Da ist noch Luft nach oben

Ferienbetreuung muss erst wieder in Schwung kommen

Bei bestem Herbstwetter toben Alexandra und Diane im Laub.
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In der Ferienbetreuung gibt’s viel zu erleben. Bei bestem Herbstwetter toben Alexandra und Diane im Laub.

Nach der Corona-Pause hat die Stadt Rotenburg wieder die Ferienbetreuung angeboten. Alles ist gut gelaufen, aber die Anmeldezahlen könnten höher sein, sagt Sandra König als Leiterin des Amtes für Jugend und Soziales. Genau darum will sie sich mit Blick auf nächstes Jahr kümmern.

Rotenburg – Am Bedarf hat Sandra König keinen Zweifel. Die Zahl der Rückmeldungen für die nach langer Corona-Pause wiederbelebte Kinder-Ferienbetreuung ist allerdings verhältnismäßig klein geblieben. Elf Mädchen und Jungen haben das Angebot in den Herbstferien genutzt. „Da ist noch deutlich Luft nach oben“, sagt die Leiterin des Rotenburger Amtes für Jugend und Soziales.

Die Rückmeldung von Eltern habe zuletzt ergeben, dass vielen das Angebot gar nicht bekannt war. Grund genug für Sandra König, mit Blick auf das kommende Jahr diese Möglichkeit in der Kreisstadt noch besser zu kommunizieren. Denn die Stadt sieht sich nach wie vor in der Pflicht, diese Betreuung aufrecht zu erhalten. „In der Zeit vor Corona waren die Zahlen schließlich deutlich höher“, weiß sie.

Möglichkeit für praxisnahe Erfahrungen

Wenn beide Eltern arbeiten, ist es mitunter schwierig, die Kinder in den Ferien zu betreuen, weil nicht in jeder Familie beispielsweise die Großeltern zur Verfügung stehen. Daher bietet die Stadt die Betreuung für eine Woche in den Osterferien, für drei Wochen in den Sommerferien sowie für weitere zwei Wochen in den Herbstferien an. „Es ist nicht immer leicht, aber in der Regel können wir dafür auf angehende Erzieherinnen zurückgreifen“, so Sandra König.

Diesmal ist Michelle Simon an allen Tagen dabei gewesen. Die 20-Jährige ist nach ihrem Abitur an den Berufsbildenden Schulen (BBS) Rotenburg ins dritte Ausbildungsjahr eingestiegen und freut sich über die Möglichkeit, bei diesem Angebot praxisnahe Erfahrungen sammeln zu können. „Ich war zunächst zwar aufgeregt, aber jetzt fühle ich mich in meinem Berufswunsch bestärkt.“ Sie möchte allerdings nach der Ausbildung noch ein Lehramtsstudium absolvieren, um irgendwann an einer Berufsschule selbst den Erzieherinnen-Nachwuchs auszubilden.

Wir möchten versuchen, künftig sehr rechtzeitig den genauen Bedarf zu ermitteln, um dann gut vorbereitet zu sein und ein entsprechendes Angebot organisieren zu können.

Sandra König

Jetzt sind die Herbstferien vorbei, und viele Eltern werden froh darüber sein, dass für sie und die Kinder wieder der normale Alltag zurückkehrt. Vor allem die, die zu spät von der Ferienbetreuung erfahren und daher in die Röhre geguckt haben. Die kann wirklich sehr hilfreich sein, denn diese bietet zwei Zeitfenster an – eines für den Vormittag, ein weiteres für den ganzen Tag. Ein Mittagessen in der Kantine des Rotenburger Kreishauses gehört dazu. Sandra König: „Wir möchten versuchen, künftig sehr rechtzeitig den genauen Bedarf zu ermitteln, um dann gut vorbereitet zu sein und ein entsprechendes Angebot organisieren zu können.“ Diesen Versuch hatte die Stadt bereits im Sommer unternommen – da kam das Angebot nicht zustande. Die Zahl der Anmeldungen sei einfach zu gering gewesen.

Manchmal seien es nur einige wenige, ausgewählte Tage, an denen Eltern in den Ferien einen Betreuungsplatz benötigen. „Kein Problem“, sagt Sandra König. Man sei flexibel. Am vorletzten Tag der Herbstferien sind es nur die achtjährige Diana sowie die sechsjährige Alexandra, die zusammen mit Michelle Simon und einer jungen Erzieherin aus einer der Rotenburger Kitas diesen herrlichen Herbsttag genießen. Es ist zwar frisch, aber die Sonne scheint. „Bei gutem Wetter sind wir viel draußen“, berichtet die 20-Jährige.

Auch das Pedalofahren gefällt den Ferienkindern.

Aber im Betreuungsraum in der Kantor-Helmke-Schule stehen ebenfalls viele Möglichkeiten bereit, um die Zeit gut zu verbringen. Die Kinder basteln, malen und spielen auch dort, sie können sich ausruhen, zusammen singen oder sich von den Betreuerinnen etwas vorlesen lassen. „Die jungen Frauen haben wirklich gute Ideen“, lobt Sandra König ihr Herangehen an diese Aufgabe.

Mittags verbinden die Ferienkinder das Mittagessen mit einem Spaziergang zum Kreishaus. Und dort freuen sie sich über den überaus freundlichen Koch. Er hatte mitbekommen, dass sich eines der Kinder mal eine Pizza gewünscht hatte – und er servierte eben diese am darauffolgenden Tag. „Heute haben die Kinder ihm eine selbst gestaltete Karte geschenkt – als Dankeschön“, berichtet die angehende Erzieherin.

Nicht nur die Kinder genießen diese zwanglose Zeit im Kreise anderer Altergenossen zwischen sechs und zwölf Jahren. „Auch die Eltern sind sehr glücklich. Sie bringen uns gegenüber zum Ausdruck, wie froh sie sind, dass es jemanden gibt, der diese Betreuung übernimmt“, so Michelle Simon. Sie selbst wolle auch in den Osterferien des kommenden Jahres wieder dabei sein. Das freut Sandra König, denn so hat sie zumindest einen der zeitlich begrenzten Jobs bereits besetzt. Und bis dahin wird auch ein Plan stehen, um das Betreuungsangebot bei möglichst vielen Eltern noch bekannter zu machen.

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