Dienstversammlung der Kreisbrandmeister in Mulmshorn

Feuerwehren sind 113 Mal pro Monat im Einsatz

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Die Abschnittsleiter Rotenburg Jürgen Runge (v.l.), Hans-Jürgen Behnken (Bremervörde) und Peter Dettmer (Zeven) mit Landrat Hermann Luttmann und Kreisbrandmeister Jürgen Lemmermann vor den neu übergebenen Fahrzeugen.

Mulmshorn - Die Feuerwehren im Landkreis Rotenburg sind in diesem Jahr mindestens so oft im Einsatz wie im vergangenen. Das wurde am Wochenende bei der Dienstversammlung des Kreisbrandmeisters im Hotel Heidejäger in Mulmshorn deutlich. 1 359 Einsätzen im vergangenen Jahr stehen bis Ende Oktober für 2017 schon 1 134 gegenüber – und darin sind die Zahlen für die jüngsten Unwetter noch nicht eingerechnet. Das macht im Durchschnitt 113 Einsätze monatlich.

Eine erfreulich steigende Tendenz meldet Kreisfeuerwehr-Pressesprecher Tim Gerhard aber auch von den Mitgliederzahlen. Bei den jüngsten Erhebungen habe es im Landkreis 151 Ortsfeuerwehren mit 6 341 Feuerwehrleuten gegeben. Hinzu kommen laut Gerhard 48 Jugendfeuerwehren mit 676 Mitgliedern und elf Kinderfeuerwehren mit 189 Mitgliedern. Die Zahlen deuteten gegen den Trend zumindest in der Region noch nach oben.

Kreisbrandmeister Jürgen Lemmermann dankte laut der Mitteilung den Feuerwehrfrauen und -männern für die im zurückliegenden Jahr geleistete Arbeit bei den Einsätzen, Übungsdiensten und den organisatorischen Aufgaben innerhalb der Verbände. Dass großes Interesse am Feuerwehrwesen herrsche, machten die Zahlen zur Fortbildung deutlich. Insgesamt seien 778 Plätze für Lehrgänge auf Kreisebene beantragt worden, von denen aber nur 325 Plätze aus Kapazitätsgründen vergeben werden konnten. Durchgeführt worden seien ein Gefahrgut-, sechs Atemschutzgeräteträger-, acht Funk- und vier Maschinistenlehrgänge. An den den beiden Standorten der Niedersächsischen Akademien für Brand- und Katastrophenschutz seien zudem 547 Plätze für das gesamte Jahr angefordert worden. Davon hätten die Kameraden im Landkreis nach der Vorgabe des Landes 380 erhalten.

Neue Richtlinien ab Jahresbeginn

Kreisausbildungsleiter Günter Tiemann sei in der Versammlung auf die ab dem kommenden Jahr modifizierten Wettbewerbe eingegangen. Diese bestehen laut Gerhard jetzt aus Modulen, die von den Feuerwehren durchgeführt werden müssen. Da diese Richtlinien für alle Feuerwehren in Niedersachsen neu sind, werde es erst 2019 Wettbewerbe auf Kreis-, Bezirks- und 2020 auf Landesebene geben. Die Ortsfeuerwehren würden zum Jahresbeginn die neuen Richtlinien erhalten. Torben Wilshusen, Leiter des Gefahrgut- und Umweltschutzzug, habe die großen Einsätze auf und an der A 1 angesprochen und berichtet, dass der Gefahrgutzug 2017 schon zu 23 Einsätzen alarmiert wurde.

Landrat Hermann Luttmann (CDU) berichtete den Angaben nach über den Stand beim Umbau der Leitstelle in Zeven und der Umstellung der Technik. Bei den jüngsten beiden Unwetterlagen sei die Leitstelle durch die Mobile Einsatzleitung der Kreisfeuerwehr unterstützt worden. Die Planungen für den Umbau der Atemschutzwerkstatt in der Feuerwehrtechnischen Zentrale Zeven seien abgeschlossen, sodass man mit für Mitte 2018 mit der Fertigstellung gerechnet werden könne. Ausgeliefert worden seien in diesem Jahr ein Gerätewagen Logistik und zwei neue Motorräder für die Kreisfeuerwehrbereitschaften. Zum Jahresende sollen dann noch vier Mannschaftstransportwagen folgen. Die Auslieferung eines Tragkraftspritzenfahrzeuges für die Feuerwehrtechnischen Zentrale Zeven sei für Mitte 2018 vorgesehen.

„Gaffen“ heikles Thema

Der Leiter der Polizeiinspektion Rotenburg, Burkhard Klein, sprach dann den Angaben nach noch ein heikles Thema an – die Entwicklungen beim „Gaffen“. Er bezog sich dabei auf den Vorfall am Donnerstagabend vor einer Rossmann-Filiale in Rotenburg. Auch wenn das Verhalten des Gaffers keinen direkten Einfluss auf den Gesundheitszustand des Mannes, der letztlich gestorben war, hatte, wurden die Rettungskräfte massiv behindert. Dieses Verhalten könne und werde nicht geduldet. Klein sicherte den Einsatzkräften von Feuerwehr und Rettungsdiensten bei solchen Vorfällen jegliche Unterstützung zu.

Regierungsbrandmeister Uwe Quante ging schließlich noch auf Themen im Innenministerium ein. So sagte er, dass es im vergangenem Jahr mehr als 20 Anfragen an die Bundesregierung zwecks Amtshilfe von Feuerwehren bei Auslandeinsätzen gegeben habe, zum Beispiel bei Waldbränden in Portugal. Dieses konnte bislang immer abgelehnt werden. Es sei aber geplant, in den Flüchtlingsländern dahingehend Aufbauhilfe zu leisten, dass ehemalige Berufsfeuerwehrleute oder Ausbilder der Berufsfeuerwehren vor Ort die Schulung von Einheimischen übernehmen, um dort für Sicherheit für die Bevölkerung zu sorgen. 

mk

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