Fachgutachter soll ehemalige Bohrschlammgruben prüfen

Doch giftige Stoffe?

Rotenburg - Von Stephan Oertel. Wie kann es sein, dass der NDR auf dem Gelände einer ehemaligen Bohrschlammgrube bei Stemmen auf giftige Stoffe stößt, während der Landkreis zuvor nicht fündig geworden ist? Diese Frage stellte sich nach dem Bericht im NDR-Magazin „Markt“. Eine Antwort dazu kam jetzt aus dem Kreishaus.

Bezüglich des in dem NDR-Bericht genannten Standorts Kallmoor Z1 war dem Landkreis demnach bis dahin nicht bekannt, dass sich direkt auf dem dortigen ehemaligen Bohrplatzareal eine weitere Bohrschlammgrube befindet, heißt es. Bislang sei lediglich von einer etwa 200 Meter weiter nördlich gelegenen Grube ausgegangen worden.

Gleichwohl seien im September beide Stellen besichtigt worden, nachdem Bürger auf austretendes Öl hingewiesen hatten. Gefunden wurde solches jedoch nicht. Auch der NDR habe kein austretendes Öl entdeckt, sondern an verschiedenen Stellen gegraben, von denen letztendlich ein Ort öligen Schlamm aufgewiesen habe, teilt der Landkreis mit. Die Kreismitarbeiter hätten dagegen die angrenzenden trockenen Gräben kontrolliert, denn dort hätte sich in deren Augen Ölaustritt bemerkbar machen müssen. Es sei jedoch nichts dergleichen festgestellt und auch sonst kein auffälliges Bodenmaterial gefunden worden.

Zeitzeugen zufolge liege der Bohrschlamm in zwei schwimmbeckenähnlichen Wannen von je zirka zwei Metern Tiefe, wovon mindestens eine aus Beton sei. Dies würde nach Angaben des Landkreises erklären, warum außerhalb der Becken kein ölhaltiges Material gefunden wurde. Da allerdings nicht bekannt ist, wie dicht die Becken sind, sollen weitere Untersuchungen durch einen Fachgutachter erfolgen.

Die ebenfalls vom NDR in seiner Sendung aufgegriffene Bohrschlammdeponie Boitzen wurde indessen jahrelang vom Landesbergamt überwacht und erst 2001 nach umfangreichen Untersuchungen aus der Bergaufsicht entlassen. Es gab dazu einen Abschlussbetriebsplan und ein Fachgutachten zur Gefährdungsabschätzung. Nach Auskunft der Kreisverwaltung komme dieses zu dem Ergebnis, dass von der Bohrschlammdeponie entsprechend der gesetzlichen Definition weder Gefahren für Leben und Gesundheit Dritter ausgehen noch sonstige gemeinschädliche Einwirkungen zu erwarten sind. Die langjährigen Grundwasserüberwachungen wurden schließlich aufgrund stetig fallender Schadstoffkonzentrationen 2004 eingestellt und die Messstellen zurückgebaut. Eine Bitte auf Überlassung der vollständigen Untersuchungsergebnisse habe der NDR abgelehnt.

zz

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