Ein einmaliges Erlebnis

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Wichtige Instruktionen, bevor die Maschine zum Rundflug startet. 

Auf diesen Nachmittag hatten sich die 16 Mädchen und Jungen der Kindertrauergruppe des Hospizvereins Rotenburg schon seit Wochen gefreut: Im Motorflugzeug, im Ultraleichtflugzeug oder im kleinen Tragschrauber über dem frühlingsgrünen Wümmekreis kreisen, vielleicht das eigene Elternhaus, die Schule oder den Sportplatz aus einer ungewohnten Perspektive sehen.

Rotenburg – Von Wieland Bonath. Acht Piloten aus dem Landkreis Rotenburg, aus Bremen, Garbsen bei Hannover, aus der Nähe von Hamburg – sämtlich Mitglieder des Bremer Vereins für Luftsport – hatten sich den Sonntagnachmittag reserviert, um den Kindern eine Freude zu bereiten. Einige ganz besondere Stunden für Mädchen und Jungen, die durch den Verlust eines geliebten Menschen eine schwierige Lebensphase durchleben. Sportflieger Dennis Weseloh (32) aus Westerholz hatte die Idee zu der Veranstaltung auf dem Rotenburger Flugplatz. Einige Stunden als große „Familie” bei Spaß, Spiel und für die Kinder als Höhepunkt große Schleifen neben erfahrenen Piloten am Rotenburger Himmel erleben – für alle Mädchen und Jungen ein bisher einmaliges Erlebnis.

Dabei hatte Dennis Weseloh kurz vor Beginn leichte Sorgenfalten auf der Stirn, plötzlich zogen immer mehr drohende Gewitterwolken am Horizont auf. Rotenburg blieb verschont, die Sonne ließ sich immer wieder blicken. Der Flugtag für die Mädchen und Jungen der Trauergruppe, für deren Eltern, die Angehörigen und das Team, das die Organisation besorgte, war gerettet. Hüpfburg, Bratwürste, Pommes und Co-Piloten-Plätze waren für die mehr als 50 Gäste nicht umsonst vorbereitet worden. Und als es am späten Nachmittag auf vier Rädern wieder nach Hause ging, hatte jedes der 16 Kinder neben tollen Erinnerungen eine Urkunde dabei. Ein Zertifikat, das die jungen Hauptakteure als frischgebackene „Junior-Piloten” auswies.

Die Mädchen und Jungen der Kindertrauergruppe des Hospizvereins mit ihren Piloten.

Diejenigen, die Weseloh um Unterstützung gebeten hatte, waren ohne Ausnahme bereit, mitzumachen. Die Vereinskameraden, die ihre Maschinen zur Verfügung stellten, die Stadtwerke als Eigentümerin des Flugplatzes mit Geschäftsführer Achim Figgen, die an diesem Tag auf Startgebühren verzichteten, dafür Verpflegung und Getränke übernahmen. Und die riesige Hüpfburg. Sozialarbeiterin Almuth Baack Bione, die Leiterin der Kindertrauergruppe: „In der Zeit der Trauer ist diese Veranstaltung für Kinder und Angehörige ein besonderer Beweis der Wertschätzung, für den wir außerordentlich dankbar sind.”

Gerhard Eimer, Vorsitzender des Hospizvereins Rotenburg und Umgebung: „Ich bin von der Idee begeistert, und mich freut die Verwirklichung umso mehr. Ich hoffe, dass dies für die Kinder der Trauergruppe ein unvergesslicher Nachmittag wird.”

Eimers Wunsch wurde Wirklichkeit: In kurzen Abständen rollten die Maschinen mit ihren jungen Co-Piloten und den Sportpiloten in die Startposition der 806 Meter langen Asphaltbahn und hoben wenige Sekunden später ab. Nach 15 Minuten bei 150 bis 200 km/h über Rotenburg und der näheren Umgebung eine sanfte Landung und kurz danach strahlende Jungen und Mädchen, die begeistert von ihrem ersten Flug erzählten.

Einer der Piloten, der Ingenieur Stefan Jozkiewicz aus Garbsen bei Hannover, selbst Vater von zwei Söhnen, war ebenso erfreut an diesem Nachmittag: „Ich bin dankbar, dass ich für diese Kinder etwas tun konnte.”

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