Erdölsuche: Zulassung für seismische Erkundungen / PRD braucht noch Betretungsgenehmigungen

Landesbergamt gibt grünes Licht

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Symbolbild

Rotenburg - Von Guido Menker. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat einen Sonderbetriebsplan der „PRD Energy“ für eine 3D-seismische Messung zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen (Erdöl und Erdgas) zugelassen. Damit darf das Unternehmen seismische Untersuchungen in dem 90 Quadratkilometer großen Gebiet im Erlaubnisfeld Sittensen durchführen. Das hat das LBEG gestern mitgeteilt.

Die kanadische Explorations- und Produktionsgesellschaft „PRD Energy“ will sich im Landkreis auf die Suche nach Erdöl machen. Zurzeit geht es für sie darum, Betretungsgenehmigungen zu erhalten, um die seismische Untersuchung des Feldes vornehmen zu können. Das Gebiet befindet sich zwischen Klein Meckelsen, Sittensen, Helvesiek, Elsdorf und Heeslingen. Von der jetzt vorliegenden Genehmigung verspricht sich das Unternehmen einen Schub, nachdem mehrere Umweltverbände im Landkreis dazu aufgerufen hatten, die Genehmigungen nicht zu erteilen.

„Diese Aufrufe haben es uns nicht leicht gemacht“, sagte der PRD-Geophysiker Wigbert Freund gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Stimmungslage habe sich verändert, die Menschen warteten mit ihrer Entscheidung vermehrt ab. PRD-Sprecherin Gabriele Junker: „Sie warten vor allem auf die Genehmigung, die wir jetzt erhalten haben.“ Mit dieser Zulassung habe „PRD Energy“ den Auftrag, in diesem Gebiet nach Erdöl zu suchen, erklärte Freund. Er betonte noch einmal, dass man niemanden hinsichtlich einer Betretungsgenehmigung unter Druck gesetzt habe. Es gehe um rund 1200 Genehmigungen für mehr als 6000 Grundstücke, so Freund. Wie viele davon inzwischen vorliegen, wollten er und Junker nicht sagen.

Seit mehreren Wochen seien vier Mitarbeiter einer beauftragten Firma unterwegs, um die Grundstückseigentümer zu informieren und sie nach der Erlaubnis zu fragen. Für Januar war der Start der seismischen Untersuchungen vorgesehen. „Ein ambitioniertes Ziel“, wie Freund zugibt. Unterschätzt habe PRD die Zurückhaltung der Bevölkerung. Sie sei politisch und auch von den Verbänden stark beeinflusst worden. Überschätzt habe man die Gesprächsbereitschaft der Verbände. Freund: „Das ist extrem bedauerlich.“

Die Frage, wie viele Genehmigungen für eine fundierte Messung reichen, wollte Freund noch nicht beantworten: „Wir befinden uns mitten im Prozess. Das kann man nicht mit einer Wahrscheinlichkeitsrechnung befassen.“

Bei der 3D-seismischen Messung werden mit Vibrations-Fahrzeugen oder durch Zünden kleiner Sprengladungen in Bohrlöchern Schallwellen erzeugt. Diese durchdringen das Erdinnere und werden an den Grenzen unterschiedlicher Gesteinsschichten reflektiert. An der Erdoberfläche zeichnen dann Geophone die Laufzeiten der Wellen in Abhängigkeit zur Tiefe der Gesteinsgrenzen auf. Damit verschaffen sich die Geowissenschaftler ein dreidimensionales Abbild des Untergrundes bis in eine Tiefe von mehreren tausend Metern. Sie wissen dann, wo sich Erdöllagerstätten befinden und wie groß in etwa deren Potenzial ist.

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