29. Februar: Frisörmeister Erich Schulz wird heute 76 Jahre alt

Alle vier Jahre Geburtstag

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Schnippel-Erich feiert heute zum 19. Mal am richtigen Datum seinen Geburtstag.

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Für den Rotenburger Frisörmeister Erich Schulz, von seinen Freunden, Bekannten und vielen ehemaligen Kunden zumeist „Schnippel-Erich“ genannt, ist heute ein ganz besonderer Tag: Er feiert zum 19. Mal am richtigen Datum seinen Geburtstag und das obwohl er heute bereits 76 Jahre alt geworden ist – denn den 29.Februar gibt es nur alle vier Jahre in unserem Kalender.

„Ich komme gut damit klar“, erklärt der Rotenburger. Er habe 1940 in Pommern in der Nähe von Stettin das Licht der Welt erblickt – es war in der frühen Nacht. Damals habe die Hebamme seiner Mutter Ida den Vorschlag gemacht, als Zeitpunkt der Geburt den 28. Februar einzutragen, da es sich ja nur um wenige Minuten handelte. „Nix, das bleibt wie es ist. Geschummelt wird hier nicht“, habe die Mutter auf den 29. Februar bestanden. „Und ehrlich gesagt, wenn die beiden das durchgezogen hätten und ich später herausgefunden hätte, dass da gemauschelt wurde, wäre mir an jedem Geburtstag nie ganz wohl in meiner Haut gewesen“, so Schulz.

In den ersten Jahren seiner Kindheit sei es ihm gar nicht so bewusst geworden, dass er nur alle vier Jahre „richtigen“ Geburtstag hatte. Die Kriegsjahre und die ersten Jahre nach der Kapitulation 1945 habe den Feiern zum vierten und achten Geburtstag einen kräftigen Strich durch die Rechnung gemacht.

1947 sei seine Familie nach Rotenburg gezogen. „Erst als ich zwölf Jahre alt wurde, ist mir so richtig bewusst geworden, dass ich an einem Schalttag geboren bin“, so Schulz. 1951 machte sich sein Vater Erich Senior als Frisör selbstständig. „Da blieb wenig Zeit zum Geburtstagfeiern. Je nach dem, wie es gerade passte, feierten wir am 28. Februar oder am 1. März“, erinnert sich Schulz. Sein Geburtstag sei in der Familie immer ein wenig untergegangen. „Das hat mich aber nicht besonders gestört, obwohl die Geburtstagsgeschenke zwischendurch immer etwas spärlicher waren“, erklärt er. „Meine Geschwister kamen zumeist ein bisschen besser dabei weg. Sie haben mich aber nie gehänselt“, schmunzelt er.

Als Frisör sei er nach der Lehre im Geschäft seines Vaters eingestiegen und habe dies später als Meister übernommen. Da blieb auch nicht viel Zeit zum Feiern. Heute führt sein Sohn Stefan den Salon in dritter Generation. Lustig findet er das Verhalten seiner Freunde und Bekannten: „Die wissen immer noch nicht, ob sie mir am 28. Februar oder am 1. März zum Geburtstag gratulieren sollen. Für die einen ist der 28. zu früh und für die anderen der 1. zu spät“, sagt Schulz. 2020 sei für ihn ein ganz besonderes Jahr. „Da feiere ich meinen 20. am richtigen Datum und werde reale 80 Jahre alt. Das soll kräftig begossen werden“, blickt er in die Zukunft.

Die Zeitrechnung mit den Schaltregeln 29. Februar beruht wesentlich auf dem Julianischen Kalender. Mit der Einführung des Gregorianischen Kalenders im 16. Jahrhunderts änderte sich nichts daran. Der zusätzliche Tag ist alle vier Jahre nötig, weil das astronomische Jahr 365,25 Tage hat.

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