Landkreis drohen Schulschließungen und Ausgangssperre

Wieder unter 100

Frau mit Teststäbchen
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Mehr Coronatests gehören zum Konzept der „Bundes-Notbremse“.

Folgt der dritte Tag über einer Inzidenz von 100? Dann sind die Schulen im Landkreis dicht.

Landkreis bestätigt niedrigere Inzidenz

Was am Samstagmorgen noch sehr überraschend klang, hat die Kreisverwaltung nun bestätigt: Die Inzidenzzahl sinkt leicht – der Landkreis wird anders als zum Beispiel das benachbarte Verden (noch) keine Hochinzidenzkommune. Der Landkreis liegt mit dem Wert von 88 am Samstag nicht drei Tage hintereinander über dem Wert von 100, die Bundes-Notbremse greift nicht und der Landkreis muss vorerst keine Allgemeinverfügung herausgeben und sich zur Hochinzidenzkommune erklären. Der Landkreis hatte am Donnerstag und Freitag den Wert von 100 überschritten. Landrat Hermann Luttmann (CDU zeigt sich in einer ersten Reaktion erleichtert über die neuen Zahlen. „Gottseidank ist es uns erspart geblieben, zum Montag die Corona-Notbremse des Bundes zu ziehen. Ich hoffe, dass die Zahlen sich bei uns jetzt wieder weiter nach unten bewegen.“

Update am Samstagmorgen:

87,9 - das ist die Zahl, die man am Samstagmorgen leicht verwundert zur Kenntnis nimmt, schaut man sich die aktuellen Daten zur Coronalage beim maßgeblichen Robert-Koch-Institut und auf der Seite des Landes Niedersachsen an. Offenbar ist die Sieben-Tage-Inzidenz für das Kreisgebiet in Bezug auf 100 000 Einwohner nach zwei Tagen wieder unter 100 gefallen. Damit dürften die Bundes-Notbremse und der harte Shutdown ab Montag vom Tisch sein. Allerdings will sich der Landkreis erst im Laufe des Tages melden und genauere Angaben zu den derzeitigen Fallzahlen machen. Dann dürfte auch klar sein, ob alle neuen Meldungen bereits in die Statistik eingearbeitet sind.

Unser Artikel vom Freitag:

Rotenburg – Im Landkreis Rotenburg könnten ab Montag noch deutlich strengere Corona-Regeln gelten und die neue bundesweite Notbremse greifen. Am Donnerstag und Freitag lag die Sieben-Tage-Inzidenz für das Kreisgebiet über 100 Neuinfektionen in Bezug auf 100 000 Einwohner. Ist das auch am dritten Tag, also am Samstag, so, muss der Landkreis sich zur Hochinzidenzkommune erklären.

„Sollte der Sieben-Tage Inzidenzwert des Robert-Koch-Instituts für den Landkreis Rotenburg auch am Samstag wieder über 100 liegen, werden wir dies sofort per Allgemeinverfügung bekannt machen müssen. Dann gilt ab Montag in unserem Landkreis die gerade beschlossene Bundesregelung für den harten Shutdown. Bis auf die Grundschulen werden dann auch Schulen und Kindergärten weitgehend geschlossen“, heißt es von Landrat Hermann Luttmann (CDU). Die bundeseinheitliche Notbremse greift ab einer stabilen Inzidenz von 100. Bei Inzidenzen unter 100 entscheiden weiterhin die Länder über Maßnahmen. Außerdem können die Länder bei Inzidenzen über 100 ergänzende Schutzmaßnahmen vorsehen. Der Landkreis würde, falls der Inzidenzwert wieder über 100 liegt, eine entsprechende Allgemeinverfügung veröffentlichen. Die neuen Regelungen gelten ab dem übernächsten Tag der Verkündung, also ab Montag.

Die hohen Fallzahlen im Landkreis resultieren laut Gesundheitsamt aus der hohen Ansteckung durch die britische Corona-Mutation B 1.1.7, die mittlerweile vorrangig verbreitet ist. Es gebe eine Vielzahl von Infektionsketten, keine auffälligen Cluster in einzelnen Regionen. Auch immer mehr Schulen und Kitas seien betroffen, sodass das Virus in die Familien und Betriebe getragen werde.

30 neue Coronafälle seit Donnerstag

Bei 30 neu gemeldeten Coronafällen seit Donnerstag lag die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreisgebiet am Freitag bei 109 Neuinfektionen in Bezug auf 100 000 Einwohner. Diese Zahl, basierend auf Daten des Robert-Koch-Instituts, sei maßgeblich für die einheitlichen Maßnahmen der „Bundes-Notbremse“. Sie greift am übernächsten Tag, wenn an drei Tagen infolge die Zahl über 100 liegt. Sie gilt so lange, bis die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Tagen die Schwelle von 100 unterschreitet – dann treten die Extra-Auflagen am übernächsten Tag wieder außer Kraft. Im Landkreis Rotenburg lag der Wert am Donnerstag und Freitag über 100. Aktuell gelten zudem 298 Menschen als infiziert, von denen 15 im Krankenhaus behandelt werden. 80 Todesfälle gab es im Zusammenhang mit Covid-19 bislang. Für 644 Kontaktpersonen galt am Freitag die häusliche Quarantäne. Die Stadt Rotenburg ist momentan mit 104 die mit Abstand am stärksten betroffene Kommune. In Sottrum sind es 23 Fälle, in Scheeßel 21, in Visselhövede 17, in Bothel 9 und in Fintel 7.

Über die bundesweiten Regelungen der am Donnerstag beschlossenen Notbremse hinaus hält Niedersachsen weiter an strengeren Kriterien für Schulschließungen fest. Regierungssprecherin Anke Pörksen erklärte am Freitag, dass Niedersachsen vorerst weiter ab einer Sieben-Tages-Inzidenz von 100 in den Distanzunterricht wechselt. „Das wird auf absehbare Zeit so bleiben, konkret ist da keine Änderung absehbar.“ Nach der Notbremse droht aber Montag dann auch kreisweit eine Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr. Bewegung an frischer Luft ist bis Mitternacht erlaubt, allerdings nur alleine und nicht in Sportanlagen. Ausnahmen sind etwa gesundheitliche Notfälle bei Mensch und Tier oder dringende medizinische Behandlungen sowie die Ausübung eines Berufs oder Mandats, Sorge- oder Umgangsrecht, die unaufschiebbare Betreuung Unterstützungsbedürftiger oder Minderjähriger oder die Begleitung Sterbender. Läden außerhalb des „täglichen Bedarfs“ wie Supermärkte, Drogerien, Getränkemärkte oder Apotheken dürfen Kunden nur noch empfangen, wenn diese einen negativen Corona-Test vorlegen und einen Termin gebucht haben. Wer zum Friseur oder der Fußpflege will, muss ein höchstens 24 Stunden altes negatives Corona-Testergebnis vorweisen. Privat darf sich höchstens ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen. Kinder bis 14 Jahre zählen nicht mit. Gastronomie und Kultur sowie Freizeiteinrichtungen bleiben wie bislang sowieso geschlossen.

Aktuelle Zahln und Bestimmungen aktualisiert der Landkreis auf seiner Internetseite.

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