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Eva-Maria Backhaus gründet Stiftung: Bewusstsein für Tierschutz

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Von: Ann-Christin Beims

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Eva-Maria Backhaus steht an einen Baum gelehnt.
Gemeinsam mit dem WWF will Eva-Maria Backhaus das Verständnis von Kindern für den Wald wecken. © Beims

Eva-Maria Backhaus hat eine große Leidenschaft: Sie setzt sich dafür ein, das gegenseitige Verständnis zwischen Tieren und Menschen zu verbessern. „Tiere verdienen mehr Respekt und Anerkennung“, sagt sie. Aus diesem Grund hat sie eine Stiftung gegründet, die eben dieses Ziel verfolgt.

Rotenburg – Sie dürfte sicherlich eine der jüngsten Stiftungsgründerinnen Deutschlands sein: Eva-Maria Backhaus hat nach zweijähriger Planungsphase im vergangenen Jahr mit ihrem Privatvermögen ihre „Backhaus-Stiftung“ offiziell eintragen können. „Es war eine spannende Reise, gab ein paar Hürden durch Corona, aber das war für mich ein Meilenstein“, sagt die 37-Jährige.

Mit ihrer Stiftung möchte Backhaus das gegenseitige Verständnis zwischen Tier und Mensch verbessern. Dafür liegt der Fokus für sie auf dem Tier, sagt die Waffensenerin, die hauptberuflich Projektmanagerin im Backhaus Verlag ihres Mannes ist und sich zusätzlich in der Tiertherapie und -psychologie qualifiziert hat. Aufklärungsarbeit auf verschiedenen Wegen möchte sie leisten, Tierschutz- und Bildungsprojekte unterstützen. „Es ist wichtig, früh ein Bewusstsein dafür zu schaffen“, erklärt sie.

Aber es geht ihr auch um eine Förderung von Tierberufen, der Etablierung von Therapieansätzen. Gerade in Notlagen können Tiere helfen, die Menschen zu stützen, ist ihre Erfahrung. Nicht umsonst haben sich viele Menschen in der Corona-Pandemie Haustiere zugelegt. „Sie können zum Beispiel für Kinder Trost sein in solchen Zeiten.“ Ihr geht es dann auch um artgerechte Haltung. „Um einen respektvollen Umgang.“ Auch Schulhunde sind gefragt, können aufgeregte, hibbelige Kinder im Unterricht ruhiger werden lassen oder helfen ihnen bei einer Leseschwäche. Und sie denkt auch an den Krieg in der Ukraine, denn viele Bilder zeugen davon, dass Besitzer ihre Haustiere nicht zurücklassen.

Das Thema sei ihr quasi in die Wiege gelegt worden, erklärt sie lachend. Denn schon als Baby habe sie einen Welpen bei sich gehabt. „Ich beobachte Tiere viel, wie sie sich verhalten. Oft verstehen wir sie falsch. Mir liegt das am Herzen und ich möchte das weitergeben.“ Das aktuellste Bildungsprojekt initiiert sie in Zusammenarbeit mit dem WWF: Es gibt „Baumentdecker-Sets“ im Wert von 7 500 Euro, mit denen Kinder auf Entdeckungsreise durch den Wald gehen können – gerade jetzt, wo so etwas nach langer Corona-Pause wieder möglich ist. „Es soll Neugier in den Kindern wecken, ihre Fantasie“, sagt Backhaus. Eichhörnchen Filu und Baumstumpf Prunella erzählen dabei von den Freuden und Sorgen eines Baumes. Kindertagesstätten im Landkreis Rotenburg und in der engeren Region darüber hinaus können sich bewerben, und die 20 Gewinner erhalten auch einen Platz im Workshop „Methoden der Naturerfahrung“, den WWF-Vertreterinnen am 2. Juni im Garten des Rotenburger Wachtelhofs leiten. Die Vertreterinnen der Kitas lernen, wie sie den Jüngsten ein besonderes Verständnis für die Natur und auch die Tiere darin vermitteln. „Natur geht uns alle an und die Kinder sollen von klein auf lernen, damit umzugehen“, meint Backhaus.

Um zu sehen, wie die Umsetzung ist, möchte sie die Gewinner-Kitas später besuchen. Das Projekt soll die Sinne anregen, einen Austausch schaffen und das Schöne: Dazu braucht es nicht einmal dieselbe Sprache, meint Backhaus mit Verweis auf die Kinder, die Deutsch noch lernen.

Baumentdecker

Bis zum 31. März können sich Kitas für ein WWF-„Baumentdecker“-Set bei der Backhaus-Stiftung bewerben. Weitere Informationen und Anmeldungen unter www.backhaus-stiftung.de/baumentdecker.

Ohnehin möchte sie künftig noch mehr Tierschutzprojekte umsetzen. Auch eigene Projekte, wie den „Tierpass“, den sie entwickelt hat. So war Backhaus in einer Grundschule und hat den Kindern erklärt, was es für heimische Wild- und Haustiere gibt und was sie tun können, um diese zu schützen. Oder in einer Kindertagesstätte hat sie mit den Jüngsten Nistkästen gebaut und aufgestellt. Ihre Stiftung unterstützt auch die tiergestützte Therapie in Kinder-Hospizen. Anfragen gibt es mittlerweile viele, „und manchmal ist es nicht leicht, abzusagen“. Doch das bleibt nicht aus – alles fördern kann eine Stiftung nicht, zumal die Gemeinnützigkeit gewahrt bleiben muss.

Doch eine Stiftung aufzubauen, ist heute nicht leicht – zum einen sitzt, gerade nach zwei Jahren Pandemie, das Geld bei vielen nicht mehr so locker, zum anderen gibt es bei den Banken derzeit Negativzinsen. Backhaus hat daher eine Treuhandstiftung gegründet. Ein „sicherer Hafen“ mit einem Grundstock bleibt, aber alles andere, was generiert wird, kann voll verwendet werden: „Ich wollte kein totes Kapital auf der Bank liegen lassen, sondern es für Projekte ausgeben und die Kontrolle darüber haben“, sagt sie. Auch ist alles sehr transparent: Die Spender sollen sehen können, bei welchen Projekten ihr Geld ankommt, betont Backhaus. „Ich habe selber oft gespendet und konnte gar nicht nachvollziehen, wo das Geld gelandet ist.“

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