Grünschnitt nur noch in haushaltsüblichen Mengen

Engpass an den Sammelstellen

Die Grünabfallsammelstellen nehmen nur noch haushaltsübliche Mengen entgegen. - Foto: Goldstein

Rotenburg - Von Stephan Oertel. Wer mit größeren Mengen Grünschnitt an einem der Sammelplätze aufschlägt, wird seit einiger Zeit abgewiesen. Es werden nur noch haushaltsübliche Mengen angenommen. Das sorgt für Unmut. Aber: Die Kapazitäten sind begrenzt, so die Erklärung.

Lange war es durchaus üblich, dass jemand problemlos auch für seine Nachbarn den Grünabfall zu einer der Sammelstellen fuhr. Und selbst manch ein Gartenbetrieb ließ schon Mal Abfälle dort abliefern. Die Satzung gab das eigentlich nicht her, man drückte aber ein Auge zu. Inzwischen sind die Mitarbeiter jedoch angehalten, genauer hinzusehen. Die Kapazitätsgrenze ist erreicht, teilt Hans-Wilhelm Schröder, Leiter des kreiseigenen Abfallwirtschaftsbetriebs auf Anfrage mit.

Das System, wonach Bürger ihren Grünschnitt zu einer der Sammelstellen in den Gemeinden bringen, von wo aus dieser zur Kompostierungsanlage nach Karlshöfen transportiert wird, funktioniert nicht mehr, seit ein Gericht die Verwertungsmenge für Karlshöfen auf 6.500 Tonnen pro Jahr begrenzt hat. Seither wird ein Großteil nach Mecklenburg-Vorpommern gebracht. Denn tatsächlich fallen jedes Jahr mehr als 30.000 Tonnen an – Tendenz steigend. Pläne, einen erheblichen Teil davon in Helvesiek zu kompostieren, liegen auf Eis, nachdem ein Falkenzüchter dagegen geklagt hatte. Dieses Verfahren läuft noch.

Den Grünschnitt auf den Sammelstellen zu lagern, ist laut Schröder nicht möglich. Flüssigkeiten würden versickern. Dort können sie nur in Containern bleiben, die regelmäßig abgeholt werden. Ein solcher Behälter aber ist schnell voll, wenn jemand etwa mit einem Treckeranhänger vorfährt, erläutert der Betriebsleiter. Wer danach zur Sammelstelle kommt, müsste umkehren.

Vor diesem Hintergrund werde jetzt darauf geachtet, dass größere Mengen etwa von Gewerbebetrieben nicht mehr angenommen werden. Dass dies auch Personen betrifft, die für ganze Nachbarschaften Strauch- und Rasenschnitt gesammelt haben, ist Schröder bewusst. Aber zum einen würden manche dafür auch Geld nehmen, zum anderen bleibe ihnen die Möglichkeit, größere Mengen zum Beispiel zur Abfalldeponie in Helvesiek-Rehr zu bringen, wo bessere Lagermöglichkeiten bestehen.

Die Sammelstellen sind für die Bürger gedacht, betont Schröder. Der Landkreis habe eine großzügige bürgerfreundliche Regelung. Und dabei solle es auch bleiben. In diesem Sinne werde an einem Konzept gearbeitet. Und zwar ohne Gebühren. Die hatte der Kreistag abgelehnt. Nachgedacht wird aber unter anderem darüber, wie mit Anlieferungen aus Nachbarkreisen umgegangen wird. Auch eine Kompostierung im Landkreis ist weiter Thema, wobei ein Standort schwer zu finden sei, wie die Gerichtsurteile zeigten. In jedem Fall aber werde die Entsorgung weiterhin sichergestellt, versichert Schröder. Auch wenn die Menge weiter steige, weil immer weniger im eigenen Garten kompostieren, wie er bedauert. 

zz

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