Erlass des Landes hat keine verbindliche Wirkung für die regionale Raumplanung

Große Ziele für die Windkraft

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Windkraft soll weiter ausgebaut werden.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Niedersachsen will die Leistung der Windkraftanlagen im Land bis zum Jahr 2050 von derzeit etwa 8500 auf mindestens 50000 Megawatt steigern. Ein ehrgeiziges Ziel, das Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) am Montag vorgestellt hat. Für den Landkreis Rotenburg rechnet Hannover mit einem Windkraft-Potenzialgebiet von 2,53 Prozent der Kreisfläche – deutlich mehr, als im kürzlich vorgestellten Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms verankert ist.

„Die Zahlen kann man nicht miteinander vergleichen“, sagt Regionalplanerin Ulrike Jungemann von der Stabsstelle Kreisentwicklung. Die Zahlen des neuen Erlasses der Landesregierung seien auf einen viel weiteren Zeitraum bezogen, zudem nur rechnerische Größen. Die Planung des Landkreises sieht für die kommenden rund zehn Jahre 1,16 Prozent der Kreisfläche als Vorranggebiet Windenergienutzung vor, 2407 Hektar. Das wäre ungefähr eine Verdopplung gegenüber den eigenen Vorgaben von 2005. Doch allein die Größe der für Windkrafträder möglichen Fläche ist auch nach Ansicht des Landes nicht ausschlaggebend – denn ein Großteil des Energie-Anstiegs soll durch „Repowering“, also den Ersatz nicht mehr zeitgemäßer Anlagen durch effizientere Maschinen erzielt werden.

48 Potenzialflächen waren für das Regionale Raumordnungsprogramm zunächst berechnet worden, übrig blieben 18 Vorranggebiete, die nicht gegen Ausschlusskriterien wie Mindestabstände zu Wohnbebauung oder Naturschutzgebiete verstoßen. Diese hat der Landkreis deutlich schärfer formuliert als das Land: Die Mindestabstände zu Wohnbebauung lägen bei 1000 und nicht nur 400 Metern, Pufferzonen zum Beispiel zu Naturschutzgebieten seien berücksichtigt. Das liege im Ermessen der jeweils zuständigen Behörde, so Jungemann. Dass das Land diese Planung mit dem Erlass durchkreuze, sei nicht zu erwarten.

Und dennoch: „Wir müssen uns damit auseinandersetzen und Argumente liefern, warum wir anders ausweisen“, so die Regionalplanerin. Die Argumente scheinen im bisherigen Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms stichhaltig. Jungemann: „Es gibt bislang dagegen nicht viele Einwände.“

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