FDP-Europaabgeordnete Gesine Meißner will Frauen für Politik begeistern

Appell findet kaum Gehör

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Gegenseitige Unterstützung bei der politischen Arbeit: die Europaabgeordnete Gesine und Michael Meißner.

Rotenburg - Von Wieland Bonath. Nur ein kleiner Kreis von Besuchern hörte im Raum 1 des Rathauses auf Einladung des FDP-Kreisverbandes diesen Appell: Viel mehr Frauen als bisher sollten sich dazu entschließen, in die Kommunalpolitik zu gehen.

Eine Frau, die seit Jahren in der Politik aktiv ist, gab einen Überblick über ihren politischen Werdegang: Gesine Meißner (63) aus Wennigsen (Deister), ehemals Landtagsabgeordnete, jetzt Mitglied des Europäischen Parlaments und Bundesvorsitzende der Liberalen Frauen.

Ergänzt wurden ihre Darstellungen von ihrem Mann, Michael Meißner, der selbst jahrelange politische Erfahrungen mitbrachte, bevor er sich entschloss, seine Frau in der politischen Arbeit zu unterstützen. Meißner: „Männer sollten nicht nur nach mehr Frauen in der Politik rufen, sie müssen auch über ihren Schatten springen und Platz machen, wenn es gute Kandidatinnen gibt.“

Gesine Meißner hatte diese Erfahrung gemacht: „Frauen kommen meist später in die Politik als Männer, sind dann strategisch nicht so geschult, aber krisenerprobt und bringen viel Erfahrungen und Alltagskompetenz mit.“

Die Politik, ergänzte die Abgeordnete, sei „sehr männlich aufgestellt“. Ein Hemmnis bedeuteten für die Frauen die Kinder. Gleichzeitig habe sich gezeigt, dass Firmen mit Frauenbeteiligung die besten Ergebnisse hätten.

Dies nahm Gesine Meißner für die Frauen in Anspruch: „Männer lieben das Taktieren und Strippenziehen, Frauen wollen Probleme lösen und Ergebnisse erzielen – erfolgreiche Politik braucht beides.“ Die Kooperation mit ihrem Mann lobte die Europaabgeordnete, die zuständig ist für Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.

Dabei hatte Michael Meißner diese Erfahrung gemacht: „Wenn man da jemanden hinschickt, die nur chic aussieht, dann fällt man damit auf den Bauch.“ Er, sagte Meißner, arbeite gern für seine Frau. Gut sei es dabei, wenn es eine Arbeitsteilung gebe. In der offenen Diskussionsrunde, an der sich Frauen beteiligten, die sich vor Ort engagieren wollen, ging es in einem Fall um eine Unterstützung von Sinti und Roma. Ein anderer Besucher lobte: Quereinsteiger könne man gut sein, weil „mehr Sachkompetenz hineinkommt“.

Der FDP-Kreisvorsitzender Hendrik Jürgens aus Sottrum betonte: „Kommunalpolitik muss sich ändern. Viele Menschen engagieren sich in Bürgerinitiativen, bei denen Frauen häufig viel besser repräsentiert sind. Kommunalparlamente gehören zu der kommenden Selbstverwaltung. Dennoch wird teilweise unnötig viel Politik betrieben, die vom Wesentlichen, der Verbesserung der Lebensverhältnisse vor Ort, ablenkt. Menschen, die sich neben Beruf und Familie auch noch vor Ort einbringen möchten, stößt das ab. Dazu gehören vor allem Frauen.“ Jürgens fuhr fort: Männer, das habe das Gespräch mit den Meißners gezeigt, sollten Frauen mehr unterstützen, wenn sie sich zum Beispiel als Seiteneinsteiger politisch engagieren möchten. Schließlich seien auch die Parteien gefragt, sich stärker für erfolgreiche Frauen in der Kommunalpolitik einzusetzen. Das Ziel sollte, so Jürgens, für ein Kommunalparlament als Vertretung der Bürgerinnen und Bürger ein repräsentativer Schnitt der Bevölkerung sein.

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