Erstes Treffen der Rotenburger Tierschutzjugend 18 Monate nach Gründung

Igelkinder als Eisbrecher

Erstes Treffen bei der Igelpflege Rotenburg: Die beiden Gruppenleiterinnen Merwel Otto-Link (l.), Silke Wingen und die Kinder lernen sich kennen.
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Erstes Treffen bei der Igelpflege Rotenburg: Die beiden Gruppenleiterinnen Merwel Otto-Link (l.), Silke Wingen und die Kinder lernen sich kennen.

Vor 18 Monaten hat sich die Rotenburger Tierschutzjugend (Tiju) gegründet - doch wegen der Corona-Pandemie gab es lange kein persönliches Treffen. Nun wollen die Mitglieder durchstarten und planen bereits die ersten Aktionen.

Rotenburg – Am Anfang waren die Jungen und Mädchen noch ein wenig zurückhaltend – schließlich kannten sie sich bis dahin nicht. Als dann aber Merwel Otto-Link vier Igelkinder dazu holte und jeder Jugendliche ein Jungtier auf die Hand nehmen durfte, war das Eis gebrochen. Schnell entwickelte sich ein lebhaftes Gespräch und jedes Gruppenmitglied berichtete von seinen Begegnungen mit dem Wildtier.

Vor 18 Monaten hat sich die Rotenburger Tierschutzjugend (Tiju) gegründet – pandemiebedingt waren bisher aber keine persönlichen Treffen möglich. „Wir sind sehr glücklich darüber, dass es nun geklappt hat und trotz dieser langen Durststrecke niemand abgesprungen ist. Wir haben versucht, digital in Kontakt zu bleiben, aber das ersetzt natürlich kein Gruppentreffen“, berichtet Merwel Otto-Link, Vorsitzende der Igelpflege Rotenburg. In Kooperation mit Silke Wingen vom Tierschutzverein für den Landkreis Rotenburg leitet sie die Gruppe.

Was Kinder und Jugendliche kennen, das bewahren sie.

Silke Wingen

Die acht Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren aus dem Landkreis Rotenburg und Bremen machen sich gemeinsam für den Natur- und Tierschutz in der Region stark. Die Umweltbildung steht dabei im Mittelpunkt. „Denn was Kinder und Jugendliche kennen, das bewahren sie“, erklärt Silke Wingen.

Jetzt, da endlich Treffen möglich sind, soll die Gruppe zu einem festen Team zusammenwachsen und dies auch öffentlich zeigen: Die Jugendlichen erhalten dafür in Kürze gelbe Shirts mit rot-grünem Tiju-Logo. „Wir planen zum Beispiel eine Müllsammelaktion am Weichelsee. Denn immer wieder verfangen sich Wildtiere in dem, was andere achtlos wegschmeißen“, erklärt Merwel Otto-Link.

Sie und Silke Wingen luden die Kinder in den vergangenen Monaten zu verschiedenen Aktionen ein. Im April entwarfen die Kinder zu Hause Plakate, die seitdem an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet auf ein großes Problem hinweisen: „Viele Igel, Katzen und andere Tiere werden überfahren. Wir haben Autofahrer dafür sensibilisiert, Rücksicht auf Tiere zu nehmen und sich an Geschwindigkeitsbeschränkungen zu halten“, betont Otto-Link, die ergänzt: „Viel mehr konnten wir in dieser Zeit nicht anstoßen, denn aufgrund von Homeschooling und -office waren die Eltern bereits voll ausgelastet. Wir wollten sie nicht zusätzlich unter Druck setzen.“

Während des ersten Treffens bei der Igelpflege in Rotenburg erfuhren die jugendlichen Mitglieder, die zum Auftakt von ihren Eltern und einigen kleinen Geschwistern begleitet wurden, Wissenswertes über Igel. „Wir waren positiv überrascht darüber, dass sich die Kinder bereits sehr gut auskannten“, freute sich Otto-Link, die mit ihrem Team derzeit mehr als 80 Tiere pflegt.

Gemeinsam mit Silke Wingen hatte sie die Kinder vor dem ersten Treffen dazu aufgerufen, Laub für eine Bastelaktion zum Thema „Ein Igel geht schlafen“ zu sammeln. „Dabei sind viele kreative Bilder entstanden. Die Blätter, die übrig waren, haben die Kinder danach in den Außengehegen der Igel verteilt“, so Otto-Link.

Es sei wichtig, Kinder und Jugendlichen möglichst früh Wissen über die Bedürfnisse sowie das Verhalten und Wesen verschiedener Haus- und Wildtiere zu vermitteln: „Die Jugendlichen sollen auch als Multiplikatoren fungieren, sprich: Sie sollen auch in ihrer Familie, bei ihren Freunden und in der Klasse für die gute Sache werben.“

Einmal pro Monat wird sich die Tiju künftig treffen, jeweils am dritten Samstag eines Monats, beim nächsten Mal im Tierheim in Mulmshorn. Derzeit sind alle Plätze belegt. Weitere Infos gibt es unter 04268/94343.

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