Erste Pläne für neue Räume

Rotenburger Ratsgymnasium muss für neue Herausforderungen saniert werden

Das Obergeschoss im sogenannten 100er-Trakt des Rotenburger Ratsgymnasiums genügt den Anforderungen modernen Unterrichts nicht mehr. Ob sich eine Sanierung lohnt oder ein Anbau sinnvoller ist, soll ermittelt werden. - Foto: Menker

Rotenburg - Von Michael Krüger. Das Rotenburger Ratsgymnasium muss saniert und ausgebaut werden. Das ist beim Schulträger, dem Landkreis, unstrittig. „Wir brauchen eine mittelfristige Planung“, betont Erster Kreisrat Torsten Lühring, bei dem die Fäden der kreiseigenen Schulplanung zusammenlaufen. Was in ein paar Jahren alles notwendig ist und wie die Sanierung mit Um- und Neubauten aussehen könnte, wurde jetzt im Schulausschuss des Kreistags vorgestellt.

Es sind die ersten Entwürfe, die in Zusammenarbeit mit einem Beratungsbüro, der Schulleitung sowie der Kreisverwaltung unter Beteiligung des Lehrerkollegiums entstanden und in einen Bericht geflossen sind. Ob am Ende tatsächlich so gebaut wird und wie hoch die möglichen Kosten sind, ist noch offen. Ziel ist eine räumliche Fortentwicklung der Schule aufgrund der veränderten Bildungs- und Unterrichtslandschaft, heißt es. Durch die Wiedereinführung des Abiturs nach neun Jahren (G9) würden Räume erneut benötigt, die zwischenzeitlich anderweitig genutzt wurden. Zusätzlich seien die Anforderungen durch die Inklusion und differenzierteren Unterricht nicht nur personell, sondern auch räumlich gestiegen und dementsprechend anzupassen. Außerdem sehen Veränderungen in den Curricula deutlich mehr Möglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler vor, speziellere Kurse auszuwählen. Je nach Wahlverhalten der einzelnen Schülerinnen und Schüler verändere sich dabei auch der Raumbedarf. Dem könnte mit multifunktional nutzbaren Fachunterrichtsräumen begegnet werden.

Weg von der „Flurschule“

Lühring: „Auch im Gymnasium wandelt sich der Unterricht.“ Also weg vom Frontalunterricht, die alte „Flurschule“, wie sie im Bau des Ratsgymnasiums noch ganz deutlich zu erkennen ist, hat ausgedient. Auch das Ganztagsangebot erfordere ein anderes Programm.

Mit zwei Workshops waren Schüler, Elternschaft und Kollegium schon im frühesten Stadium der Umbaupläne mit eingebunden. Das lobt Schulleiterin Iris Rehder ausdrücklich. Die Zusammenarbeit mit dem Landkreis sei „ausgezeichnet“. Im Schulausschuss hatte es bei der Vorstellung der Neubaupläne für das Bremervörder Gymnasium vom dortigen Kollegium deutliche Kritik gegeben. Die Bremervörder Lehrer fühlen sich teilweise übergangen. In Rotenburg ist das offensichtlich anders, noch vor den Sommerferien sollen auch Schulvorstand und die Gesamtkonferenz ausführlich informiert werden.

Im Fokus der Pläne steht im Ratsgymnasium an der Gerberstraße insbesondere der sogenannte 100er-Trakt, der älteste Teil des Gebäudes vorne rechts. Dort sei das zweite Obergeschoss nicht mehr barrierefrei erreichbar und für modernen Unterricht zu klein sowie energetisch veraltet. Zwei Räume im Erdgeschoss können derzeit nur als Lager genutzt werden, da sie feucht und ebenfalls für den allgemeinen Unterricht nicht groß genug sind. Zudem ist im gesamten Trakt die Fassade sanierungsbedürftig. Es sollte in einem weiteren Schritt geprüft werden, ob diese Räume umzubauen und zu sanieren sind oder ob ein Ersatzbau wirtschaftlicher ist. Direkt an den Trakt schließt sich in Richtung des Wachtelhofs ein Schotterplatz an. Lühring: „Die einzige Ecke, wo man noch bauen könnte.“ Die alten Flure müssten für neue Formen der Beschulung einem „Lernen in Clustern“ weichen, sagt Schulleiterin Rehder. Umbauten sind auch im Bereich der Fachräume notwendig. Sie müssen „ertüchtigt“ werden, sagt Rehder. Bedeutet: Die Sammlungen sind veraltet, das Arbeitsumfeld ebenfalls nicht mehr zeitgemäß. Dazu soll das Lehrerzimmer mit verschiedenen Zonen den gestiegenen Bedürfnissen für Arbeits- und Ruhebereiche im Ganztagsunterricht angepasst werden. Und schließlich ist geplant, die Bibliothek zu einem modernen „Selbstlern- und Medienzentrum“ umzubauen und räumlich zur „Schulstraße“ – Pausenhalle und Mensa – zu öffnen.

Wann das alles passiert und wie teuer es wird, ist noch offen. Rehder: „Im Herbst werden noch keine Bagger rollen.“ Zum Schuljahr 20/21 wird es am Ratsgymnasium wieder neun volle Jahrgänge mit entsprechend größerem Raumbedarf geben. Es sei zu erwarten, dass man in dieser Zeit noch Übergangslösungen finden muss, so die Schulleiterin. „Das werden wir lösen.“ Entscheidungen über das Gesamtprojekt sind damit zwar noch nicht getroffen, aber, so Schulausschuss-Vorsitzender Hartmut Leefers (CDU): „Beim bisherigen Prozess herrscht große Einmütigkeit.“

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