Vorwurf: Versuchte schwere räuberische Erpressung

Eine Szene aus „Pulp Fiction“ soll Täter inspiriert haben

Verden - Von Wiebke Bruns. Es war eine versuchte schwere räuberische Erpressung, zumindest darin waren sich Erste Staatsanwältin Dr. Maren-Bettina Napp und Verteidiger Rolf-Peter Opitz am Dienstag in ihren Plädoyers in einem Sicherungsverfahren am Landgericht Verden einig. Offen ist, welche Konsequenzen die Tat für den 32 Jahre alten Beschuldigten aus Rotenburg haben wird. Dies will die 8. Große Strafkammer des Landgerichts Verden am Mittwoch um 12 Uhr verkünden.

Der psychisch kranke Mann war am 25. November 2016 in die Filiale eines Schnellrestaurants an der Burgstraße in Rotenburg spaziert und hatte einen „Long-Chicken“ gefordert. Er hatte kein Geld dabei und drohte einer Mitarbeiterin, diese „aufzuschlitzen“, wenn er den Burger nicht bekomme. Ein Messer hatte er dabei, zog es aber nicht, sondern verließ das Restaurant wieder. Ohne Burger. Eine Szene aus dem Film „Pulp Fiction“ soll ihn zu der Tat motiviert haben.

Schon bei Anklageerhebung war die Staatsanwaltschaft Verden davon ausgegangen, dass die Schuldfähigkeit des 32-Jährigen mindestens vermindert, möglicherweise auch komplett aufgehoben war. Infolge seines Zustands seien erhebliche rechtswidrige Taten von ihm zu erwarten und er damit für die Allgemeinheit gefährlich. Es besteht ein hirnorganisches Psychosyndrom als Folge einer Gewalttat. Im Dezember 2007 hatten mehrere Täter massiv auf ihn eingetreten. Zusätzlich besteht ein jahrelanger Drogen- und Medikamentenmissbrauch. 

Staatsanwältin: Erhebliche Gefährlichkeit vorhanden

Die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus hält die Staatsanwältin für erforderlich. Der Beschuldigte sei zwar bislang nicht mit Gewaltdelikten gegen Menschen in Erscheinung getreten, aber eine erhebliche Gefährlichkeit sei zu bejahen, argumentierte die Juristin. „Wir können nicht abwarten bis es zum Äußersten kommt“, betonte sie. Die Voraussetzungen für die Unterbringung seien erfüllt, und auch ein Sachverständiger und die Betreuerin würden eine Unterbringung für erforderlich halten.

Anders sieht es der Verteidiger. Er stellte infrage, dass es sich bei der Tat im November um eine „erheblich rechtswidrige Tat“ handelt. Unter Bezugnahme auf den Paragrafen 63 des Strafgesetzbuches sieht er dies nicht, denn die Opfer seien weder seelisch noch körperlich erheblich geschädigt worden, und es sei auch kein schwerer wirtschaftlicher Schaden entstanden.

Die Unterbringung ist aber auch möglich, wenn laut Gesetz „besondere Umstände die Erwartung rechtfertigen, dass der Täter infolge seines Zustandes derartige erhebliche rechtswidrige Taten begehen wird“. Es brauche zudem die hohe Gefahr, und beides sieht der Anwalt als nicht gegeben.

Rubriklistenbild: © dpa

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