Ausschuss empfiehlt Förderung sozialer Angebote

Finanzielle Zuschüsse für Tafeln und Karo

Rotenburg. Die Ausgabestellen von Lebensmitteln, Selbsthilfegruppen und andere soziale Angebote will der Landkreis auch im kommenden Jahr finanziell unterstützen. Acht Anträgen hat der Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit des Kreistags zugestimmt.

Die Tafeln sind in vielen Gemeinden nicht mehr wegzudenken. Zahlreiche Menschen mit geringem Einkommen können dort für wenig Geld Lebensmittel bekommen. Dass es solche Angebote in einem reichen Land wie Deutschland überhaupt gibt, ist in den vergangenen Jahren Partei übergreifend beklagt worden. Doch die Nachfrage ist nach wie vor hoch, und die Tafeln sind mittlerweile so etabliert, dass zumindest im Sozialausschuss nicht mal mehr darüber geklagt wurde.

Gemäß seiner Richtlinien unterstützt der Landkreis jede Hauptausgabestelle mit 4 000 Euro im Jahr, für Nebenstellen gibt’s jeweils 1 000 Euro. Im Südkreis organisiert der Verein Rotenburger Tafel Ausgabestellen für Lebensmittel in Rotenburg, Scheeßel, Sottrum und Visselhövede. Der Landkreis bezuschusst dies mit 7 000 Euro. Der Kirchenkreis Bremervörde-Zeven kann mit 6000 Euro für seine Tafel-Angebote in Zeven, Tarmstedt und Sittensen rechnen. Der Verein Tandem bekommt dafür 5000 Euro in Bremervörde und Gnarrenburg.

Zuschüsse für Selbsthilfegruppen

Auf Unterstützung kann auch der Caritasverband zählen. Die Zentrale Informationsstelle Selbsthilfe, Selbsthilfekontaktstelle (Ziss) bekommt 500 Euro. Sie bietet Unterstützung beim Thema Selbsthilfe an. An sie können sich Bürger wenden, die für ihre Probleme in der Region eine Selbsthilfegruppe suchen oder selbst eine solche gründen wollen. Ihr Büro hat die Ziss in Rotenburg.

Eine solche Selbsthilfegruppe ist das Blaue Kreuz. Suchtkranke Menschen und deren Angehörigen kommen wöchentlich im Heeslinger Gemeindehaus zusammen. 25 bis 30 sind es derzeit. Es gibt Gruppenabende, Einzelgespräche sowie Präventions- und Motivationsarbeit. 400 Euro bekommt die Gruppe dafür vom Landkreis.

Fortführende Unterstützung

Zu günstigen Preisen einkaufen können Menschen mit kleinem Geldbeutel im Rotenburger Sozialkaufhaus Karo. Das beschäftigt zudem Personen, die länger arbeitslos waren und sich an eine feste Tagesstruktur und soziale Kontakte erst wieder gewöhnen müssen. Betreiber ist der Herbergsverein Wohnen und Leben, den der Landkreis für seine Arbeit mit 3 000 Euro fördert.

Fortgeführt wird laut Empfehlung des Ausschusses auch die Unterstützung des offenen Mittagstisches, den der Kirchenkreis Rotenburg dienstags und donnerstags in der Kreisstadt anbietet. Insbesondere bedürftige, arme und von Armut bedrohte Menschen nehmen Platz. Für sie bietet die Runde neben dem Essen die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen. Denn viele leben sozial isoliert.

Stadt und Kirche werden in die Pflicht genommen

Darüber hinaus finden sich Ansprechpartner, die bei Bedarf Auskunft über Möglichkeiten der Unterstützung geben können. Vom Landkreis gibt es dafür 2 300 Euro – 1000 Euro mehr als im Vorjahr, aber mehr als 4 000 Euro weniger als vom Kirchenkreis beantragt. Der verweist auf höhere Kosten für das Essen. Allerdings möchte der Landkreis diese Mehrausgaben nicht alleine schultern, sondern Stadt und Kirche in die Pflicht nehmen. Auch sie sollen ihre Ansätze erhöhen.

Ähnlich verhält es sich mit dem „Anziehungspunkt“ des Kirchenkreises Bremervörde-Zeven in Gnarrenburg. 5 000 Euro hat er beantragt, seinen eigenen Anteil aber gesenkt, und die Gemeinde hat nichts mehr dafür eingeplant. So sich diese doch noch mit 500 Euro beteiligt, stockt der Landkreis seinen Zuschuss um 500 Euro auf, andernfalls bleibt es bei 3 000 Euro für die Ausgabestelle von günstigen Kleidern. J zz

Rubriklistenbild: © dpa

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