Delegierte des Landkreises besuchen französische Freunde zum 50-jährigen Bestehen

Mit einem Geschenk aus Holz

Ortwin Musall (M.) präsentierte seine Holzskulptur, die als Geschenk zu den Freunden nach Sainte-Foy mitgenommen wird. Die Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins, Landrat Hermann Luttmann (l.) und mehr als 30 weitere Delegierte reisen mit. J Foto: Ujen

Rotenburg - Von Joris Ujen. Ein halbes Jahrhundert besteht nun die Partnerschaft zwischen dem Landkreis Rotenburg und der Communauté des Communes (eine Art Samtgemeinde) aus der französischen Stadt Saint-Foy-la-Grande. Vom 11. bis 17. Juli reisen 35 Delegierte, bestehend aus Kreistagsabgeordneten und Mitgliedern des Partnerschaftsvereins, zu ihren Freunden nach Frankreich, um dort gemeinsam das Jubiläum zu feiern. Im Gepäck haben sie eine eigens dafür angefertigte Skulptur.

Den Anfang dieser Freundschaft setzten 1967 zwei Männer: Der damalige Oberkreisdirektor (heute Landrat genannt) Helmut Janssen und der Bürgermeister von Sainte-Foy-la-Grande verständigten sich auf einen Austausch und begründeten die Partnerschaft. Ab diesem Zeitpunkt besuchen sich beide Regionen jedes Jahr im Wechsel. Dieses Jahr ist die deutsche Delegation an der Reihe, die während ihres Aufenthalts in der Stadt westlich von Bordeaux neben den offiziellen Terminen auch den französischen Nationalfeiertag am 14. Juli mit ihren Gastgebern feiern möchte. Landrat Hermann Luttmann sowie seine Frau und Niedersächsische Landtagsabgeordnete Mechthild Ross-Luttmann kommen ebenfalls mit nach Frankreich.

Als Dankeschön für die jahrzehntelange Freundschaft darf ein Geschenk nicht fehlen. Das ist mehr als zwei Meter groß und aus Holz: Der Mulmshorner Ortwin Musall fertigte extra für das Jubiläum eine Skulptur an. Bei der Präsentation seines Werks im großen Sitzungssaal des Kreishauses am Freitag sagte der Künstler recht humorvoll vorweg: „Ich möchte nicht versuchen, das Kunstwerk zu erklären. Das geht sowieso nicht. Es geht ja mehr um die Resonanz, die es bei euch erzeugt, und darauf habe ich gar keinen Einfluss.“ Zu der Entstehung des Werkes fand er dann aber doch ein paar Worte. „Ich bin selber Flüchtling, ein Kriegskind. Die Völkerverständigung hat mich ein ganzes Leben lang begleitet.“ Als er die Anfrage bekam, für diese deutsch-französische Partnerschaft eine Skulptur anzufertigen, „gab ich sofort grünes Licht“. Das Material bekam er von der Stadt Rotenburg: Der frühere Ahornbaum musste am Kindergarten am Lönsweg gefällt werden. Musall verwertete das Holz und habe dabei an „Michel und Marianne“ gedacht.

Neben den Besuchen in Frankreich trifft sich der Partnerschaftsverein einmal im Monat zum Stammtisch und spielt bei der Rotenburger Stadtkirche Boule. Die nächste Partie des Kugelspiels tragen die Mitglieder am kommenden Freitag ab 16.30 Uhr aus. „Interessierte können gerne vorbeischauen“, so Anne Friberg, Vorsitzende des Vereins. Ihre Stellvertreterin und Lehrerin am Ratsgymnasium, Susanne Rohde, ergänzte: „Ein weiterer wichtiger Bestandteil sind die Begegnungen von Schülern beider Nationen im Rahmen des Schüleraustauschs zwischen dem Rotenburger Gymnasium und den beiden Schulen in Sainte-Foys.“ Dieser Austausch finde seit 1970 statt.

Weitere Informationen zum Partnerschaftsverein sind im Internet erhältlich.

Mehr online unter: www.dfp-rotenburg.de

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