Einweihung der KZ-Gräberanlage

Jetzt haben fast alle ihre Namen

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Schülerinnen der Realschule lasen alle 318 Namen vor, die ausfindig gemacht werden konnten. Die Stimmbande sorgte für den musikalischen Rahmen, und Matthias Bantz sprach über sein Kunstwerk, das auf dem Gräberfeld zu finden ist.

Rotenburg - Franz Schneider war fast überwältigt. Der Initiator für die Neugestaltung der KZ-Gräberanlage auf dem Rotenburger Waldfriedhof freute sich gestern Abend nicht nur über die Einweihung an sich, sondern vor allem über die vielen Teilnehmer.

150 Gäste waren gekommen – für Schneider und alle anderen Rotenburger, die an der Umsetzung des Projektes „Gebt den Toten ihre Namen“ mitgewirkt haben, ein Zeichen, dass sie richtig gehandelt hatten. Trauerbegleiterin Elke-Sofie Glenk brachte es in ihrer Rede auf den Punkt: „Es gibt keine Ausdrucksform von gemeinsamer Betroffenheit. Heute wissen wir, dass es Symbole braucht zur gesellschaftlichen Anteilnahme, um im öffentlichen Raum zu trauern. Dieses Symbol ist uns jetzt mit den Stelen gegeben.“ Auf ihnen sind die Namen von 318 der auf der Anlage ruhenden 342 Toten verewigt. Sie alle waren Opfer der NS-Gewaltherrschaft. Zehn Schülerinnen der Realschule verlasen diese Namen.

Die Einweihung endete mit einer Kranzniederlegung durch Bürgermeister Andreas Weber mit den beiden Generalkonsulen Russlands, Pavel Reshetnikov, und Polens, Piotr Golema. Zuvor sprach noch kurz Superintendentin Susanne Briese. Begonnen hatte die Feier in der Kapelle mit Ansprachen von Weber und Initiator Franz Schneider. Beide sprachen davon, dass es ein Gemeinschaftsprojekt vieler Rotenburger erst möglich gemacht habe, zu diesem Ergebnis zu kommen. Ein Ergebnis, dass nicht nur Schneider überwältigte, der es später so formulierte: „Für mich sind alle Wünsche in Erfüllung gegangen.“ men

Einweihung der neugestalteten KZ-Gräberanlage

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