Kirchenkreis Rotenburg

Eine Stimme mehr

Pastor Michael Blömer freut sich auf sein neues Amt in Rotenburg. Ab Herbst will er sich den Herausforderungen stellen. J Foto: Ujen

Rotenburg - Von Joris Ujen. Der Kirchenkreistag hat einen Nachfolger für Susanne Briese gefunden: Michael Blömer übernimmt ab Herbst das Amt des Superintendenten im Kirchenkreis Rotenburg.

Es war ein knapper Wahlsieg für den gebürtigen Bremer am späten Donnerstagabend in der Auferstehungsgemeinde Rotenburg: 45 Delegierte gaben ihre Stimmen für die zwei Kandidaten ab, Pastor Blömer holte eine Stimme mehr als sein Kontrahent Torsten Nolting-Bösemann. „Das knappe Ergebnis zeigt, dass beide Kandidaten zwar unterschiedliche Qualitäten und Schwerpunkte haben, in sich aber gleichwertig sind“, fasste Hartmut Ladwig, Vorsitzender des Kirchengemeindeverbandes, das Kopf-an-Kopf-Rennen zusammen.

Blömer möchte sich der neuen Herausforderung stellen: „Die erste Aufgabe eines Superintendenten liegt darin, die Gemeinden zu unterstützen und für einen guten Zusammenhalt im Kirchenkreis zu sorgen“, erzählte der noch in Fredenbeck (Landkreis Stade) wohnhafte 52-Jährige kurz nach dem Wahlergebnis. Immerhin 16 Kirchengemeinden muss er ab Herbst verwalten. Ein konkretes Datum für seinen Amtsantritt nannte er noch nicht.

„Neben all den Verwaltungstätigkeiten als Superintendent sind die eigentlichen Herausforderungen aber die Probleme mit der die Kirche zu kämpfen hat: Mitgliederschwund, der Rückgang an Ressourcen und der gesellschaftliche Umbruch“, so der Pastor. Die Kirche spiele gerade bei der jüngeren Generation kaum noch eine Rolle. „Dem müssen wir mit neuen Angeboten entgegenwirken. Das muss die Aufgabe der Kirche für die nächsten Jahre sein.“

Blömer betont hierbei die Institution als Ganzes. Die Gemeinden müssen selbst ihren Weg finden, um wieder auf sich aufmerksam zu machen. „Ich kann in meiner neuen Rolle für einen Kommunikationsprozess sorgen.“ Laut Blömer muss der Kirchenkreis neue Strukturen schaffen, damit beispielsweise Pastoren von der Verwaltungsarbeit entlastet werden, um mehr Zeit für die Seelsorge zu haben. „Also das, was uns als Kirche ausmacht.“ Er muss zudem für funktionale Dienste sorgen, vor allem für das Diakonische Werk.

Michael Blömer studierte in Hermannsburg und Hamburg Evangelische Theologie. Nach dem Vikariat in Harsefeld hatte er mit einer Arbeit über Gemeindemanagement promoviert und war unter anderem als Dozent und Religionspädagoge tätig, bevor er 1999 in Zeven zum Pastor ordiniert wurde. Seit 2001 ist er in der Kirchengemeinde Fredenbeck tätig. Mit Verwaltungsarbeit kennt er sich bereits aus, da er im Buxtehuder Kirchenkreisvorstand 2014 stellvertretend die Geschäfte für ein Jahr führte. „Das hat mir Spaß gemacht und war der Grund, warum ich für das Amt in Rotenburg kandidiert habe.“

Der Umzug in die Wümmestadt wird schon bald folgen. Zunächst muss sich der neue Superintendent aber noch von seiner aktuellen Kirchengemeinde verabschieden und einen Übergang für sein Pastorenamt schaffen. Dann zieht er mit seiner Frau und seinen drei Kindern in die Superintendentur an der Goethestraße 20 in Rotenburg. Beim Niedersächsischen Landeskirchenamt in Hannover folgt eine Fortbildung von rund vier Wochen, um für die kommenden Aufgaben vorbereitet zu sein. „Ich freue mich auf Rotenburg, da ich gerne in einer ländlichen Gegend wohne.“

Seit 14 Jahren liegt es nicht mehr in den Händen der Landeskirche, einen Superintendenten für einen Kirchenkreis zu stellen. Das ist seitdem Aufgabe des Kirchenkreistags. Pastor Michael Blömer und auch der Kirchenkreistag werden alle fünf Jahre von der Landeskirche Hannover befragt, ob weiterhin Interesse für eine Fortführung des Amtes besteht.

Der Superintendent kann wie im Fall Susanne Briese sein Amt aber auch jederzeit beenden. Damit etwas bewegt werden kann, hofft Hartmut Ladwig, dass Michael Blömer sein Amt aber viele Jahre für den Kirchenkreis Rotenburg ausführen wird.

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