Erste I-Pad-Klasse im Landkreis: Projekt wird bis zum Abschluss weitergeführt

Kein Buch-Ersatz, sondern Ergänzung im Unterricht

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Jeder der 28 Schüler besitzt ein eigenes I-Pad.

Rotenburg - Von Elisabeth Hintze. Ein aufgeschlagenes Englischbuch, Block, Federmappe: Die Tische der Achtklässler sehen aus, wie ein Schülertisch während des Unterrichts eben aussieht. Mit dem Unterschied, dass sich auf jedem Platz zusätzlich ein I-Pad befindet, auf dem die Jugendlichen fleißig tippen. Die Klasse 8b der Rotenburger Realschule war im vergangenen Jahr die erste im Landkreis, die komplett mit den Tabletcomputern ausgerüstet wurde. Nach knapp einem Schuljahr zieht Lehrer Ronny Wieland ein erstes Fazit.

„Wir hatten einen spannenden Start“, erzählt der stellvertretende Schulleiter, Fachleiter Informatik und Webmaster in der Realschule. Einige Anfangsschwierigkeiten habe es gegeben, die I-Pads loggten sich nicht korrekt in das Internet der Schule ein, sodass an der Stelle nachgerüstet werden musste. Doch dieses Problem sei schnell behoben worden, seitdem nutzten die 28 Schüler der 8b jeden Tag ihr Tablet. Nicht als Ersatz für die herkömmlichen Schulmaterialien, vielmehr als Ergänzung.

„Wir wollen Schulbücher nicht ersetzen“, betont Wieland. „Das ist auch gar nicht zu realisieren, denn die wenigsten Verlage bieten Schulbücher in elektronischer Form an.“

Stattdessen hatten sich Wieland und seine Kollegin Lavinia Genz, die das Projekt mitbetreut, einen positiven Lerneffekt von der I-Pad-Einführung versprochen. Und das ist eingetroffen, erzählt der Pädagoge: „Die I-Pads haben den Unterricht bereichert. Das beweist auch, dass wir als Schule auf dem richtigen, innovativen Weg sind.“ Gerade im Fremdsprachen-Unterricht zeige sich die Unterstützung durch das I-Pad. „Die Schüler können sich die Sprache mithilfe des Tablets anhören.“ In den Naturwissenschaften würden Experimente gefilmt, Tafelbilder können abfotografiert und mit der entsprechenden Anwendungssoftware (App) bearbeitet werden. Die Schüler legen auf ihrem I-Pad Mappen an, führen ihre Notizbücher elektronisch und schicken ihre Hausaufgaben per E-Mail an die Lehrer. Auf diese Weise würden zudem Ressourcen geschont, bekräftigt Wieland. Privat dürfen die Achtklässler ihr Tablet natürlich nutzen, schließlich haben ihre Eltern es per Leasing-Vertrag finanziert.

Auch die Schüler selbst ziehen nach knapp einem Jahr eine positive Bilanz. „Wir können viel schneller arbeiten“, erzählt Adrian. Gerade bei den Hausaufgaben erweise es sich als praktisch, schnell im Internet nachschauen zu können, wenn etwas nicht verständlich ist. „Texte schreiben und Mappen anlegen geht viel besser“, sagt auch Tischnachbar Christian. Am Anfang habe es zwar etwas gedauert, sich an die Neuerung zu gewöhnen, doch seitdem gingen ihr Präsentationen nun weitaus schneller von der Hand, ergänzt ihre Klassenkameradin Jessica.

Die 8b wird das I-Pad-Projekt bis zu ihrem Abschluss in zwei Jahren weiterführen. Weitere Projektklassen sind laut Wieland allerdings nicht in Planung. Denn die Zukunft der Realschule sei begrenzt aufgrund der neu eingeführten Integrativen Gesamtschule (IGS). „Die Frage stellt sich deshalb gerade nicht.“

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