Gäste gratulieren der ältesten Rotenburgerin

Elly Schneider feiert ihren 103. Geburtstag

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Elly Schneider mit ihrem Sohn Harry (v.l.), Ilse Behnemann, Pastorin Heike Gleede, Ortsbürgermeisterin Mattina Berg und Elisabeth Detjen vom DRK Mulmshorn während der Feier.

Mulmshorn - Von Heinz Goldstein. Elly Schneider (geborene Hartmann) hat am Sonntag ihren 103. Geburtstag gefeiert. Viele Gäste haben der ältesten Rotenburgerin persönlich gratuliert und selbst Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat ein Glückwunschschreiben aus Hannover geschickt. Ortsbürgermeisterin Mattina Berg (SPD) überbrachte die Grüße des Landkreises, der Stadt Rotenburg sowie der Gemeinde und überreichte einen Präsentkorb. Pastorin Heike Gleede aus Horstedt und Elisabeth Detjen von DRK-Ortsverein Mulmshorn gehörten ebenso zu den Gratulanten wie einige Nachbarn.

Seit mehreren Jahren wohnt die 103-Jährige im Haus ihres Sohnes Harry in Mulmshorn. Sie hat drei Enkel und vier Urenkel. „Leider ist meine Mutter erblindet und auch der Kopf will nicht mehr ganz so mitmachen, wie sie es sich wünscht“, erzählt Harry im Gespräch mit der Rotenburger Kreiszeitung.

Elly Schneider wurde am 28. Januar 1915 in Bukowine (Buchenhain/Schlesien) geboren und ist dort auch zur Schule gegangen. Ihr Vater Paul arbeitete als Straßenwärter und Mutter Anna kümmerte sich um den Haushalt. „Ich musste damals die zwei Kilometer vom Elternhaus zur Schule zu Fuß gehen“, hat sie ihrem Sohn erzählt. Bereits zur Schulzeit habe sie die Liebe zur Gartenarbeit entdeckt und die hat sie über die vielen Jahre begleitet. Deshalb sei es auch keine Überraschung gewesen, dass sie nach der Schule in einer Gärtnerei gearbeitet hat.

Sohn im Berliner Luftschutzbunker geboren

1940 hat es Elly Schneider nach Osterode im Harz gezogen. „Dort hat sie eine Stelle beim Staatsforst angenommen und lernte meinen Vater Gerhard Schneider kennen und lieben. Er war als Soldat in der nahen Kaserne stationiert. Bereits 1941 haben die beiden beschlossen, zu heiraten“, sagt Harry Schneider. „Als mein Vater nach Berlin versetzt wurde, folgte meine Mutter ihn in die Metropole. Sie lebten in der Wohnung der Schwiegereltern, die einen landwirtschaftlichen Betrieb hatten. „Da war sie genau in ihrem Element und half gerne bei der Arbeit. In der Zeit wurde sie mit mir schwanger und während eines Luftangriffs wurde ich 1943 in einem Luftschutzbunker geboren“, so ihr Sohn weiter. 

Kurze Zeit später sei die Kommandierung ihres geliebten Gerhard nach Afrika gekommen. Von diesem Einsatz kehrte der damals 26-jährige Soldat Gerhard Schneider nicht mehr zurück. „Wo und wann er gestorben ist, haben wir nie herausbekommen, obwohl wir alle Hebel in Bewegung gesetzt haben, um etwas von seinem Schicksal zu erfahren“, erklärt der Sohn.

2006 nach Mulmshorn gezogen

Mit der Teilevakuierung Berlins im Jahre 1944 ist die junge Mutter nach Süderwalsede gekommen. Die Kriegswitwe lernte den ehemaligen polnischen Kriegsgefangenen Stanislaus Nikoleiczack kennen. Mit ihm baute sie 1962 ein Haus in Kirchwalsede. Dort betrieben sie eine kleine Landwirtschaft. Als ihr Lebensgefährte im Jahr 2000 starb, blieb sie allein dort wohnen und zog 2006 zu ihrem Sohn nach Mulmshorn. Dort kümmerte sie sich einige Jahre um die Gestaltung des Gartens.

Heute ist die 103-Jährige nur noch zum Schnappen frischer Luft draußen, denn sie ist an den Rollstuhl gebunden und wird von Sohn Harry und dessen Lebensgefährtin Ilse Behnemann liebevoll gepflegt.

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