Elke Oppermann und Eli Lohof knüpfen im ausverkauften Haake Meyer an alte Erfolge an

Sehnsucht, Schmalz und Stimmung

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Gut aufgelegt: Elke Oppermann (l.) und Eli Lohof witzeln über Schuhe, Kerle und das Leben.

Rotenburg - Von Ulla Heyne. Sehnsucht, immer wieder Sehnsucht: Nach dem „Richtigen“, nach der Jugend und nach den gemeinsamen Liedern. Zumindest im letzten Punkt kamen Eli Lohof und Elke Oppermann am Freitagabend bei ihrem Konzert im Rotenburger Haake Meyer nach zweijähriger Abstinenz voll auf ihre Kosten. Und mit ihnen die Zuschauer – denn die hatten das hinreißende Duo zwischen Schmalz und Stimmung seit ihrem gemeinsamen Bühnenabschied vor zwei Jahren schmerzlich vermisst.

Dafür sprach nicht nur die Tatsache, dass in dem Kulturcafé kein einziger Stuhl mehr aufzutreiben war, sondern auch die Publikumsreaktionen: „Wie schön, dass Ihr wieder zusammen seid“, so eine Zuschauerin nach der gut zweieinhalbstündigen Ausflug in die Welt von Schlager und mehr. Und die war, ganz wie früher, gespickt mit „Klassikern“ wie Udo Jürgens oder Peter Maffay, aber auch einem Schwenk in die 50er mit Erinnerungen an Johnny Cash, Trude Herr oder Conny Froboess.

Viel wichtiger aber als der „Griechische Wein“, der zu andächtigen Gesichtern fließt oder die Tränen, die kollektiv geschmettert nicht lügen, sind die Frotzeleien der beiden Rampensäue. „Bei mir biste scheen“ wird unterbrochen von Oppermanns Petersilie zwischen Zähnen und Zeilen, „Ein Schiff wird kommen“ läuft erst im zweiten Anlauf vom Stapel. Zunächst weigert sich Lohof, das Lied zu singen – laut offizieller Version ist das Kreuzfahrtschiff, für das sie die Zusammenarbeit mit Oppermann vor zwei Jahren beendet hatte, gesunken; dann brauchen die Rotenburger Nachhilfe beim Refrain. „Nur zwei Jahre weg, und Ihr habt den Text vergessen!“, ruft die ehemalige Scheeßeler Schulleiterin gespielt entsetzt, und das Publikum liebt sie dafür.

Zugegeben: „Stand by your Man“ als Hymne der Frauenbewegung – grenzwertig. Genau wie Lohofs „Atemlos“-Cover, bei dem Oppermann süffisant „gewisse Vorbehalte im Publikum“ gespürt haben will. Egal, der gemeinsame Nenner ist groß genug – nicht nur bei „Running Gags“ wie dem Kurschatten aus Bad Segeberg, sondern auch musikalisch: Beim alternierend angestimmten „Über sieben Brücken“ ebenso wie dem „Jungen mit dem Tüdelband“ oder dem obligatorischen Rausschmeißer „Gute Nacht, Freunde.“ Für diese musikalische Achterbahnfahrt braucht es zwei gestandene Entertainerinnen – und die sind Oppermann und Lohof, nicht erst seit Kreuzfahrtschiff-Erfahrungen. Gut, dass sie wieder da sind.

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