Feierlicher Auflösungsappell des Fernmelderegiments 1 auf dem Pferdemarkt

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Brigadegeneral Ernst-Peter Horn (l.) und Oberstleutnant Heinz Schweda rollen die Truppenfahne des Fernmelderegiments 1 auf. Nahezu 60 Jahre hat sie ihre Dienste geleistet.

Rotenburg - Die Besucher der militärischen Zeremonie auf dem Rotenburger Pferdemarkt erlebten am Freitagvormittag einen wehmütigen Moment, als Brigadegeneral Enrst-Peter Horn und der Kommandeur des Verbandes Oberstleutnant Heinz Schweda als äußeres Zeichen der Auflösung des Fernmelderegiments 1 die Truppenfahne einrollten. Nach 59 Jahren wird das Regiment, das 1994 in die Lent-Kaserne einzog, in der Teilstreitkraft Heer nun nicht mehr existieren. Das Heeresmusikkorps Hannover begleitete musikalisch diesen Appell. Beim Abspielen der Nationalhymne am Ende der Veranstaltung kämpften einige Männer und Frauen der Truppe sichtlich mit der Fassung.

Ein letztes Mal traten die Soldaten des Verbandes im Zentrum der Kreisstadt an. An jenem Ort, an dem in der Vergangenheit viele Rekruten nach dem Ende der Grundausbildung öffentlich gelobt hatten, der Bundesrepublik treu zu dienen und das Recht und die Freiheit zu verteidigen. Am Freitag verabschiedeten sich nun die Fernmelder von den Bürgern der Patenstadt und umzu mit einem feierlichen Außerdienststellungsappell in der Innenstadt.

Ende des Jahres wird der Verband vollständig aufgelöst sein. Rotenburg bleibt aber weiter Garnisonsstadt, denn ab Mittwoch wird in der Lent-Kaserne das Jägerbataillon 91 aufgestellt. So werden rund 1000 Soldaten weiter ihren Dienst in der Kaserne leisten. Unter den vielen Gästen auf der Tribüne für die Ehrengäste waren unter anderem Politiker des Bundes-, Land- und Kreistages sowie offizielle Vertreter der Stadt, Kirche, Verbände, Wirtschaft und des Militärs. Selbst der Leiter der niedersächsischen Staatskanzlei, Jörg Mielke, kam aus Hannover angereist, um einige Grußworte an die Soldaten zu richten. Sie alle bezeugten damit ihre Verbundenheit zu dem scheidenden Verband.

Auflösungsappell Fernmelderegiment in Rotenburg

Rotenburgs stellvertretende Bürgermeisterin Hedda Braunsburger (SPD) sprach den Bürgern und Politikern aus dem Herzen, als sie betonte, dass die Patenschaft mit der Kreisstadt nicht nur auf dem Papier gestanden habe. „Wir pflegen bis heute ein freundschaftliches Verhältnis zu dem Verband“, so Braunsburger. Bei den Verabschiedungen von den Soldaten in die Auslandseinsätze sei den Rotenburgern die Bedeutung der Bundeswehr bewusst geworden. „Dass wir hier in Frieden leben, verdanken wir den Soldaten der Bundeswehr, die Sie vertreten“, wandte sie sich an die Truppe und versprach: „Wir werden die Fernmelder in bleibender Erinnerung halten.“

Sowohl Mielke als auch der Kommandeur der Divisionstruppen, Ernst-Peter Horn, hoben in ihren Reden die Bedeutung des Regiments beim Herstellen von Fernmeldeverbindungen sowie dem Aufbau und Betrieb von Divisionsgefechtsständen hervor. Bei Übungen im In- und bei Auslandseinsätzen. Mit der Neuausrichtung der Bundeswehr mit neuen Informationstechnologien werde der Kernauftrag des Regiments neu organisiert. Die Auflösung des Regiments sei ein unvermeidbarer Schritt.

Oberstleutnant Schweda bedankte sich bei seinen Soldaten für die hervorragende Arbeit. Rund 80 von ihnen werden in der neuen Fernmeldestaffel in Oldenburg ihren Dienst leisten, nahezu alle Soldaten seines Regiments seien über ihre Anschlussverwendung bereits informiert. Am Jahresende sei hier Schluss.

go

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