Dritter Anstrich für das Kunstwerk an der Mühlenstraße

El-La bekommt neues Kleid

Ines Thode-Sonntag und Wolfgang Hannen bei der Arbeit. El-La bekommt einen neuen Anstrich.
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Ines Thode-Sonntag und Wolfgang Hannen bei der Arbeit. El-La bekommt einen neuen Anstrich.

Rotenburg – Zwei Wochen plant Ines Thode-Sonntag ein. So lange nimmt sie sich Zeit für das zweiteilige Kunstwerk El-La vor dem Haus der Firma PDS an der Mühlenstraße in Rotenburg. „Es ist das dritte Mal, dass ich diesen beiden Figuren ein neues Kleid verpasse“, sagt die 66-Jährige. Für diese Aktion ist sie aus Südfrankreich angereist, wo sie heute lebt. Früher war sie in Stapel zuhause.

Zusammen mit ihrem Künstler-Freund Wolfgang Hannen aus Schafwinkel nutzt sie das herrliche Wetter – ganz so, als habe sie es auf ihrer Reise im Gepäck gehabt. Zuvor waren die beiden Figuren mit weißer Farbe grundiert worden. „Es war einfach an der Zeit, den Anstrich zu erneuern“, findet Ines Thode-Sonntag, deren Mann 2005 die beiden Figuren geschaffen hatte und nur wenige Monate später starb. „Ich habe also eine sehr enge, private Beziehung zu diesem Werk“, erklärt die Künstlerin, die den gesamten Entstehungsprozess miterlebt hat und nun zum wiederholten Male den Pinsel ansetzt.

„Auch diesmal gibt es ein Motto“, sagt sie während einer kurzen Pause. Sie sehe in den Figuren Botschafter für eine friedliche Welt. Entsprechend soll auch die Gestaltung ausfallen, zu der es unter anderem gehört, dass Ines Thode-Sonntag auf ihnen Botschaften passend zum Motto in unterschiedlichen Sprachen hinterlässt.

Eine grobe Skizze hat sie im Vorfeld angefertigt, um eine Art Fahrplan für die neue Gestaltung zu haben. „Mit dieser Skizze im Kopf fange ich an – der Rest entsteht dann intuitiv“, erklärt die Künstlerin die Vorgehensweise, bei der Wolfgang Hannen kräftig mithilft. Was auffällt: Die Künstlerin hat beim Malen Kopfhörer auf den Ohren. „Ich höre afrikanische Klänge, farbige Musik“, sagt sie mit einem Schmunzeln, ohne genauer auf die Künstler einzugehen, die sie da in hochsommerlicher Hitze auf dem Platz vor dem Geschäftsgebäude genießt, während der Pinsel scheinbar locker, aber doch zielgenau über die grundierte Figur gleitet.

Bei der Frage, ob es denn schon Reaktionen auf die aktuelle Arbeit gibt, müssen Ines Thode-Sonntag und Wolfgang Hannen lachen: „Ja, die gibt es. Da war zum Beispiel eine Oma, die ihren Mundschutz herunterzog und fragte, ob das denn nun Corona sei.“ Aber auch ernsthafte Reaktionen habe es in den ersten Tagen gegeben. Die einen sagen, es sei spannend, diesen Prozess zu beobachten, andere entnehmen bereits aus den ersten Teilen des Kunstwerkes, dass es „schön“ wird.

Dass es der Frau aus Südfrankreich besonders wichtig ist, passend zum Motto eben auch Begriffe in die Arbeit zu integrieren, die viele Menschen verstehen können, wird deutlich, als sie betont, dass sie und Wolfgang Hannen „Weltenbürger“ seien. Vor diesem Hintergrund passt auch die ursprüngliche Idee, die mit El-La verbunden war: „Das Skulpturenpaar interpretiert das Thema Kommunikation auf gleichermaßen eigenwillige wie augenfällige Art und Weise. Die 2,50 Meter hohe Frauenfigur und der Drei-Meter-Mann in poppigen Farben symbolisieren das kommunikationsbetonte Gesamtkonzept der Firma PDS-Hamelberg“, schreibt die Stadt Rotenburg dazu.

Warum? Weil El-La Teil des Rotenburger Kulturpfades ist. Dieser umfasst rund 40 Stationen und bietet den Besuchern eine große Bandbreite an Kunst und Kultur. Und das mit den poppigen Farben dürfte – diesen Anschein hat es bereits jetzt – auch weiterhin passen in der städtischen El-La-Beschreibung.

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