IGS und BBS kooperieren bei der Berufsberatung

Entscheidungshilfe für Schüler

Christian Albu (l.) und Dustin Wikner feilen an ihren Pizzaschneidern, die sie in der Metalltechnik selber machen. Foto: faw

Rotenburg – Eine Zukunft als Maurer, Tischler oder Friseur? Für junge Menschen ist die Auswahl eines Berufs ein wichtiges Thema, das sie die Schulzeit hindurch begleitet. An der Integrierten Gesamtschule (IGS) Rotenburg beginnen die Lehrkräfte frühzeitig damit, ihren Schülern eine Orientierungshilfe zu geben. Die Jahrgangsstufe Acht ist in dieser Woche an den Berufsbildenden Schulen (BBS) Rotenburg zu Gast und darf dort in den Werkstatträumen ausprobieren, ob das, was über den jeweiligen Beruf in den BBS gelehrt wird, etwas für sie ist. Der Fokus liegt bewusst auf der Praxis, erklärt Katharina Engelhardt. Die stellvertretende Schulleiterin der BBS hat das Kooperationsprojekt mit der IGS mitorganisiert und betreut. So finden sich viele technische Berufe in der Liste, von Holz und Bau bis hin zu Metall. Aber auch Hauswirtschaft sowie Körperpflege, was dem Friseurberuf entspricht, sind dabei.

131 Schüler sind dabei und lernen und testen vier Stunden am Tag Neues. Aufgeteilt in zehn Gruppen, bekommen sie einen Einblick in vier verschiedene Berufsfelder. Dabei, sagt Lehrerin Nele Austein-Brand, durften sich alle Schüler einen Beruf aussuchen, den sie interessant finden. Die anderen drei sollen dann nach Möglichkeit Bereiche sein, die die Schüler von sich aus eher nicht gewählt hätten. So fänden sich durchaus einige Mädchen im Werkstattraum für Metalltechnik wieder, und Jungs schnuppern in die Körperpflege rein.

Vier Berufsfelder sind noch nicht sehr viel, aber, das versprechen sich die IGS-Lehrkräfte von der Woche, es ist eine Möglichkeit, um eine erste Orientierung zu bieten. „In der Jahrgangsstufe Neun steht dann das Praktikum an“, gibt IGS-Schulleiter Sven Thiemer einen Ausblick auf die weitere Berufsberatung. So kommt es, dass die vergleichsweise jungen Achtklässler schon mit der Berufsberatung starten. Auch wenn es für die BBS-Lehrkräfte noch mal eine andere Herausforderung sei, lohne es sich. Denn die Praxistage dienten durchaus als Entscheidungshilfe für das Praktikum im darauffolgenden Jahr

Berufsberatung ist an den weiterführenden Schulen Pflicht – nur die jeweilige Ausgestaltung variiere. An der IGS starten die Schüler mit eben jenen Praxistagen. Ein Jahr später folgen das Praktikum und ein Projekt. Das kann, erklärt Thiemer, sozial sein oder eben berufsorientierend. Mindestens 52 Stunden müssen die Schüler nachgewiesen dafür leisten. Das könne am Stück sein, etwa in den Ferien, oder über das Schuljahr verteilt.

Die Kooperation mit der BBS ist für die IGS in gewisser Weise ein „alter Hut“, meint Thiemer. Denn wirklich neu ist es nicht. Früher schon sind die Schüler der Realschule und der Theodor-Heuss-Schule für eine Woche an die BBS gekommen. „Wir haben eine positive Rückmeldung von den Schülern, aber auch von Eltern bekommen“, erzählt Austein-Brand. Deshalb hätten sich die Lehrkräfte dazu entschlossen, diesen Teil der Berufsberatung auch an der IGS fortzuführen.

Für die BBS gehört die Berufsberatung zum normalen Geschäft – auch für andere Schüler. „Wir kooperieren mit mehreren Oberschulen“, so Engelhardt. Dass die Praxistage in dieser Woche stattfinden, liege daran, dass derzeit viele eigene Klassen im Praktikum sind. „Sonst könnten wir es nicht leisten“, meint die stellvertretende Schulleiterin.

Die Kooperation hinsichtlich der Berufsberatung funktioniert, und das nicht erst seit Bestehen der IGS. Anders hingegen sieht es bei der Ausgestaltung einer möglichen IGS-Oberstufe aus. Hierzu befinden sich beide Schulen sowie das Ratsgymnasium noch in Gesprächen mit dem Rathaus, erklärt Thiemer. Die politische Entscheidung, die bereits einmal verschoben wurde, soll Ende November im Rat gefällt werden.

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