Freunde alter Landmaschinen zeigen auf dem Hartmannshof die Arbeit auf dem Acker anno dazumal

Ernten wie zu Omas Zeiten

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Michael Hartmann zeigt , wie mit einem Deutz-Trecker D25 aus dem Jahre 1963 und dem angekoppelten Kartoffelroder die Knollen von der Erde getrennt und an die Oberfläche geschleudert werden, wo sie anschließend mit der Hand aufgesammelt werden.

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. „Nach der Kartoffelernte hatten die Helfer früher beim Einsammeln der Knollen sicherlich ordentlich Rückenschmerzen gehabt“, da ist sich Hans-Joachim Dodenhof vom Sottrumer Verein Freunde alter Landmaschinen ganz sicher.

Er und die Mitglieder des Vereins haben am Sonntag auf einem Kartoffelfeld auf dem Hartmannshof in Rotenburg gezeigt, wie zu Omas Zeiten die Knollen an die Oberfläche geholt, eingesammelt und in Säcken verstaut wurden, damit die Erdäpfel später als Speisekartoffeln auf dem Teller landen konnten.

„Ein lange verbreitetes Hilfsmittel bei der Kartoffelernte war der Schleuderroder mit einer flachen Pflugschar und einem rechtwinklig angebrachten Radstern, der von einem Pferd oder einem Trecker gezogen wurde“, erklärt Dodenhof. Die Kartoffelstauden werden durch den breiten Pflug des Erntegerätes angehoben, durch die Schleudervorrichtung die Knollen von der Erde getrennt und auf dem Acker zur Seite geworfen. „Danach müssen die Kartoffeln per Hand aufgesammelt werden.“ Erst danach sei die nächste Reihe in Angriff genommen worden, bis das Feld abgeerntet war. Der Antrieb des Schleuderrades erfolgt über ein von den Rädern des Roders angetriebenes Winkelgetriebe. 

Michael Hartmann zeigt , wie mit einem Deutz-Trecker D25 aus dem Jahre 1963 und dem angekoppelten Kartoffelroder die Knollen von der Erde getrennt und an die Oberfläche geschleudert werden, wo sie anschließend mit der Hand aufgesammelt werden.

Als Zugmaschine diente am Sonntag ein Deutz-Trecker D25 Baujahr 1963, den Michael Hartmann steuerte. Dodenhof ist lange als Mitarbeiter auf dem Hartmannshof tätig gewesen. Da sei ihm die Idee gekommen, auf dem Hartmannshof mit den Vereinsmitgliedern der Öffentlichkeit zu zeigen, wie früher die Kartoffeln eingebracht worden sind, erzählt er am Rande der Veranstaltung, warum die Aktion dort über die Bühne geht. „Wir haben vom Verein bereits einige Dreschfeste durchgeführt. Im Frühjahr kam uns der Gedanke, warum nicht mal eine Kartoffelernte zeigen, wie sie vor langer Zeit durchgeführt worden ist, zumal die Gerätschaften dazu im Vereinsbesitz sind“, sagt Dodenhof. 

Er erzählt auch gleich, wie er zu diesem außergewöhnlichen Hobby gekommen ist. „Ich bin als Kind auf einem Bauernhof groß geworden Habe Landwirt gelernt und habe sechs Jahre auf einem Bauerhof gearbeitet“, blickt er zurück. Er habe acht Jahre bei der Bundeswehr gedient und habe dann in den sozialen Bereich gewechselt. Er hat aus Verbundenheit zur Landwirtschaft vor längerer Zeit einen alten Trecker in Schleswig-Holstein gekauft und diesen wieder funktionsfähig gemacht. „Einige von uns haben bis zu acht alte Zugfahrzeuge im Besitz.“ 

Viele dieser Raritäten stammen von Leuten, bei denen sie Jahrzehnte in Scheunen oder draußen so vor sich hingerostet sind. „Einige Leute rufen uns an, ob wir die alten Fahrzeuge oder Geräte nicht abholen können“, erklärt er, wie die Sammlung so gewaltig anwachsen konnte. Manchmal müsse auch etwas Geld hingeblättert werden. „Gemeinsam werden die Gerätschaften dann in der vereinseigenen Werkstatt auf Vordermann gebracht“, so Dodenhof. Der Verein sei übrigens 1994 von 24 Mitgliedern gegründet worden. „Die Zahl hat sich bis heute exakt verdoppelt“, freut sich Dodenhof über den Zuspruch.

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