Eine „nützliche“ Investition

Sottrumer Gemeinderat stimmt für Beteiligung an der EWE-Netz

Der Energieversorger EWE-Netz steuert das gesamte Strom- und Gasnetz in Nordwestdeutschland. Die Gemeinde Sottrum möchte sich erneut am Unternehmen beteiligen. - Archivfoto: Menker
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Der Energieversorger EWE-Netz steuert das gesamte Strom- und Gasnetz in Nordwestdeutschland. Die Gemeinde Sottrum möchte sich erneut am Unternehmen beteiligen.

Sottrum - Von Farina Witte. Nicht alle Mitglieder des Sottrumer Gemeinderats sind von der geplanten Aufstockung der Beteiligung an der EWE-Netz überzeugt. Sieben Gegenstimmen gab es bei der Abstimmung zu dem Beschluss, der eine Beteiligung in Höhe von 500. 000 Euro vorsieht. Kritisch äußerten sich vor allem SPD, FDP und die Grünen. Lediglich die CDU-Fraktion stimmte geschlossen zu. Das reicht.

Dabei war es vor allem die Höhe der Summe, die einige Ratsmitglieder irritierte. Gemeindedirektor Holger Bahrenburg berichtete, dass der Verwaltungsausschuss im August dem Rat eine Beteiligung in Höhe von 500. 000 Euro empfohlen hatte. „Ich glaube, dass der Beschluss so lautet: ,vorbehaltlich der Vorlage der Eröffnungsbilanz‘“, erinnerte sich Lühr Klee (Grüne). Seiner Ansicht nach sei es schwierig, die Vermögenslage der Gemeinde einschätzen zu können, ohne die Eröffnungsbilanz gesehen zu haben. Daher plädierte er dafür, den Beschluss zu vertagen. Auch Hans-Jürgen Brandt (SPD) äußerte sich skeptisch: „Das erscheint mir ein bisschen viel.“

Die Gemeinde Sottrum ist bereits mit 10. 000 Euro beteiligt und müsste der EWE-Netz zufolge mindestens weitere 10. 000 Euro drauflegen, um in die mittlere Beteiligung zu gelangen. Kommt es nun dazu, verspricht das Unternehmen eine Garantie-Dividende von 3,57 Prozent für die nächsten zehn Jahre. Der Gemeinde stünde dann als Ertrag ein Anteil am Ergebnis des Unternehmens zu. „Wir haben die Möglichkeit, einen Teil des Geldes, was wir zur Verfügung haben, durch die Rendite nutzbringend im Ergebnishaushalt als Einnahme darzustellen und damit laufende Ausgaben zu decken“, meinte Ratsfrau Friederike Paar (CDU). Jan-Christoph Oetjen (FDP) entgegnete aber skeptisch: „Klar, 3,57 Prozent ist im Moment gar nicht so schlecht, aber ob das 2028 noch so ist, weiß man nicht.“

Grund für eine Beteiligung sei laut Bürgermeister Hans-Jürgen Krahn (CDU) außerdem, dass Sottrum dann Einfluss nehmen könnte, etwa auf den Netzausbau. Dieser läge faktisch bei 25 Prozent. Aus der Grünen-Fraktion kam die Kritik, dass der Einfluss der Kommune nicht größer wird, als er momentan ist. „Zwei Stimmen sitzen schon im Aufsichtsrat und eine Stimme für alle kommunalen Beteiligungen kommt hinzu“, fasste Marlis Musfeld zusammen. „Und was ist, wenn man das Geld doch benötigt? Das ist für zehn Jahre festgelegt, und da kommt die Gemeinde dann nicht mehr dran“, gab das Grünen-Mitglied zu bedenken.

Im Haushalt sind für die Beteiligung bereits 500. 000 Euro eingeplant. Zu dem Angebot, das das Unternehmen eingereicht hat, müsse die Gemeinde sich bis zum 26. Oktober äußern, erklärte Bahrenburg. Der Gemeinderat sprach sich bei sieben Gegenstimmen schließlich dafür aus.

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