Musiker will Handball-Fans mobilisieren, damit die Halle heute voll wird

Finner trommelt für den TuS und verspricht Aufstiegs-Gig

Thorsten Finner bei einem Spiel der A-Jugend. Das einzige Foto von ihm in der Kreiszeitung, das den heutigen Musiker als Handballer zeigt.

Rotenburg - Von Guido Menker. Die Handballer des TuS Rotenburg machen sich immer mehr Freunde. Kein Wunder: Bei noch zwei ausstehenden Spielen geht es für sie jetzt um den Durchmarsch in die Oberliga. Einer, der ihnen ganz besonders die Daumen drückt, ist der Rotenburger Musiker Thorsten Finner. Und der versucht zurzeit, über Facebook möglichste viele Fans zu mobilisieren.

„Die Truppe aus meiner Heimat steht aktuell kurz vor ihrem größten Erfolg und kann mit etwas Glück und viel Können in Kürze den Aufstieg perfekt machen“, so Finner. Um das zu schaffen, sollte es doch machbar sein, die Pestalozzi-Halle Samstagabend ab 19.30 Uhr in ein ausverkauftes Haus zu verwandeln und das Team so gegen den Tabellenführer aus Bremen-Hastedt bestmöglich zu unterstützen, ist der Musiker („Everlaunch“, „Finner“) überzeugt. Finners Aufruf macht die Runde. Mehr als 60 Mal wurde sein Beitrag auf Facebook schon geteilt, fast 200 seiner Freunde haben den „Daumen hoch“ geklickt, rund 30.000 Menschen hat der Rotenburger auf diesem Wege erreicht. Und stündlich werden es mehr. Denn: „Wenn der Traum vom Aufstieg Wirklichkeit werden sollte, gibt es ein Umsonst-und-draußen-Konzert vom Finner. Deal?!“, schreibt er auf seiner Seite.

Aber woher kommt diese Liebe zum Rotenburger Handball? „Ich habe in der Jugend Handball beim TuS Rotenburg gespielt. Ein Jahr E-Jugend, dann wieder ab der C-Jugend bis hoch in die A-Jugend. Sportlich betrachtet war ich nicht sonderlich gut, aber die Gemeinschaft war für mich der größte Ansporn.“ Die spannendste Phase sei die zweite Saison in der A-Jugend (1997 bis 1998) gewesen, als er mit seiner Mannschaft in der höchsten Spielklasse – der Oberliga Nordsee – unterwegs war. Finner: „Die Halle war immer gut besucht. Die Aussicht von der Auswechselbank war auch ganz angenehm ...“ Nach der Jugend sei für ihn aber Schluss gewesen. Viele Freunde seien zum Studieren nach Bremen, Hamburg oder Kiel gegangen, und seine Vorliebe für die Musik sei wesentlich größer als das Interesse am Handballsport gewesen. Aber: „Ich habe die Zeit immer noch gut in Erinnerung.“ Und dann – viele Jahre später – wird der Rotenburger wieder auf die Handballer aufmerksam.

Thorsten Finner bei einem Konzert. Er hat als „Finner“ und mit der Band Everlaunch mehrere CDs veröffentlicht.

Oktober 2015: Es ist ein sonniger Sonntagnachmittag. Finner ist mit dem Fahrrad unterwegs und kommt an der Pestalozzi-Halle an der Gerberstraße vorbei. „Zufälligerweise spielt die 1. Herren des TuS Rotenburg, und ich erlebe dann die zweite Halbzeit gegen HSG Bützfleth/Drochtersen. Ich bin sofort Fan der Mannschaft von Trainer Nils Muche und Spielern wie Yannick Kelm, Lukas Misere oder Malte Fresen.“ Seit diesem Sonntag im vergangenen Oktober besucht er regelmäßig die Heimspiele dieses Teams. Hohes Spielniveau, gute Atmosphäre, respektvoller Umgang der Besucher gegenüber den Gästen und den Unparteiischen: „Das Gesamtpaket ist aus meiner Sicht wesentlich stimmiger als zum Beispiel beim lokalen Fußball.“ Was die Zuschauerzahlen betrifft, sind die Handballer zurzeit die Nummer zwei hinter den Basketballerinnen der BG 89 Avides Hurricanes. Sollte Finners Aktion allerdings nicht nur bei Facebook ein Renner sein, sondern sich heute Abend auch in der Besucherzahl niederschlagen, könnten die Handballer zumindest einmal mit den Bundesliga-Damen der Basketballer gleichziehen.

„Da die Rotenburger die Möglichkeit haben, Geschichte zu schreiben mit einem möglichen Aufstieg in die Oberliga und ein Sieg gegen den Tabellenführer aus Bremen-Hastedt ein ganz wichtiger Schritt dort hin wäre, kam mir die Idee, das soziale Netzwerk Facebook als Plattform zu nutzen“, erklärt Finner. Mit guten Inhalten und einer emotionalen Ansprache könne man so relativ viele Menschen erreichen. Facebook habe sich in puncto Musikpromo als Mehrwert ausgezahlt. Der Post am Montagabend sei in der Art und Weise wohl nicht ganz verkehrt ausgerichtet und so habe sich der Beitrag zur Unterstützung des TuS Rotenburg binnen weniger Tage wie ein kleines Laufffeuer verbreitet. Finner: „Ich persönlich bin gespannt und hoffe ganz stark, dass sich am Samstag um 19.30 Uhr viele Rotenburger und Fans des Handballsports in der Pestalozzihalle einfinden und die Jungs unterstützen, damit sie ihrem Traum ein wenig näher kommen.“

Gibt es dann am letzten Spieltag in Marienhafe weitere Punkte, könnte es nämlich mit dem direkten Weg in die Oberliga klappen – und Finner würde zur Aufstiegsfeier ein Konzert für lau geben.

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