„Elbtonal Percussion“ spielen in der Rotenburger Realschule

Ein schlagkräftiger Auftakt für die neue Konzertsaison

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Laut, leise, atmosphärisch, drückend – in der Gesamtheit atemberaubend: „Elbtonal Percussion“ in der Realschule.

Rotenburg - Von Bettina Diercks. Bereits im Foyer war zu merken: Heute ist irgendetwas anders. „Das ist wie in einem Bienenschwarm. Das habe ich lange nicht mehr erlebt“, sagte einer der Konzertabonnenten am Donnerstagabend in der Rotenburger Realschule. Unter den Besuchern waren auch einige Kinder auszumachen. Musikbegeisterter Nachwuchs, der sich für „Schlagwerk“ interessiert.

Den schlagkräftigsten Auftakt der Saison der Rotenburger Konzerte lieferte das Quartett „Elbtonal Percussion“, das vor einigen Jahren schon einmal auf Einladung des Konzertvereins in der Wümmestadt gastierte.

Wer fürchtete, zu Beginn spektakulär laut überfrachtet zu werden, wurde eines besseren belehrt. Mit einem Stück des deutsch-serbischen Perkussionisten und Komponisten Nebojsa J. Zivkovic machten die vier Hamburger Schlagzeuger Andrej Kauffmann, Jan-Frederick Behrend, Stephan Krause und Wolfgang Rummel deutlich, wie warmtönend und schmeichelnd ihre Percussion-Musik sein kann. Noch eindrucksvoller vermittelten die vier Musiker es bei „Song for Lea“, einer zarten Jazzballade mit leisen Tönen. Vermutlich geht das nur mit einem Gleichklang der vier Musiker auf körperlicher und geistiger Ebene.

Vielleicht ist das auch gar nicht so weit gefehlt. Immerhin absolvierten die vier Perkussionisten ein Praktikum auf der Insel Sados, auf der die dort lebenden Mönche nichts anderes machen als Joggen, Trommeln und Beten. „Das hat uns dermaßen fasziniert, dass es Menschen gibt, die den gleichen Lebenswandel wie wir führen, dass wir uns für eine Reise dorthin entschieden haben“, sagte Andrej Kaufmann.

Nach einem ruhigen Anfang bewiesen die Schlagzeuger gleich das Gegenteil im Stück „Trio per uno“ (Zivkovic), gespielt an einer großen Trommel, in einem teils atemberaubenden Tempo. Wie nur schaffen es drei Schlagzeuger, von denen jeder eine individuelle Spielweise hat, bei so einem schnell gespielten Stück zu so einem perfekten Miteinander zu verschmelzen, den Rhythmus beizubehalten und eine einheitliche Performance hinzubekommen? Faszination und technische Perfektion pur. Und die hielten die Meister ihres Fachs bis zum Ende durch. Ein fesselndes Erlebnis.

Zumal die Hamburger Jungs alles boten: Von nahezu ohrenbetäubend bis hin zu ganz leise, wundervoll arrangiert und dargeboten mit der Eigenkompostion Behrends „Don‘t let the bed bugs bite“, wo leise tönend Kalimbas und Handpan die beißende Bettwanze darstellten. Mal trommeln sie mehr, die vier, mal kombinieren sie verschiedenste Percussion-Instrumente wie Gong, Regenstab und sogar Bogenstrich an den Metallplatten des Vibraphons, was schon sphärischen Charakter hat. Alles sehr humorvoll und mit viel Charme von Behrend und Kauffmann moderiert.

Den absoluten Hit landen die vier Experten allerdings, als sie vor der Pause Plastikregentonnen auf die Bühne schleppen und ein Feuerwerk an Trommelkunst und Performance liefern. Niemals verlieren sie den Faden. Selbst, als sie noch Plastikeimer dazunehmen und damit, parallel zum Schlagwerk, anfangen zu jonglieren.

Das nächste Konzert der Reihe spielt Joseph Joachim am 15. Oktober in der Realschule: „Violine und Klavier. Ein Traum – Klang von allen Saiten“.

www.rotenburger-konzerte.de

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