RWF-Jahreshauptversammlung

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil findet deutliche Worte zur Zukunft Deutschlands

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Lars Klingbeil sprach über die Zukunft Deutschlands. Grundwerte stünden stärker als je zuvor unter Druck.

Rotenburg - Bilanz ziehen und den Blick in die Zukunft richten – das hatte sich das Rotenburger Wirtschaftsforum (RWF) für seine Jahreshauptversammlung im Heimathaus vorgenommen. Dort begrüßte Vorsitzender Heiko Kehrstephan Mitglieder und Gäste und ging auf „ein erfolg- und arbeitsreiches Jahr“ ein, das hinter dem seit 25 Jahren bestehenden Forum liegt.

Abseits der positiven Ereignisse fand Gastredner und SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil auch deutlichere Worte an diesem Abend. Laut Kehrstephan wachse das RFW weiter, das aktuell 185 Mitglieder zählt. „Es war ein intensives Jahr. Hauptprojekt 2017 war der Flugplatz. Dabei haben wir als RWF uns als Mediator angeboten und konnten Jürgen Dehn für die Funktion gewinnen“, berichtete Kehrstephan. 

Dehn habe den Prozess intensiv begleitet. Jetzt steht der Flughafen komplett im Eigentum der Rotenburger Stadtwerke – der RWF begleite diesen Prozess weiterhin. Der Vorsitzende: „Die Stadt hat eine Bestandsgarantie abgegeben, sodass der zivile Landeplatz bis zum Jahre 2045 auf jeden Fall erhalten bleiben wird. So ist eine für Rotenburg sinnvolle Entwicklung möglich.“

Wie Rotenburg noch besser werden kann und welche Ideen vor diesem Hintergrund umsetzbar sind, dafür plant das Forum einen offenen Kooperations-Workshop nach den Sommerferien.

Bei den Vorstandswahlen stimmten die Mitglieder auf der Versammlung für Detlef Brünger vom Agaplesion Diakonieklinikum als neuen zweiten Vorsitzenden. Malte Holsten, Inhaber der Rotenburger Firma Sound-Patrol, wählten sie zum Beisitzer. Die Amtsvorgänger René Große und Oliver Hartjen verabschiedete Kehrstephan mit kleinen Präsenten als Dank für ihr Engagement.

Bürgermeister lobt Zusammenarbeit

Nach einer Dankrede von Bürgermeister Andreas Weber (SPD), der die gute Zusammenarbeit mit dem RFW lobte, war Gastredner Lars Klingbeil an der Reihe. Der SPD-Generalsekretär und Bundestagabgeordnete sprach über seine Vorstellungen und Erwartungen an das politische Handeln für die Zukunft von Deutschland. 

Gewachsene Grundwerte stünden stärker als je zuvor unter Druck, und daher sei es gerade in der heutigen Zeit wichtig, sich politisch zu engagieren. Eines von Klingbeils Zielen laute, auszusteigen aus dem Wettbewerb um die Frage, welche Partei dafür sorgt, dass es am wenigsten schlecht wird.

In der Debatte um Grundwerte und mögliche Veränderungen stehe für den SPD-Generalsekretär an erster Stelle das Stichwort Europa. Klingbeil: „Europa muss solidarischer werden. 40 Prozent Jugendarbeitslosigkeit in Spanien und Italien können uns nicht egal sein.“ Er beurteile, im Unterschied zu einigen anderen, ein Heimatministerium als richtig und gut, „weil mir das Thema Heimat wichtig ist, und ich die Definition des Heimatbegriffes nicht anderen überlassen will“, so der Referent.

Wohlstand gerechter verteilen

Einen weiteren Punkt auf dem Weg zur deutschen Zukunftspolitik sieht der Sozialdemokrat in dem Erfordernis, Wohlstand gerechter zu verteilen: Nach 15 Jahren Agenda 2010 gehe es vielen Menschen besser, sehr vielen sogar, aber rund 40 Prozent der Bevölkerung seien nicht vorangekommen.

Eines der Themen für die sich der Abgeordnete seit Jahren einsetzt, ist die Digitalisierung. Klingbeil sehe hierbei weiterhin erheblichen Handlungsbedarf: „Das muss jetzt angegangen und auch erledigt werden.“ Das Breitband-Internet müsse jetzt kommen, die Diskussion darüber endlich aufhören. Zudem sei die Digitalisierung an Schulen ein wichtiger Faktor. Der Wegfall von Jobs aufgrund der Digitalisierung sei zwar unvermeidbar, durch Stärkung von Weiterbildung und Qualifizierung könne aber ein Aufstieg bewirkt werden.

„Der digitale Wandel wird vieles in Frage stellen, aber ich will nicht, dass die Populisten mit ihren ach so einfachen Antworten in Deutschland gewinnen. Ich will das Miteinander stärken und ich fordere alle auf jetzt von ihrem Sofa runterzukommen und sich einzumischen. Es ist Zeit“, forderte Klingbeil.

jo

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