Schafft der Wanderweg Dör’t Moor den Sprung auf den Thron?

Finale im Kopf-an-Kopf-Rennen

Der Nordpfad Dör’t Moor ist noch im Rennen bei der Wahl des schönsten Wanderweges in Deutschland. Am kommenden Mittwoch endet die Abstimmung.
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Der Nordpfad Dör’t Moor ist noch im Rennen bei der Wahl des schönsten Wanderweges in Deutschland. Am kommenden Mittwoch endet die Abstimmung.

Rotenburg – Die letzten Tagen der Abstimmung über den schönsten Wanderweg Deutschlands sind angebrochen. Nominiert für diese Publikumswahl des Deutschen Wandermagazins ist auch der Nordpfad Dör’t Moor. Bis Mittwoch haben alle Interessierten Gelegenheit, ihre Stimmen abzugeben – dann fällt der Hammer. Auf das offizielle Ergebnis wird man allerdings noch länger warten müssen – „aller Voraussicht nach ist mit der Bekanntgabe des Siegers Anfang September zu rechnen“, sagt Udo Fischer, Geschäftsführer des Touristikverbandes Landkreis Rotenburg (Tourow).

Mit einer 20 Seiten umfassenden Bewerbung hatte es der Tourow mit dem Nordpfad Dör’t Moor im Oktober vergangenen Jahres ins 15 Wanderwege umfassende Teilnehmerfeld dieser Abstimmung geschafft. 122 Bewerbungen aus ganz Deutschland waren bei den Organisatoren eingegangen. Udo Fischer spricht von einem Erfolg: „Allein das ist eine riesige Wertschätzung und eine Anerkennung für unsere Arbeit in Sachen Flachlandwandern.“ Mit den 24 Nordpfaden habe der Tourow den Beweis dafür geliefert, dass das Flachlandwandern nicht nur „in“, sondern vor allem auch marktfähig ist. Die Nordpfade haben sich in der Szene etabliert.

Udo Fischer berichtet von einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit einem Mitbewerber aus dem Süden. „Ein Wanderweg in einem klassischen Mittelgebirge.“ Beide seien in der Abstimmung nahezu gleichauf. Fakt sei: „Es sind bislang so viele Stimmen eingegangen, wie noch nie zuvor bei dieser Wahl“, erklärt er.

Und selbst dann, wenn es am Ende nicht zum Sieg reichen sollte, ist er sich sicher, dass die Nordpfade insgesamt und damit eben auch der Landkreis Rotenburg von dieser Teilnahme profitieren. Diese Teilnahme habe er selbst zuletzt immer wieder auch hinterfragt. Denn nicht alle finden es einfach nur gut, dass Dör’t Moor in den vergangenen Monaten so sehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist. Man beklagt die zunehmende Besucherfrequenz. Udo Fischer bleibt aber dabei: „Es ist der richtige Weg.“ Schließlich sei es eine zentrale Aufgabe, den Tourismus im Landkreis zu fördern. Und so sehr es auch ihn ärgert, wenn Besucher rund um den Bullensee ihren Müll liegen lassen oder andere gar die Info-Station am Parkplatz zum laufenden Wettbewerb zerstören, so sehr freue es ihn, wenn die Wanderwege den Nerv der Wanderfreunde nicht nur in Rotenburg, sondern auch von außerhalb ansteuern. Wichtig dabei: „Die Nordpfade sind ein stark verbindendes Element im Landkreis Rotenburg.“ Sie seien zugleich ein gutes Mittel, um den Menschen in der Region die schützenswerte Natur nahe zu bringen und sie für deren Erhalt zu sensibilisieren.

Es wundert in diesem Zusammenhang nicht, wenn Udo Fischer außerdem die spürbaren, wirtschaftlichen Folgen erwähnt: Im Zuge der Nordpfadeentwicklung freuten sich Gaststätten und Beherbergungsbetriebe über Wanderer, die gleich mehrere Tage im Landkreis bleiben und somit mehrere Wege wandern. Annähernd 40 dieser Betriebe im Landkreis Rotenburg erfüllten zudem die Kriterien für das Gütesiegel „Qualitätsgastgeber Wanderbares Deutschland – Gastronomie“. Laut Fischer sei das fast die Hälfte alle Betriebe mit dieser Auszeichnung in Niedersachsen.

„Wir setzen auf Qualität, nicht auf Massen“, betont der Tourow-Geschäftsführer. Die vielen positiven Rückmeldungen seien eine Bestätigung, damit den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Die Nordpfade machten zunehmend Schule. Andere Region in Niedersachsen wollen auch ins Flachlandwandern einsteigen. Fehlt nur noch der Titel als Deutschlands schönster Wanderweg.

Von Guido Menker

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