Sottrumer folgt auf Werner Meyer

Figgen übernimmt das Ruder beim Rotenburger Flugplatz

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Stadtwerke-Chef Reinhard David (v.l.) freut sich, mit Achim Figgen einen Branchenexperten als Nachfolger für den langjährigen Flugplatz-Geschäftsführer Werner Meyer gefunden zu haben.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Die Weichenstellung für die Zukunft am Rotenburger Flugplatz schreitet voran. Nachdem die Stadtwerke im April die Betreibergesellschaft komplett übernommen haben, gibt es ab November auch einen neuen Geschäftsführer: Der Sottrumer Achim Figgen übernimmt das Ruder, das zuletzt Werner Meyer alleine in der Hand hatte. Er gehörte zu den Pionieren der zivilen Nutzung des Verkehrslandeplatzes.

Nun steigt Meyer aus. Der 74-Jährige hängt nicht nur seinen Posten als Projektplaner beim Rotenburger Wirtschaftsforum an den Nagel, sondern macht auch einem Nachfolger bei der „Flugplatz Rotenburg Wümme GmbH“ Platz. Die hatte Meyer zunächst seit 1997, nachdem die Bundeswehr den Standort veräußert hatte, mit dem damaligen Stadtwerke-Chef Peter Möhl und Unternehmer Peter Drewes geleitet. 

Seit dem tödlichen Flugzeugabsturz von Drewes im September vergangenen Jahres stand Meyer alleine an der Spitze. „Jetzt aber“, sagt er, „ist es genug.“ Statt Flugzeuge hat er künftig mehr Kreuzfahrtschiffe im Blick. „Es gibt ja noch so viel zu entdecken auf der Welt“, sagt er.

„Uns ist ein Coup gelungen“, unterstreicht Stadtwerke-Chef Reinhard David, wenn er über Meyers Nachfolger Figgen spricht. Die 100-prozentige städtische Tochter ist Eigentümerin des 840.000 Quadratmeter großen Flugplatzareals, seit einem halben Jahr alleinige Betreiberin, hat den Pachtvertrag bis zum Jahr 2045 verlängert und darf sich jetzt glücklich schätzen, „einen Experten aus der Branche“ für die Organisation gefunden zu haben. Unter Figgens Aufsicht soll es gelingen, den Landeplatz voranzubringen, notwendige Modernisierungen anzugehen und Kontakte zur flugaffinen Wirtschaft zu knüpfen. 

Aktuell wird der Flugplatz vor allem von Sport- und Hobbypiloten genutzt. Als Wirtschaftsstandort oder als Business-Landeplatz ist er weniger im Fokus – auch wegen der nur 800 Meter langen Landebahn, deren Ausbau wie einst angedacht längst kein Thema mehr ist. Allerdings ist zum Beispiel Airbus mittlerweile mit zehn Mitarbeitern ständig vor Ort, um im Bereich Drohnen zu forschen und zu testen.

Figgen will nun an einigen Stellschrauben drehen, um die Attraktivität des Flugplatzes zu erhalten und mit „einer gesunden Mischkalkulation“ nicht wie die meisten anderen kleinen Einrichtungen dieser Art „am Tropf“ von Investoren oder Kommunen zu hängen. Dass der 49-jährige Sottrumer über beste Beziehungen in die Branche verfügt, ergibt sich aus seinem Lebenslauf. 

Der gebürtige Sauerländer ist Luft- und Raumfahrtingenieur, hat 20 Jahre als Redakteur für die Fachzeitschrift „Aero International“ gearbeitet und war zuletzt als Vertriebscontroller beim Logistikunternehmen „Go!“ in Hamburg tätig. Zudem ist er politisch gut vernetzt, sitzt für die CDU im Sottrumer Gemeinderat und hatte im vergangenen Jahr nur überraschend knapp beim CDU-internen Duell um die Landtagskandidatur gegen Eike Holsten verloren. 

Jetzt soll er den Landeplatz mit jährlich rund 15.000 Starts- und Landungen managen, wie sein Vorgänger Meyer sagt Figgen: „Luftfahrt ist auch immer Berufung.“ 50 Prozent seiner Arbeit wird Figgen dem Flugplatz widmen, die andere Hälfte bei den Stadtwerken leisten.

Mit kleineren Investitionen ist die Erneuerung am Landesplatz schon sichtbar geworden. Es gibt neue Markierungen auf der Landebahn, dazu ein neues Rettungsfahrzeug, die „Taxiway“ genannten Zufahrten wurden ausgebessert. 

Und der Streit mit den Nutzern des Flugplatzes um zu kurze Öffnungszeiten ist beigelegt — der Flugbetrieb jeden Tag von 10 Uhr bis 30 Minuten nach Sonnenuntergang möglich und der Tower ständig besetzt. Zudem mache man sich um die Gastronomie im Café „Follow Me“ Gedanken, wird versichert.

Insgesamt, so David, soll der Flugbetrieb grundsätzlich Vorrang vor Veranstaltungen haben. Events wie das Ferdinands Feld Festival werde es aber weiter geben. Dafür seien mit der Flugsicherung entsprechend langfristige Absprachen getroffen worden.

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