bargfrede (CDU) formulierte es zum Einstieg so: Man habe ein Schreiben vom Kreis bekommen, „das vorschreibt, wie wir abzustimmen haben“. Aus dem Schreiben soll die Einschätzung hervorgehen, dass sich die Stadt bis zu fünf Millionen Euro als Zuschuss zumuten kann. Vier sollen es nun erst einmal sein – um auch für weitere Haushaltsentwicklungen gewappnet zu sein. Diese vier Millionen Euro allerdings seien vorhanden – es geht um Überschüsse, also eine freie Spitze aus dem vergangenen Haushaltsjahr.

Auch wenn in den vergangenen Jahren schon viel im Ronolulu, etwa in der Saunalandschaft, im Eingangsbereich, im Restaurant, an den Filtern und Pumpen, gemacht worden ist: „Das Ronolulu ist in die Jahre gekommen.“ Das betonte Wilkens. Die Grundsubstanz stamme nun einmal aus den 70er-Jahren. Er sprach von undichten Becken und erheblicher Korrosion. „Flickwerk reicht nicht mehr.“

Eine grundlegende Sanierung sei erforderlich, so Wilkens. Im Blick hat man die Becken, die Lüftung sei ein großes Thema, die fehlende Wärmerückgewinnung ebenso. 28 Grad warme Luft werde zurzeit ungenutzt ins Freie geblasen. Prokurist Wilkens spricht von einem „maroden Energiezentrum“. Heute gelte ein ganz anderer Stand der Technik. Daher geht es dem Dach ebenso an den Kragen wie der Fassade. Eine Fotovoltaik-Anlage gebe es schon, ob weitere möglich sind, sei unklar. „Gerne, aber da sind einige Aspekte zu berücksichtigen“, sagte Wilkens auf Nachfrage von Anke Niemeier (Die Grünen). Parteikollege Frank Grafe unterstrich: „Es ist einfach Zeit.“ Weber betonte, dass das Vorhaben im SR-Aufsichtsrat ausführlich erörtert und über die Empfehlung dann entschieden worden sei. Er sprach auch von der „gemeinsamen Aufgabe für die Stadt und die Stadtwerke“. Die Stadt habe eine entsprechende Liquidität.

Aufgrund der Formulierung eines Unterpunktes in der vorgelegten Empfehlung hatte Klaus Rinck (CDU) zunächst die Befürchtung, es ginge um bis zu 15 Millionen Euro, über die jetzt zu entscheiden sei. Ein Missverständnis, wie sich herausstellen sollte. Zugleich war in dieser Sitzung erkennbar, dass der Finanzausschuss sich der Dringlichkeit bewusst ist, weil die schon geförderten Maßnahmen bis Ende 2022 fertig werden müssen. Gleichwohl schwingt in der Empfehlung der Hinweis mit, dass der neue Rat – ab November im Amt – sich in den kommenden Jahren ebenfalls noch intensiv mit den Finanzierungsfragen der Ronolulu-Sanierung zu befassen hat. Die Prioritätenlisten 2 und 3 nämlich haben es ebenfalls in sich – auch, wenn es dabei in erster Linie um eine Attraktivitätssteigerung geht.

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