Wenig Publikum auf dem Rotenburger Flugplatz

Traber-Stuntshow: Eine perfekte Show mit Sand im Getriebe

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Mit mehr als 600 PS pflügt Monstertruck „Hellboy“ auf dem Flugplatzgelände über einige alte Autos hinweg. Die Besucher sind begeistert – aber es hätten aus Sicht des Veranstalters ein paar mehr sein dürfen. 

Rotenburg - Von Matthias Daus. Sie tragen so prägnante Namen wie „Car Killer“ oder „Hellboy“, wiegen in etwa 3,5 Tonnen und sind definitiv der Höhepunkt bei der Auto-Stuntshow der Familie Traber, die am Sonntag auf dem Flugplatz in Rotenburg gastierte. Die Rede ist von den beiden Monstertrucks, die zum Ende der Show ihren großen Auftritt hatten – allerdings nur vor wenigen Zuschauern.

Das Auto wird auch des Deutschen liebstes Kind genannt und so manch ein Liebhaber mag es mit gemischten Gefühlen betrachtet haben, was einigen Exemplaren an diesem Sonntagmittag auf dem Flugplatz Rotenburg widerfuhr. Aber höchstwahrscheinlich siegten das Staunen und die Begeisterung, wenn die Stuntfahrer der Familie Traber ihr Können unter Beweis stellten.

Die 90-minütige Show bestand dabei aus zwei unterschiedlichen Teilbereichen. In der ersten Hälfte war das Geschehen eine Mischung aus Artistik und Motorsport mit Autos, die auf zwei Reifen fuhren und Motorrädern, die durch Feuerreifen und über Autos sprangen. Dinge, die man vielleicht auch aus dem Fernsehen kennt, die sich aber live und direkt für das Publikum wesentlich authentischer anfühlten und für wiederholte Begeisterung sorgten. In der zweiten Hälfte des Programms ging es dann handfester zur Sache, mit Autostunts, die die Herzen eines jeden Fans der TV-Sendung „Alarm für Cobra 11“ höherschlagen ließen – bis es dann zum Höhepunkt kam und die Monstertrucks „Car Killer“ und „Hellboy“ gestartet wurden.

Zweimal mehr als 600 PS, die mit einem ohrenbetäubenden Lärm ausgiebig zelebriert wurden, bevor sich die riesigen Vehikel daran machten, über einige alte Autos zu fahren. Das sorgte für feuchte Augen nicht allein nur bei den vielen Kindern, die im Publikum waren. Auch manch gestandener Mann liebäugelte wahrscheinlich insgeheim damit, sich solch ein PS-Monster in die Garage zu stellen, wobei es ebenso wahrscheinlich keine passende Garage dafür gibt. Nach Ende der Show durften die Zuschauer an „Car Killer“, der noch auf den zerquetschten Autos stand, herantreten und nach Herzenslust fotografieren.

„Die Zuschauer waren schon begeistert“

Alles in allem war die Stuntshow der Familie Traber eine runde Sache, doch für Hans-Lutz Traber, dem Chef des Ganzen, gab es auch ein paar Wermutstropfen. „Die Zuschauer hier waren schon begeistert, aber wenn ich ehrlich bin, hätten es auch gerne mehr Leute sein dürfen“, sagte er. Er sprach in diesem Zusammenhang von rund 100 Karten, die man eigentlich mehr hätte verkaufen müssen, um dem betriebenen Aufwand gerecht zu werden.

Die Trabers entstammen einer sehr langen Tradition von Schaustellern, die ihren Ursprung im späten 18. Jahrhundert als Gaukler und Hofnarren hatten. Ein Teil der Familie betreibt seit 1968 die Motorstuntshow. „In unseren Blütezeiten sind wir durch ganz Europa gezogen und hatten fünf bis sechs Shows pro Woche“, so Traber. Das habe sich in heutiger Zeit grundlegend geändert – ein übermäßig gestiegener bürokratischer Aufwand, viele neue Verordnungen und Bestimmungen machen den Trabers ebenso zu schaffen und die zurückgehenden Zuschauerzahlen oder die mangelnde Bereitschaft der kommunalen Behörden, Auftrittsflächen zur Verfügung zu stellen. „Oftmals hat es auch mit Sicherheitsbedenken zu tun“, so der Chef, „ aber wir machen das ja schon eine lange Zeit, und es gab noch nie Zwischenfälle in dieser Art, weil die Sicherheit des Publikums bei uns immer an erster Stelle steht.“

Keine leichten Zeiten für die Familie, weshalb Traber auch keine konkrete Antwort auf die Frage nach einer weiteren Show in Rotenburg geben konnte. „Wir haben immer die Leute unterhalten, aber so schwierig wie heutzutage war es noch nie. Zum Ende des Jahres werden wir eine Standortbestimmung machen und sehen, wie wir die Zukunft gestalten können.“ Die Fans, die nach der Show um Autogramme baten, würden sich gewiss wünschen, dass sie auch in Zukunft in den Genuss einer solchen Darbietung kommen.

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