„Klar kalibrierter Wertekompass“

Feierliches Gelöbnis in der Von-Düring-Kaserne in Rotenburg

Die Soldaten bekennen sich im feierlichen Rahmen zur Bundeswehr und legen ihren Eid ab.
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Die Soldaten bekennen sich im feierlichen Rahmen zur Bundeswehr und legen ihren Eid ab.

Ohne Familien fand am Mittwochvormittag das feierliche Gelöbnis des Jägerbataillons 91 in der Rotenburger Von-Düring-Kaserne statt. Dazu spielte der Heeresmusikkorps Hannover.  Oberstleutnant Maik Münzner nutzte den feierlichen Rahmen des Gelöbnisses, um Stabsunteroffizier Remo Matthies und Oberstabsgefreiter Daniel Murken für einen besonderen Einsatz zu würdigen.

Rotenburg – Ein kurzer Haarschnitt, dazu für jeden eine Uniform. „Dann sahen wir alle gleich aus und zum ersten Mal kam ein Wir-Gefühl auf. Dazu Stolz, ein Teil der Bundeswehr zu sein“, erklärte Rekrutensprecher Olaf Lührig beim feierlichen Gelöbnis des Jägerbataillons 91 am Mittwochvormittag in der Rotenburger Von-Düring-Kaserne. Dazu spielte der Heeresmusikkorps Hannover.Doch Zuhörer waren rar: Aufgrund der Corona-Pandemie waren dieses Mal keine Familienangehörigen eingeladen.

Die 45 jungen Männer und Frauen haben ihre dreimonatige Grundausbildung in diesen Tagen fast abgeschlossen. „Sie haben sich durchgebissen. Dafür spreche ich Ihnen meine Anerkennung aus“, betonte Obersleutnant Maik Münzner. Die Ausbildung müsse fordernd sein und an die physischen und psychischen Belastungsgrenzen systematisch heranführen, wenn sie ihren Zweck erfüllen soll. „Schonungslos und ganz konkret: Der Zweck ist, im Extremfall, das Bestehen und die Auftragserfüllung im Gefecht“, so Münzner weiter. Dafür bedürfe es körperliche Robustheit, mentale Fitness, Disziplin, Härte gegen sich selbst, Stressresistenz und das Beherrschen der Handwaffe. „Aber auch ein ganz klar kalibrierter innerer Wertekompass. Eben Soldaten mit Herz, Hand und Verstand.“

Schonungslos und ganz konkret: Der Zweck ist, im Extremfall das Bestehen und die Aufstragserfüllung im Gefecht.

Maik Münzner, Oberstleutnant

Dieser Entwicklung werden weitere Schritte folgen, kündigte Münzner an: „Und keiner wird leicht werden. Das ist auch so gewollt. Denn wir wollen nichts geschenkt, alles muss verdient sein.“ Mit der freiwilligen Entscheidung, den Dienst in der Bundeswehr zu leisten, hätten die Rekruten ein klares Bekenntnis zu dem im Grundgesetz verankerten Prinzip der wehrhaften Demokratie abgelegt.

Münzner nutzte den feierlichen Rahmen des Gelöbnisses, um den Einsatz von Stabsunteroffizier Remo Matthies und Oberstabsgefreiter Daniel Murken zu würdigen. Die beiden hatten Ende April in Sottrum als Unbeteiligte eine Messerstecherei zwischen vier Personen beendet. „Sie haben die Streitenden getrennt, den Verletzten medizinisch versorgt und Schaulustige davon abgehalten, Videoaufnahmen zu machen.“ Der Einsatz hat sich für die Soldaten gelohnt – Münzner sprach ihnen zwei Tage Sonderurlaub zu.

Landrat Hermann Luttmann hob die Bedeutung der Bundeswehr für den Standort Rotenburg hervor. „Nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht“, wie er betonte. „Für mich als Landrat ist es gut zu wissen, dass ich im Katastrophenfall schnell die Hilfe von hier stationierten Soldaten in Anspruch nehmen kann.“

Wie wichtig das sein kann, habe der Einsatz der Bundeswehr während der Pandemie im Gesundheitsamt und in einigen Pflegeheimen gezeigt. „Das war und ist eine Entlastung für unsere stark beanspruchten Mitarbeiter.“ Im Landkreis seien die Soldaten auch in Uniform willkommen. „Wir stehen ohne Wenn und Aber zu unserer Bundeswehr, gerade auch bei ihren oft gefährlichen Auslandseinsätzen“, so Luttmann weiter.

Zu den Klängen des Heeresmusikkorps Hannover marschierten die Rekruten auf den Festplatz.

Er habe in der vergangenen Woche mit zahlreichen Rekruten gesprochen, um von diesen zu erfahren, wie sie ihre Grundausbildung bisher erlebt hätten. Sein Eindruck war dabei positiv: „Die Trennung von Familie und Freunden und die Eingewöhnung in den militärischen Alltag haben sie gut gemeistert. Kritische Töne habe ich fast gar nicht gehört, weder über schlechtes Kantinenessen noch über monotone und sinnlos erscheinende Tätigkeiten.“

Luttmann hatte im Frühjahr 1978 in der Fernmeldeausbildungskompanie 428 an selber Stelle seine Grundausbildung absolviert. Im Laufe der Jahrzehnte habe sich eine Menge verändert. „Wir mussten uns damals ein voll belegtes Sechs-Bett-Zimmer teilen“, berichtete Luttmann abschließend.

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