Deutlich weniger Teilnehmer bei der Bullensee-Wanderung

Eine Maitour mit Zukunft

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Die Befürchtungen von Stadtverwaltung und Polizei entpuppten sich dank des vorherigen Dialogs als Seifenblasen.

Rotenburg - Von Matthias Röhrs. Genug geredet. Nach Wochen und Monaten der Diskussion um die Maitour ging es Sonntag in die Praxis. Schätzungsweise 1.500 junge Partypilger wollten beweisen, dass sie verantwortungsbewusst feiern können. Der Plan ging auf. Sämtliche Beteiligten meldeten am frühen Abend: Alles ruhig.

Gute Stimmung herrschte auf allen Wegen zum Bullensee.

Ob Stadtverwaltung, Polizei oder die Initiative für die Maitour: alle Vertreter hoben die „positive Stimmung“ bei der Maitour hervor – auf der gesamten Strecke von Rotenburg bis zum Bullensee. Bürgermeister Andreas Weber (SPD) bezeichnete sich sogar als „angenehm berührt“ angesichts der Disziplin, mit der die Jugend die Regeln eingehalten habe. Lob gab es auch von der Polizei: „Wir sind hocherfreut“, sagte deren Sprecher Heiner van der Werp Sinntagnachmittag am Rande der Tour. „Das Konzept ist aufgegangen“ – auch, weil die Feiernden diesen Weg mitgegangen seien. Man habe nur wenige Probleme registriert. Habe es im vergangenen Jahr noch Scherben, reichlich Müll und viel Ärger am Rotenburger Mühlenende gegeben, sei das Viertel dieses Mal fast besenrein gewesen, hieß es später im Polizeibericht. Auch auf der Strecke selbst war nur selten Müll zu finden. Die Scouts liefen teilweise mit, die Entsorgung funktionierte. Bis zum Abend verzeichneten die Beamten laut Mitteilung „kaum ernsthafte Vorfälle“. Auch Bürgermeister Weber konnte von einem neuen Sicherheitsgefühl berichten, welches er bei Gesprächen mit den Teilnehmern ausgemacht habe.

Mit „deutlich sichtbarer Präsenz“ hätten die Rotenburger Ordnungshüter die Maitour begleitet, so van der Werp. Auch auf dem Parkplatz am Bullensee – der Uferbereich blieb in diesem Jahr für die Feiernden gesperrt – verlief alles ruhig. Die Gruppen sonnten sich größtenteils auf dem Pflaster. Vielleicht auch aufgrund der Weitläufigkeit des Areals wirkte die Menge dort überschaubar. Von ausgelassener Partystimmung und Exzessen – wie in den vergangenen Jahren – war nicht viel zu sehen.

Allgemeinverfügung zeigt Wirkung

Schon am Vormittag wurde deutlich, dass die von der Stadtverwaltung erlassene Allgemeinverfügung Wirkung gezeigt habe, führt van der Werp weiter aus. Trotz des guten Wetters seien mit etwa 1500 Feiernden weitaus weniger auf den Beinen, als die Polizei im Vorfeld vermutet hatte. Mit dieser Teilnehmermenge erreichte die diesjährige Bullensee-Tour nicht einmal annähernd die Zahlen aus den vergangenen Jahren. 2015 haben sich noch etwa 5000 junge Menschen auf den Weg gemacht.

Der Start war eine saubere Angelegenheit. Bereits als die letzten Feiernden die Stadtgrenzen Rotenburgs passiert hatten, konnte Frank Rütter, der Ordnungsamtschef der Kreisstadt, melden: „Kein Müll in der Stadt.“ Und so sollte es weitergehen. Die Jugendlichen hielten sich an ihr Versprechen und entsorgten den Abfall eben nicht an Straßenrändern, sondern an den vorgesehenen Stellen und bei den Umwelt-Scouts.

Auch Weber habe nach eigener Aussage weder Glasflaschen noch Scherben auf den Wegen gesehen. „Wenn das so läuft, kann die Maitour weitergehen“, kündigte er auch gleich den Fortbestand der Wanderung an. Die Menschen seien gut drauf. Es stünde auch nicht mehr der Alkohol, sondern die Zusammenkunft im Vordergrund.

Bullensee-Maitour in Rotenburg - Teil 1

Die Route der Teilnehmer führte dabei zunächst nicht, wie früher, durch das zur Alkoholverbotszone erklärte Wohngebiet rund um den Grafeler Damm, sondern an der Brauerstraße entlang zur Knickchaussee, wo der erste große Treffpunkt war.

Auch die grünen „Kult-Armbänder“, die die Stadt als Zeichen für die Selbstverpflichtung zur Müll- und Lärmvermeidung hat anfertigen lassen, verzeichneten eine hohe Nachfrage. „Sogar die Helfer-T-Shirts wollten manche der Feiernden kaufen“, berichtete der Sprecher der Initiative für die Maitour, Frank Peters.

Bullensee-Maitour in Rotenburg - Teil 2

Peters weiter: „Wir haben nur positive Rückmeldungen bekommen.“ Der Müll sei überschaubar, seiner Ansicht nach hätten sich allerdings etwas mehr Helfer melden können. 15 Stück seien es letztendlich gewesen. „Da müssen wir nachjustieren und im nächsten Jahr vielleicht mehr Anreize schaffen.“

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