MEIN BUCH UND ICH Lars Grewe verbindet Zitate und Persönliches zu Lebensratgeber

Erkenntnisse vom Eichhörnchen

Er ist mehr der Duz-Typ, sagt Lars Grewe über sich selbst.
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Er ist mehr der Duz-Typ, sagt Lars Grewe über sich selbst.

Rotenburg – Wer das Buch von Lars Grewe im Buchhandel sucht, würde zwischen den Regalen herumirren: Zitatesammlung, Autobiografie, Coaching-Handbuch? „Am ehesten noch Lebensberatung“, meint der Rotenburger zu seinem Werk „Eichhörnchen zweifeln nicht“.

Dass er mal ein Buch schreiben würde, wusste der studierte Betriebswirt schon im Alter von 18 – dass es nicht weniger als eine Anleitung zum Glücklichsein werden würde, sollte sich jedoch erst viel später herauskristallisierten. Die 207 Seiten starke, reich mit Fotos seines Lieblingsortes Sylt bebilderte Erstlingswerk ist eine Mischung aus Lebensweisheiten, Gedankenanstößen, Anekdoten aus seinem Arbeitsalltag als Consultant und Trainer.

Ausgangspunkt war seine Sammlung von Zitaten – die faszinieren den Rotenburger schon seit Ende des Studiums: „Sie sagen oft mehr aus als ein ganzes Buch oder stundenlanges Gespräch.“ Seine Idee: Sie so zu strukturieren, dass sie thematisch geordnet Antworten auf die großen Fragen des Lebens geben und letztlich zu einem glücklicheren Leben führen. Ja, ein wenig größenwahnsinnig sei das schon, meint der Visionär, und schmunzelt: „Das hat mir schon vor vielen Jahren mein Chef bescheinigt: ‚Der Grewe ist wahnsinnig, aber man muss mit.‘“

Die in 17 Kapitel über Eigenliebe, Gelassenheit oder Authentizität gegliederten Zitate verbindet er mit eigenen Erkenntnissen, vielen Beispielen aus seinem Alltag als Trainer und Mitbegr��nder einer Consulting-Agentur, die Garnierung: seine Sylt-Fotos, wo das Werk entstand. Vier Mal nahm er sich je zehn Tage lang eine Auszeit vom Agenturalltag, „mehr war nicht drin“. Nach vier Jahren war das Manuskript 2014 fertig.

Doch nicht nur anderen will der zweifache Vater damit helfen, das Leben zu verstehen und „ein paar Fehler im Leben zu vermeiden“ – das Schreiben war wohl auch ein Stück eigener Sinnsuche und Bewältigung. Es entstand in einer Lebenskrise; auch davon schreibt Grewe sehr offen. Der Tod des Vaters, das Scheitern der Ehe – die Zeit nur mit sich selbst, zurückgeworfen auf die eigenen Gedanken, die Momente der Selbstbeobachtung, sie gehören retrospektiv „zu den schönsten Momenten in meinem Leben“. Diese Momente zu etwas Bleibendem zu machen, seine Erkenntnisse für die Nachwelt festzuhalten – auch dafür stehen die gut 200 Seiten mit dem Eichhörchen-Cover im Sylt-Shape. Wenn er es zur Hand nimmt, erinnert er sich noch sehr gut an die Fahrt über den Hindenburg-Damm, im CD-Slot George Michael, die „süße Melancholie, die später beim Blick vom Schreibtisch aus dem Fenster über den Ellenbogen dem Gefühl der Befreiung wich“.

Herausgekommen aus den Auszeiten der Selbstfindung ist nicht nur „Eine Liebeserklärung an den Ellenbogen und an das Leben“, wie ihm sein erster Lektor Gerd Hachmöller (inzwischen selbst auf der Spiegel-Bestsellerliste) bescheinigte, sondern ein kluger Ratgeber mit lesenswerten Betrachtungen zu den großen Themen. Dabei ist es gerade der „autobiografische Kitt“, wie Grewe seine eingeflossenen persönlichen Einsichten nennt, die die Zitatsammlung vom 08/15-Lebensratgeber abheben und zu einem lesenswerten Gesamtwerk machen: Der Einfallsreichtum bei Bewerbungen seiner Schützlinge, die Nähkästchenplaudereien aus dem Traineralltag, aber auch Einblicke in dunklere Momente der Vita, die Trennung oder den Tod eines Freundes – halt das pralle Leben, unverstellt und schonungslos persönlich.

Über mögliche Resonanz auf seine große Offenheit hat sich der Mitfünfziger vor der Veröffentlichung im Eigenverlag keinen Moment lang Gedanken gemacht: „Ich bin einer, der die verbale Nähe sucht, ein Duz-Typ“. Kritik hat er dafür noch nicht erlebt, sagt er.

Das Attribut Weltverbesserer hört der Rotenburger nicht so gern, „das klingt so nach Besserwisser“. Visionär schon lieber – schließlich will er mit seinem Buch, aber auch mit seinem beruflichen Lebenswerk, einer App, die junge Menschen auf einen guten beruflichen Weg bringen soll, Menschen helfen. Und er ist überzeugt: „Wenn jemand alle 17 Tipps des Buches, von ‚Mache einen Plan‘ bis zu ‚Suche deine Traumaufgabe‘ befolgt, wird er ein glücklicheres Leben führen!“ Und er wäre nicht Trainer, wenn er – neben viel Rhetorik – dieses Ziel vom Leser nicht einfordern würde: Damit etwas hängen bleibt („Das Gegenteil habe ich schon in zu vielen Seminaren ohne nachhaltigen Nutzen erlebt“), endet jedes Kapitel mit einem Fragebogen, fast einer Lernzielkontrolle.

Lob und die positive Resonanz, die er bei Lesereisen erfuhr, erfreuen den Motorradfan – wichtiger jedoch ist es ihm, mit seinen Themen gehört zu werden. Das Versprechen der Mutter gegenüber, ein Buch zu schreiben, hat er eingehalten – die damals vom jugendlichen Ego prognostizierte Einladung zur Talkshow „Drei nach Neun“ noch nicht

Ob es irgendwann ein zweites Grewe-Werk geben könnte? Darauf gibt es ein verschmitztes Grinsen des großen Jungen: Das sei schon seit langem in seinem Kopf: „Genaugenommen ist es ein Drehbuch über einen Plan, wie sich die Welt ein Stück besser machen lässt“. Ganz ohne erhobenen Zeigefinger und Besserwisserei – und ohne Zweifeln, ganz wie die Eichhörnchen.  hey

Info

Bestellt werden kann das Buch im Internet oder per E-Mail an info@up-consulting.de oder telefonisch unter 04261/819450.

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