„Liegen etwa zwei bis drei Wochen hinter normalen Jahren zurück“

Erntemaschinen bleiben im Schlamm stecken

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Vielfach hat „Xavier“ in der vergangenen Woche seine Spuren auch auf den Maisfeldern hinterlassen. Aber auch der viele Regen bereitet den Landwirten Sorgen, denn die Ernte erfolgt unter erschwerten Verhältnissen und liegt hinter dem Plan zurück.

Rotenburg - Von Guido Menker. Jede Menge Regen, dazu der Sturm erst Mitte September und dann in der vergangenen Woche: Die Landwirte haben mit den Auswirkungen des Wetters zu kämpfen. „Die Kartoffel-, Mais- und auch die Zuckerrübenernte gestalten sich sehr schwierig. Jeder einigermaßen gute Tag wird genutzt, um mit der Ernte weiterzukommen“, sagt Jörn Ehlers, der Vorsitzende des Landvolk-Kreisverbandes Rotenburg-Verden.

Anders als beispielsweise bei Getreide benötigten Silomais und auch Zuckerrüben keine lange Trockenphase vor einer Ernte. Bei Kartoffeln sei allerdings eine trockene Einlagerung der Ware von Vorteil, um die Haltbarkeit zu gewährleisten, erklärt Ehlers. Bei allen derzeit zu erntenden Kulturen sei das größte Problem die Befahrbarkeit der Böden. Trotz immer besserer Technik, die auch die Böden vor Verdichtungen und Spuren schone, kämen die Landwirte derzeit auf vielen Flächen nicht voran. Ehlers: „Die Erntemaschinen bleiben im Schlamm stecken und müssen unter Umständen aufwendig geborgen werden.“

Die ersten Sturmschäden im Mais habe es bereits Mitte September gegeben. „Dabei sind auch bei uns im Landkreis einige Flächen umgeworfen worden. Glücklicherweise war zu diesem Zeitpunkt jedoch die Befahrbarkeit der Felder so, dass schnell die geschädigten Flächen geerntet werden konnten“, so der Kreislandvolk-Chef gegenüber der Rotenburger Kreiszeitung. Der Ernteaufwand und die Ernteverluste seien zwar etwas größer, der Schaden habe sich jedoch in Grenzen gehalten. „Welches Ausmaß die Schäden durch Xavier haben, kann ich noch nicht sagen. In meinem direkten Umfeld hält es sich in Grenzen, das kann aber in anderen Teilen unserer Region anders aussehen.  Hier dürfte dann auch sehr schwierig sein, wegen der geschilderten schlechten Befahrbarkeit eine kurzfristige Noternte durchzuführen.“

Optimaler Saatzeitpunkt bereits vorüber

Ehlers geht davon aus, dass die Landwirte etwa zwei bis drei Wochen hinter normalen Jahren zurückliegen. Bedacht werden müssten auch immer die Folgen dieser ungeplanten Verzögerung: „€žDie Lieferungen der Zuckerrüben sind sehr genau geplant, um die wenigen Fabriken optimal auszulasten. Wenn nicht geerntet oder abtransportiert werden kann, haben die Fabriken irgendwann Stillstand“, fasst Ehlers die Kette der Probleme zusammen. In der Regel sei nach Mais, Kartoffeln oder Zuckerrüben im Herbst noch wieder die Aussaat von Getreide geplant. „Auch hier lässt sich das Zeitfenster nicht unbegrenzt nach hinten verschieben. Der optimale Saatzeitpunkt für Wintergerste ist bereits vorüber. Die mit der Ernte entstandenen Verdichtungen und Fahrspuren werden die Entwicklung der Folgefrüchte negativ beeinflussen, befürchtet er. Ehlers: „Eventuell bleibt uns nur, auf Winterkulturen zu verzichten und Sommerfrüchte anzubauen.“

In einigen Bereichen ließe sich sicherlich etwas durch spezielle Technik retten. Einige Lohnunternehmen oder der Maschinenring seien in der Lage, Erntetechnik zu besorgen, die mit schwierigen Bodenbedingungen besser fertig werden. „Aber auch hier gibt es Grenzen, und diese Maschinen sind gut ausgebucht“, schildert Ehlers die Lage. Um aber die Schäden in Zahlen auszudrücken, sei es noch zu früh: „€žWir haben auf den Feldern, die geerntet werden konnten, bei Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben sehr hohe Erträge eingefahren und müssen nun auf besseres Erntewetter hoffen.“

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