Rotenburger Werke beziehen Laden am Pferdemarkt

Erst Kunst, dann Fahrräder

Jürgen Rudy begutachtet seine Ausstellung.
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Jürgen Rudy freut sich über seine Ausstellung.

Rotenburg – Raus aus dem Schattendasein, hinein in das Herz der Kreisstadt: Die Rotenburger Werke wollen Ende Mai, spätestens aber Anfang Juni das seit einiger Zeit leer stehende Ladenlokal unterhalb der Sparkasse am Pferdemarkt beziehen – mit dem Verkauf von Fahrrädern, der zurzeit noch zusammen mit der Werkstatt am Birkenweg untergebracht ist.

Der Pavillon am Pferdemarkt bietet eine gute Alternative, denn das Geschäft am Birkenweg sei mittlerweile deutlich zu klein geworden, sagt Werke-Sprecher Henrik Pröhl. Der Standort für den Verkauf dort fernab der Innenstadt eben nicht optimal. Bis der Umzug starten kann, ist allerdings noch einiges zu klären, vorzubereiten und zu planen. Daher bietet es sich an, dass die Bildnerische Werkstatt der Rotenburger Werke die Gunst der Stunde nutzt: Unter der Überschrift „Zeitfenster“ wählen Werkstatt-Leiter Martin Voßwinkel und seine Kollegen zusammen mit den Künstlern diesen Leerstand für eine Ausstellung. Und die ist von sofort an durch die großen Fensterfronten des Ladenlokals zu bewundern. Zu sehen bekommen die Menschen eine große Strickkunst-Installation von Jürgen Rudy. Er war 2016 übrigens schon mal bei der Documenta in Kassel vertreten. Es sind Arbeiten aus vielen Jahren, erklärt Voßwinkel. „Voraussichtlich bis Mitte April wird die Ausstellung hier bleiben.“ Dazu gehören auch wie Felsen anmutende Werke.

Arbeit im Atelier zurzeit nur mit Einschränkungen möglich

Danach zieht das „Zeitfenster“-Projekt weiter. Angedacht ist die Nutzung eines Leerstandes an der Kirchstraße, mindestens ein weiterer soll in der Rotenburger Innenstadt anschließend genutzt werden, um die Menschen mit Kunst aus der Bildnerischen Werkstatt zu begeistern. Dort geht das künstlerische Leben nämlich weiter. „Aber mit Einschränkungen“, so Voßwinkel. Es könnten immer nur Künstler aus einer Wohngruppe zeitgleich und an einem Tag die Einrichtung nutzen. „Dieses Angebot wird allerdings sehr gut angenommen.“ Die jetzige Ausstellung am Pferdemarkt zieht nicht nur tagsüber, sondern auch am Abend die Blicke auf sich – mit einer passenden Beleuchtung, die die Arbeit Rudys in Szene setzt, sowie mit einem Film dazu, der ebenfalls von außen zu sehen ist.

Für die Künstler ist das „Zeitfenster“ eine wunderbare Gelegenheit, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Und das in der Pandemie. Denn die eigentlich immer im Frühjahr stattfindende Jahresausstellung im Atelier der Bildnerischen Werkstatt muss in diesem Jahr zum zweiten Mal in Folge ausfallen. Eine Veranstaltung, die stets auf große Resonanz stößt, weil sie die Bandbreite dessen präsentiert, was die Künstler dort schaffen. Objektkunst und Malerei sind nur zwei der vielen künstlerischen Ausdrucksformen.

Kooperationen mit der Tourist-Info sind denkbar

Nach der Werkschau zieht in das zuletzt von der Firma Karlstedt am Pferdemarkt genutzte Ladenlokal dann nach und nach der Fahrradladen der Werke ein. „Ein toller Raum“, freut sich Samy Lahhann, Leiter der Werkstatt für Menschen mit Behinderung am Königskamp und damit auch Chef des Fahrradladens. Elf Beschäftigte sowie vier Mitarbeiter sind in diesem Betrieb tätig. Jeweils zwei von ihnen sollen mit zum neuen Standort ziehen, erklärt Lahhann. Der Verkauf von Fahrrädern sowie die Annahme von Reparaturen sind hier geplant. Die Werkstatt selbst verbleibt am Birkenweg. „Eine super Lage hier“, schwärmt Lahhann. Hier lasse sich das Geschäft einen Level höher legen. Allein die Glasfront begeistert ihn. Und natürlich die Lage mitten in der Stadt und gleich gegenüber der neuen Tourist-Info im Rotenburger Rathaus. In diesem Zusammenhang denke man auch über Kooperationen nach, heißt es. Nicht nur ein Fahrradverleih sei denkbar, sagt Lahhann.

„Die Rotenburger Werke sind froh, den Pavillon bis zum ersten Quartal 2023 anmieten zu können“, erklärt Henrik Pröhl. Bis zu diesem Zeitpunkt würden ausreichend Erfahrungen gesammelt sein, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Sollte das Gebäude am Pferdemarkt danach nicht mehr zur Verfügung stehen, würden sich andere Flächen – vielleicht ebenfalls in der Rotenburger Innenstadt – finden lassen, fügt er hinzu.

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