Das „Hospiz Zum Guten Hirten“ ist so gut wie fertig

Eine Punktlandung

Ein Blick in die offene Küche mit Aufenthaltsbereich.
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Das Herzstück im „Hospiz Zum Guten Hirten“ ist die offene Küche mit Aufenthaltsbereich.

Rotenburg – Matthias Richter spricht von einer „Punktlandung“. Nicht nur zeitlich, sondern auch finanziell ist beim Bau des stationären „Hospiz Zum Guten Hirten“ am Therkornsberg in Rotenburg alles nach Plan gelaufen. Am Dienstag nimmt das 27-köpfige Team seine Arbeit auf, am Donnerstag nächster Woche ziehen die ersten Gäste in die neun Zimmer ein.

„Wir sind in der finalen Phase“, sagt Richter als Vorstand des Diakonissen-Mutterhauses, das den Bau in die Hand genommen hat, am Freitagnachmittag zu den Gästen aus der Nachbarstadt. Es ist der Beirat des Vereins „Feuerbestattungen Verden“, der nach Rotenburg gekommen ist, um Richter, dem Hospiz-Geschäftsführer Johannes Stephens sowie der Hospizleiterin Sandra Köbe eine Spende in Höhe von 100 000 Euro zu überreichen.

Es ist ein Teil des Erlöses von den Metallen, die bei der Feuerbestattung in der Asche zurückbleiben und für einen guten Zweck verkauft werden. Allein im vergangenen Jahr waren dadurch mehr als 180 000 Euro zusammengekommen. In diesem Jahr werden es 160 000 Euro sein, berichtet Vorstand Willy Hilling. „Der Beirat entscheidet einmal im Jahr über die Verwendung der Gelder“, so Hilling. Es gehe um die Unterstützung von Hospizarbeit, aber auch um andere soziale Zwecke, betont er.

Nach einem gemeinsamen Rundgang durch das in V-Form angelegte Haus setzt sich Hilling mit den Beiratskollegen in einem Besprechungszimmer zusammen. Dazu ist der Beirat vom Hospiz ausdrücklich eingeladen. Es geht um die Verwendung der restlichen Mittel, die noch zur Verfügung stehen.

„Als Willy Hilling bei einer Sitzung des Unternehmerverbandes Rotenburg-Verden eine sechsstellige Spende angekündigt hatte, war ich wirklich sprachlos“, erinnert sich Richter. Die Freude ist auch am Freitag groß – weil schon so viele Spenden eingegangen sind für den Bau und die Ausstattung des Hospiz".

Es sei klar, so Richter, dass mit einem Hospiz kein Geld zu verdienen sei. Im Gegenteil: Für den laufenden Betrieb werden jährlich weitere rund 180 000 Euro benötigt. Das ist so vorgesehen. Denn, so Richter: „Der Tod gehört in die Mitte der Gesellschaft.“

Spendenübergabe: Johannes Stephens (v.l.) mit Willy Hilling, Sandra Köbe und Matthias Richter.

Das Hospiz steht am Rande eines Naturschutzgebietes auf einer Fläche von 5 000 Quadratmetern. Das Haus hat mit Innenhof eine Grundfläche von 1 000 Quadratmetern. Herzstück ist die offene Küche mit einem vier Meter langen Eichentisch – gespendet –, an dem bis zu zwölf Personen Platz finden und einen Blick in die Natur genießen. Mitarbeiter, die Gäste und ihre Angehörigen treffen sich hier, wenn sie mögen.

Richter betont die regionale Verantwortung. Das Hospiz richte sich an die Menschen im Südkreis, aber auch in der Nachbarschaft Verden. Zusammen mit den Rotenburger Werken hat das Mutterhaus eine Betreibergesellschaft gegründet. Ausreichend Personal zu finden, sei kein Problem gewesen; außerdem wollen sich schon jetzt viele Ehrenamtliche im Hospiz engagieren.

Im Sommer ein Platz zum Wohlfühlen: der Innenhof.

„Die Freude, dass es jetzt endlich losgeht, ist bei mir sehr groß“, unterstreicht Richter. Schließlich sei trotz der schwierigen Zeiten alles reibungslos über die Bühne gegangen. Und dass bereits eine Warteliste angelegt werden musste, zeige, wie groß der Bedarf ist. Doch Richter erwähnt auch Briefe, die ihn nach Veröffentlichung der Pläne erreicht hätten. „Warum bauen Sie nicht dort, wo es nicht stört?“ Das sei eine der Fragen gewesen. Er habe es als gute Gelegenheit betrachtet, zu erklären, dass man weder die sterbenden Menschen noch das Thema Tod abschieben möchte.

Montag kommen Reinigungskräfte ins Haus und beseitigen den letzten Bauschmutz, Dienstag und Mittwoch gehören dann dem Team. „Wir werden uns gemeinsam umschauen, Abläufe besprechen und gucken, wo alles Wichtige zu finden ist. Wir fangen ja bei Null an“, sagt Sandra Köbe. Und Johannes Stephens ergänzt, dass nicht alle Mitarbeiter Erfahrungen aus einem Hospiz mitbringen. „Da gibt es also noch einige Dinge zu besprechen.“ Donnerstag dann ziehen die ersten Gäste ein.

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