Umbau der Post zum Sparkassenhaus in Rotenburg

Es kann losgehen

So sieht der Plan für das neue Sparkassenhaus auf dem alten Postgelände im Rotenburger Stadtkern aus. 
GRAFIK: PGN
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So sieht der Plan für das neue Sparkassenhaus auf dem alten Postgelände im Rotenburger Stadtkern aus. GRAFIK: PGN

Rotenburg – Unzufrieden waren zuletzt viele. In der Politik gab es Vorwürfe, die Sparkasse hülle sich beim Thema Innenstadtentwicklung zu ihrem zentralen Neubau allzu sehr in Schweigen, und die Verantwortlichen ärgerten sich über erhebliche Verzögerungen. Jetzt aber kann es losgehen. Das alte Postgebäude mitten im Rotenburger Stadtkern wird zum Sparkassenhaus. Auf 18 Millionen Euro beziffert die Sparkasse Rotenburg Osterholz das Projekt. Noch in diesem Jahr sollen die Bagger anrollen.

Am Mittwoch war Sparkassenvorstandsmitglied Stefan Kalt im Verwaltungsausschuss des Stadtrats zu Gast. Er hatte Zeichnungen dabei, Pläne der Architekten der Planungsgemeinschaft Nord (PGN), Visualisierungen dessen, was 2022 stehen soll. Die Resonanz? „Positiv“, sagt Kalt. „Es geht nur noch um Kleinigkeiten.“

2015 hatte die Sparkasse das Postgebäude gekauft. Viel war in der Folge darüber öffentlich diskutiert worden, was entstehen soll. Grobe Planungen gab es, aber insbesondere angesichts der Debatte um die Neugestaltung der Häuser auf der gegenüberliegenden Seite mit dem Streit um den Neubau auf dem ehemaligen „Carthago“-Gelände wollten viele Seiten genauer wissen, was kommt. Wie passt das architektonisch zusammen? Stefan Kalt spricht ganz offen aus, wie es zu den Verzögerungen kam. Die langwierigen Verhandlungen mit der Post und der Postbank als Hauptmieter seien zum Teil „dumm gelaufen“. Zwar hätten sich die Beteiligten vor Ort sehr kooperativ gezeigt, aber Entscheidungen seien doch über mehrere Jahre an anderer Stelle verschleppt worden. Einigkeit habe es zum Beispiel mit der Postbank darüber gegeben, dass diese zur Zwischenmiete bis zum Neubau in den ehemaligen Karlstedt-Pavillon am Pferdemarkt zieht. Doch das scheiterte kurzfristig „auf der Ziellinie“. Nun ziehe die Postbank dauerhaft in den alten „dm“-Drogeriemarkt. Die Halle des neuen DHL-Logistikzentrums an der Industriestraße wurde in dieser Woche übergeben. Ende Oktober, sagt Kalt, sei das alte Postgebäude leer. Dann könne die Entkernung beginnen.

Denn es wird nicht komplett abgerissen. Auch einen neuen Bebauungsplan braucht die Sparkasse nicht, sie bewegt sich im Rahmen dessen, was eh schon möglich war. Mehr noch: Aus statischen Gründen verzichtet das Kreditinstitut im mittlerweile eingereichten Bauantrag sogar auf ein drittes Vollgeschoss, es bleibt bei zwei mit Staffelgeschoss. Wohnungen wird es daher entgegen früherer Planungen nicht im Neubau geben. Auch die Idee eines Hotels im rückwärtigen Bereich ist verworfen – beides nicht „wirtschaftlich darstellbar“, wie es offiziell heißt. Das Sparkassenhaus wird also ein reines Büro- und Geschäftshaus mit rund 5 000 Quadratmetern Nutzfläche. Bei der Gestaltung sei man durch Fassadenvorsprünge, einer gewissen Kleinteiligkeit und dem roten Klinker auch den Wünschen aus dem Rathaus und der Politik entgegengekommen. Dass es dennoch kritische Stimmen geben werde, weiß auch Kalt: „Jeder hat seinen eigenen Geschmack.“ Ohne Frage sei ja aber alles, was neu entstehe an dieser Stelle, besser als das bisherige Gebäude: „Heute ist es ein Schandfleck.“

Steht der Neu- beziehungsweise Umbau, konzentriert die Sparkasse hier ihre Beratungstätigkeiten für Privat- und Firmenkunden in der Kreisstadt. Die Filialen an der Harburger und Verdener Straße sind bereits reine Automatenstandorte, bevor über eine Nachnutzung der restlichen Flächen dort zum Beispiel für Wohnungen nachgedacht wird, nutzen Mitarbeiter in der Corona-Zeit für bessere Abstandsmöglichkeiten die Büroräume noch. Der neue SB-Bereich mit Haupteingang an der Ecke Große Straße/Nödenstraße im Sparkassenhaus soll dann auch über den rückwärtigen Parkplatz erreichbar sein. Wo jetzt noch die Postfahrzeuge rangieren, entstehen dann mehr als 50 neue Stellplätze. Als Mieter im Bürobereich zieht die Polizei wieder mit ein. 1 000 Quadratmeter Ladenfläche gibt es zudem im Erdgeschoss. Mit zwei Mietern, die noch nicht genannt werden möchten, sei man kurz vor Vertragsabschluss. Nur die rund 350 Quadratmeter, in die eigentlich die Postbank wieder sollte, sind noch zu haben, so Kalt. Aber das dürfte kein Problem sein, betont er: „Eine bessere Lage gibt es in Rotenburg nicht.“ Vor dem Gebäude sollten nach Meinung der Sparkasse weiterhin Parkplätze bleiben. Doch das sei eine Entscheidung der Stadt.

Wie es mit der bisherigen Sparkassenimmobilie am Pferdemarkt weiter geht, ist noch offen. Die Bremer Specht-Gruppe soll Interesse haben, eine Wohnanlage auch für Senioren zu errichten. Kalt bestätigt aber auch das Interesse eines Unternehmens „aus der unmittelbaren Region“. Die Entscheidung falle bald. Er nennt keine Namen, klar sei aber: „Es wird ein Wohnkonzept.“ Und, trotz Corona: „Eigentlich bietet sich der Pferdemarkt ja auch für Gastronomie an.“

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