Regio-Challenge will in Pandemie-Zeiten Zeichen setzen

Eine Woche anders essen

Sie bereiten das Projekt vor: Gernot und Angela von Beesten (v.l.), Christiane Burandt-Gabriel, Ester Krey, Gunda Kruse-Brammer (hinten) sowie Martin Lenzinger mit Kathrin Peters (vorne). Die Gruppe hat sich auf dem Hof Grafel getroffen, um die finalen Vorbereitungen zu organisieren.
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Sie bereiten das Projekt vor: Gernot und Angela von Beesten (v.l.), Christiane Burandt-Gabriel, Ester Krey, Gunda Kruse-Brammer (hinten) sowie Martin Lenzinger mit Kathrin Peters (vorne). Die Gruppe hat sich auf dem Hof Grafel getroffen, um die finalen Vorbereitungen zu organisieren.

Rotenburg – Eine Mitmach-Woche in Corona-Zeiten, geht das überhaupt? Diese Frage mussten sich auch die Organisatoren der jährlich stattfindenden Regio-Challenge vor einigen Wochen stellen. Sie kamen schnell zur Antwort: Ja, das geht, und das ist vielleicht sogar wichtiger denn je. „Es gibt viele kleine Aktionen, die von den Teilnehmern in ihren eigenen Bezugsgruppen umgesetzt werden können“, erklärt Kathrin Peters, Pädagogin am Hof Grafel. 2016 hatte sie erstmals die Idee und Initiative zu der Woche ergriffen, in diesem Jahr findet sie zum vierten Mal statt. „Und zwar auch bundesweit, bis in die Schweiz hinein gibt es Aktionen“, so Peters. Dennoch fiel es diesmal allen etwas schwerer als in den vergangenen Jahren, sich voller Elan an die Vorbereitungen rund um die Challenge zu setzen. Denn die Frage, wie sich dieses Jahr in Sachen Veranstaltungen weiter entwickeln wird, beschäftigte die Gruppe.

Die Grundidee der Regio-Challenge ist schnell beschrieben: Eine Woche lang gilt es, sich ausschließlich von regional erzeugten Produkten zu ernähren. Dabei wird nur bei Anbietern eingekauft, die per Fahrrad zu erreichen sind. Schon im vergangenen Jahr war man erfolgreich, „es hat sich eine tolle Netzwerk-Arbeit etabliert“, so die Organisatoren. Generell sei die Zusammenarbeit, gerade in Rotenburg und Umgebung, ausgesprochen positiv. Und dies soll auch so bleiben, trotz der etwas anderen Bedingungen, die nun herrschen. „Es war lange Zeit unsicher, ob und wie wir die Woche gestalten können, das hat auch die Werbung und Öffentlichkeitsarbeit im Vorfeld beeinträchtigt“, so Peters.

„Viele Menschen haben momentan ganz andere Sachen auf der Agenda, das ist auch verständlich. Andere tauchen erst langsam aus ihrer ,Corona-Glocke’ auf“, beschreibt Angela von Beesten vom Kultur- und Naturverein Sambucus ihren Eindruck. Der Verein aus Riepe/Vahlde gehört neben Hof Grafel, „Ackern und Rackern“, dem Nabu, der Biologische Schutzgemeinschaft Wümme und dem BUND zu den Mitveranstaltern. „Auf der anderen Seite ist das Thema gerade jetzt aktueller denn je“, so empfindet es Gunda Kruse-Brammer, die ebenfalls bei Sambucus aktiv ist. Der Wald sei in der Zeit des Lockdowns mehr als gut besucht gewesen, viele Menschen würden aktiv gärtnern und hätten ihre freie Zeit damit verbracht, eigene Lebensmittel herzustellen. Diese Einschätzung teilt auch Christiane Burandt-Gabriel, vom Verein „Ackern und Rackern“: „Wer selber gärtnert, nimmt den Wert von Lebensmitteln ganz anders wahr“.

„Durch die Pandemie ist so vieles lahm gelegt worden, wir wollen uns dadurch nicht anstecken lassen“, beschreibt Gernot von Beesten einen weiteren Gedanken im Vorfeld der Aktionswoche, den die Gruppe bestätigt. „Man muss sich ja auch mal klar machen, dass es trotz aller notwendigen Vorsichtsmaßnahmen ganz viele Sachen gibt, die man machen kann. Gerade im Austausch über den eigenen Gartenzaun hinweg hält man automatisch ausreichend Abstand“, umschreibt Ester Krey (Nabu) die ganze Angelegenheit mit einem kleinem Augenzwinkern. „Die großen, gesellschaftlichen Themen wie die drohende Klimakatastrophe, die notwendigen Veränderungen in der Landwirtschaft und auch der Umgang mit der Fleischproduktion sind ja nach wie vor für alle relevant – daher empfinden wir es in der Tat so, dass unsere Aktionswoche vielleicht sogar wichtiger denn je ist, stellt Kathrin Peters fest.

Wer sich für die Regio Challenge interessiert, ist eingeladen, am morgigen Donnerstag um 19.30 Uhr in den Rathaussaal nach Rotenburg zu kommen. Dort findet ein Infoabend mit Filmausschnitten statt, auch die Landkarte mit Bezugsquellen und Hofläden wird dort ergänzt. Eine Anmeldung unter info@regio-challenge.de ist notwendig. Am Sonnabend, 12. September, starten um 10 Uhr alle Interessierten zu einer gemeinsamen Fahrradtour, Ziel sind die regionalen Erzeuger der Umgebung. Zu dieser etwas anderen Shopping-Tour ist keine Anmeldung notwendig, Treffpunkt ist der Pferdemarkt. Die eigentliche Challenge findet dann von Montag, 14., bis Sonntag, 20. September, statt. Weitere Infos zum „Wettbewerb“ unter www.regio-challenge.de.

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