Aus einem Besuch im „neuen“ Haus Kreienhoop in Nartum

Aussehen ist nicht Alles

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An den Wänden stehen Regale mit Büchern, unveröffentlichten Tagebüchern Kempowskis und Neuübersetzungen.

Nartum - Von Joachim Schnepel. Sonnenkollektoren auf dem Dach sind die auffälligsten äußerlichen Veränderungen am „neuen“ Haus Kreienhoop. Und neue Fenster. Dafür hat sich im Inneren und unter der Gebäudehülle umso mehr getan. Ein Besuch im Mekka für Literaturliebhaber in Nartum Anfang 2016.

Katrin Möller-Funk, Mitarbeiterin der Kempowski-Stiftung und sozusagen Halbe-Halbe in Rostock und Nartum tätig, begrüßt den eifrig fotografierenden Gast vor der Tür, bevor sie ins Innere bittet. Das Gespräch findet in Möller-Funks improvisiertem Büro in einem der Seitenflügel statt, wo sich früher das Archiv für unveröffentlichte Autobiografien befand, das aber schon vor vielen Jahren nach Berlin in die Akademie der Künste umgezogen ist.

An den Wänden wieder Regale mit Aktenordnern, unveröffentlichten Tagebüchern Kempowskis und jede Menge Bücher. Darunter auch Neuübersetzungen von „Echolot Abgesang 1945“ ins Amerikanische („Swansong 1945“) und des Befragungsbuches „Haben Sie Hitler gesehen“ ins Italienische. Neuübersetzungen, auf die Katrin Möller-Funk mit Stolz verweist.

Wir sitzen in einer hellgrünen, samtenen Couchgarnitur aus den Fünfzigern. Sehr bequem zwar, aber man kommt schlecht wieder hoch.

„Die haben wir damals zur Hochzeit bekommen“, sagt Hildegard Kempowski, die kurz dazu stößt und den vertrauten Gast begrüßt. Wir tauschen ein paar Höflichkeiten aus, bevor sich die Witwe Walter Kempowskis wieder zurückzieht: „Dann lass ich euch mal alleine“, sagt sie zum Abschied. Wir hatten vorab darum gebeten, einmal über die Sanierungsmaßnahmen im und am Hause Kreienhoop informiert zu werden.

Katrin Möller-Funk holt einige dicke Aktenordner hervor und blättert darin. „Gefördert wurde das Ganze durch den sogenannten Erfe-Fonds“, teilt sie mit. Dabei handelte es sich um ein inzwischen ausgelaufenes EU-Programm für ländliche Entwicklung.

Rund 430000 Euro seien investiert worden. Neue Fenster und Fassaden, barrierefreie Zugänge, alle Dächer erneuert und isoliert, Sonnenkollektoren auf dem Dach, Dächer für die Warmwasserzubereitung, eine umfassende energetische Sanierung eben. Einige Rest- wie Malerarbeiten fehlen noch.

„Es ging darum, das Haus für die kommenden Jahrzehnte zu sichern und zukunftsfähig zu machen“, so Katrin-Möller Funk. Der Literaturtempel sei jetzt „fit für die kommenden 20 Jahre.“ Die Literaturfans in ganz Deutschland wird es freuen. Nähere Informationen über das Haus Kreienhoop sind im Internet erhältlich.

Fortführung der Literaturnachmittage im Haus Kreienhoop

Am Mittwoch, 2. März, startet das 13. Literaturjahr mit der nächsten öffentlichen Lesung. Treffpunkt dieses literarischen Höhepunktes ist der Nartumer Hof. Die Gästeführerin Helga Schnars führt in das Leben und die Werke des berühmten Schriftstellers Walter Kempowski ein. Im Anschluss begeben sich die Teilnehmer zum Haus Kreienhoop, der Wohn- und Wirkungsstätte Kempowskis. Seit dem Tod des berühmten Schriftstellers haben viele seiner Freunde und Wegbegleiter die Lesungen vorgenommen. Bei der ersten Lesung des Jahres liest Hildegard Kempowski persönlich aus den Werken ihres verstorbenen Mannes.

Die Termine der Literaturnachmittage für 2016 auf einen Blick:

Immer Mittwochs – am 2. März, 6. April, 1. Juni und 6. Juli sowie am 3. August, 7. September und 2. November.

Anmeldungen für die Literaturnachmittage nimmt Gästeführerin Helga Schnars telefonisch unter 04288/520 oder per Email an helga.schnars@web.de entgegen.

Informationen zu weiteren Veranstaltungen im Haus Kreienhoop sind im Internet unter www.kempowski.de erhältlich.

Das Begleitprospekt mit den Terminen zu den Nachmittagen ist beim Touristikverband in Rotenburg über die Telefonnummer 04261/81960 zu erhalten.

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