Öffentlicher Dienst im Landkreis Rotenburg beteiligt sich am Warnstreik

Nur ein erstes Signal

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Etwa 70 Menschen folgten dem Streikaufruf von Verdi und wohnten der Kundgebung vor dem Rotenburger Rathaus bei.

Rotenburg - Von Matthias Röhrs. Die bundesweit laufenden Warnstreiks im Öffentlichen Dienst sind im Landkreis Rotenburg angekommen. Am Mittwochmorgen sind etwa 70 Angestellte von kommunalen Verwaltungen, Kitas oder auch Bauhöfen aus dem Südkreis vor dem Rotenburger Rathaus zusammengekommen, um ein erstes Signal für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Lohn zu setzen. Die Gewerkschaft Verdi hatte dazu aufgerufen.

Die Warnstreiks waren eine Reaktion auf ein erstes Verhandlungsgespräch zwischen der Gewerkschaft und dem Deutschen Beamtenbund (BDD) sowie den Arbeitgebern von Bund und Kommunen für neue Tarife in Potsdam. Dieses war ohne Annäherung der Parteien zu Ende gegangen. In Rotenburg legten die Streikenden für zweieinhalb Stunden ihre Arbeit nieder.

Sechs Prozent mehr Gehalt fordert Verdi für den neuen Tarifvertrag, zudem eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro pro Monat. Vor der zweiten Tarifrunde am 11. und 12. April in Potsdam hat die Gewerkschaft auch in Niedersachsen und Bremen zu Warnstreiks aufgerufen. „Wir dürfen das nicht passiv hinnehmen“, sagte in Rotenburg der Verdi-Gewerkschaftssekretär für Bremen und Nordniedersachsen, Jörn Kroppach, mit Blick auf die Aussagen vom Städte- und Gemeindebund, die Forderungen seien überzogen.

Ina Petersen, Leiterin der Jeersdorfer Kindertagesstätte Rappelkiste und engagierte Gewerkschaftlerin, machte deutlich, es gehe nicht nur darum, mehr Geld zu bekommen. „Wir machen gute Arbeit, und die soll auch vernünftig bezahlt werden.“ Jungen Menschen müsste auch nach der Ausbildung eine Perspektive und den Angestellten keine befristeten Verträge mehr geboten werden. Der Arbeitnehmer solle Planungssicherheit haben.

„Ein Auftakt, der erste Schritt, das erste Zeichen“ sei dieser Streik. Das Ziel ist seiner Ansicht nach machbar: „Aber nur, wenn wir viele werden“, so Kroppach am Mittwoch den einzelnen aus den Behörden auf den Pferdemarkt gekommenen Menschen. Letztlich zeigte sich aber doch, dass die Verhandlungen in der brandenburgischen Hauptstadt nach einer Runde noch in den Kinderschuhen stecken. Und so hatte der Gewerkschaftssekretär den Streikenden in seiner Ansprache noch nicht viel anzubieten außer warmen Kaffee, belegte Brötchen, üblicher Streikrethorik und der Verteidigung der eigenen Forderungen. Denn die Argumente seien auf Seiten der Gewerkschaft.

Arbeit müsse Sinn machen, eine angemessene Bezahlung müsse her, eine Familie müsse ernährt werden können. Und nein, die Forderungen seien nicht überzogen oder gar utopisch, so Kroppach. Schließlich hätten die Kommunen der Bundesrepublik im vergangenen Jahr 29,5 Milliarden Euro Überschuss erzielt. „Das Geld ist da.“ Er kündigte zudem einen ganztägigen Streiktag Ende April an, sollte die Arbeitgeberseite bei den weiteren Verhandlungen „kein vernünftiges Angebot machen“.

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