Abseits asphaltierter Wege 

Nordpfade: Flachwandern auf hohem Niveau

Die Nordpfade bieten jede Menge Abwechslung. Auch die Heidelandschaft ist dabei zu erleben.

Rotenburg - Von Stephan Oertel. Abseits asphaltierter Wege ohne großes Auf und Ab durch die Landschaft wandern: Das bieten die Nordpfade. 24 solcher Rundwege gibt es im Landkreis Rotenburg. Der ist damit die erste Flachlandwanderregion in Deutschland. Alle Pfade entsprechen hohen Qualitätsstandards. Und manche von ihnen gelten sogar offiziell als Traumtouren.

Wer den Nordpfad „Kempowskis Idylle“ entlang wandert, marschiert durch Moor, Felder und Wald und begibt sich zugleich auf die Spuren eines bedeutenden Schriftstellers. Schöne Aussichten auf eine einzigartige Flusslandschaft bietet der Nordpfad „Ostetal“ und am Nordpfad „Wümme und Vareler Heide“ geht es – die richtige Jahreszeit vorausgesetzt – durch blühende Heide, Schafe inklusive.

Jeder der 24 Nordpfade hat seine Besonderheiten. Was sie eint: Alle sind nach den Richtlinien des Deutschen Wanderverbands hergerichtet. Sie bieten Abwechslung, führen weitgehend über naturnahe Pfade und sind so ausgeschildert, dass Verlaufen im Grunde ausgeschlossen ist. Lediglich der Nordpfad „Wolfsgrund“ verläuft weitgehend über Asphalt. Aus gutem Grund, denn so können ihn auch Menschen mit Rollstuhl oder Rollator gut erkunden.

Mit 5,2 Kilometern ist der „Wolfsgrund“ zugleich der kürzeste Nordpfad. Wer gerne lange unterwegs ist: Entlang der „Wümmeniederung“ können Wanderfreunde 32,5 Kilometer zurücklegen. Er ist der mit Abstand längste der 24 Rundwege, die übrigens in der Regel so angelegt sind, dass sie verkürzt werden können.

Hohe Wanderqualität als Ziel

Wanderer finden auf den Nordpfaden eine Qualität vor, wie man sie sonst nur aus typischen Wanderregionen in der Mitte und im Süden Deutschlands kennt. Genau das hat sich der Touristikverband Tourow zum Ziel gesetzt, als dieser das Konzept auf den Weg brachte. „Wandern ist in“, unterstreicht Geschäftsführer Udo Fischer. Warum also nicht Rotenburg zur ersten norddeutschen Flachlandwanderregion mit Qualitätssiegel entwickeln?

Möglich wurde das, weil viele an einem Strang zogen und bis heute ziehen. Das ist eine weitere Besonderheit des Projekts. Touristiker aus allen Teilen des Landkreises machten sich auf, die besten Routen auszuwählen und herzurichten. Sechs Jahre lang haben sie geplant, 84 Wege überprüft. Am Ende standen 24 Rundwege. Inzwischen läuft die fünfte Nordpfade-Saison.

Und die Strecken kommen an, wie nicht nur Udo Fischer sagt, sondern was insbesondere auch auf Facebook nachzulesen ist. 52 Personen haben die Nordpfade bewertet, 47 von ihnen gaben volle fünf Sterne. Das Projekt stößt inzwischen auch im Ausland auf Interesse. Eine Gruppe aus Luxemburg etwa reiste dafür eigens in den Landkreis und nahm, wie sie anschließend betonte, viele Eindrücke mit. Und wegen der Nachfrage aus den Niederlanden hat der Tourow inzwischen sogar eine niederländische Nordpfade-Homepage erstellt.

Beliebt bei Wandervereinen

Beliebt sind die Routen auch bei Wandervereinen aus Bremen und Hamburg. Daneben schnüren viele Einheimische ihre Wanderstiefel, um die Nordpfade zu erkunden. Das Ziel, Auswärtige mit einem attraktiven Angebot in den Landkreis zu locken, aber auch den Kreisbewohnern selbst etwas zu bieten, ist aufgegangen.

Den Nordpfaden „Kuhbach-Oste“, „Kempowskis Idylle“, „Ostetal“ und „Hölzerbruch-Malse“ hat der Deutsche Wanderverband das Prädikat „Qualitätsweg Traumtour“ verliehen. Laut Fischer eine Auszeichnung, die stellvertretend für alle Nordpfade steht, weil sie nach denselben Kriterien angelegt worden sind.

Um das Niveau zu halten, kümmern sich die Touristiker im Landkreis sowie Wegepaten darum, dass die Nordpfade attraktiv bleiben. Wenn etwa irgendwo ein Schild fehlt, wird dieses in der Regel umgehend ersetzt und ist ein Bereich aufgrund des Wetters unpassierbar, findet sich rasch ein entsprechender Hinweis im Internet.

Daneben wird weiter an Verbesserungen gefeilt. So sollen an manchen Strecken nach und nach zusätzliche Sitzbänke für die Wanderer aufgestellt werden.

Hintergrund

• Wer alle abgewandert ist, hat – ohne Zuwegungen und ausgewiesene Varianten – insgesamt eine Strecke von 357,8 Kilometer auf Schusters Rappen zurück gelegt.

• Der „Wolfsgrund“ bei Ahausen ist mit 5,2 Kilometern der kürzeste Nordpfad. Er ist auch als einziger barrierefrei.

• Der Nordpfad „Wümmeniederung“ verläuft zwischen Rotenburg und Ottersberg und ist mit 32,5 Kilometern der längste der 24 Wanderwege.

• Informationen über die Nordpfade gibt‘s im Internet und auf Facebook.

www.nordpfade.de

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