„Eine große Persönlichkeit“

CDU-Neujahrsempfang: Grundmann für Namenserhalt der Lent-Kaserne

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Nicht nur ein oder zwei Themen sprachen die CDU-Politiker Mareike Wulf und Oliver Grundmann in ihren Wortbeiträgen beim Neujahrsempfang in Rotenburg an.

Rotenburg - Von Joris Ujen. Auch wenn der Neujahrsempfang des CDU-Kreis- und Gemeindeverbands am Sonntag im Haus am Luhner Forst zufällig am gleichen Tag und sogar zeitgleich mit den SPD-Bundesparteitag stattfand, die Entscheidung der Sozialdemokraten, dass sie nun mit den Christdemokraten in Koalitionsverhandlungen gehen, stand während des Treffens in Rotenburg noch nicht fest, war aber natürlich Thema. Eines von vielen.

Unter den rund 200 Gästen nahm auch DFB-Präsident Reinhard Grindel Platz am Tisch, sicherlich nicht nur der Hochzeitssuppe wegen, die traditionell am Ende des Empfangs kredenzt wurde. Große Themen wie Trump, die Brexit-Verhandlungen und der G20-Gipfel wurden von den Rednern angesprochen. Die Einigkeit innerhalb der Partei, ihre Ziele und das Vergangene haben aber den Vormittag bestimmt – teils auch kritisch.

Kinderbetreuung sehr wichtig

„Was hat das Jahr 2017 für den Kreis Rotenburg gebracht?“, fragte der neue Landtagsabgeordnete und Kreisverbandsvorsitzende von Rotenburg, Marco Mohrmann, in seiner Begrüßungsrede. Laut seinen Worten war es ein insgesamt erfolgreiches Jahr für die Region: „Wir haben mit unserer Mehrheit viele Investitionen auf den Weg gebracht, unter anderem in die digitale Infrastruktur und damit auch in unsere Zukunftsfähigkeit.“

Die Kinderbetreuung liege ihm und seiner Partei ebenfalls am Herzen. Dafür habe die Union ein Entlastungspaket von 5,3 Millionen Euro durchgesetzt, womit Städte und Gemeinden die Betreuung weiter ausbauen könnten „und vor Ort ein gutes Umfeld für Familien schaffen“. Mit Freuden erwähnte der Landtagsabgeordnete aus Bremervörde auch den einstimmigen Kreishaushalt. „Ein Zeichen dafür, dass wir hier solide und gute Politik machen und eine breite Unterstützung erfahren“, so Mohrmann.

„Der Name hat seine Berechtigung“

Oliver Grundmann aus Stade, der seit fünf Jahren als Bundestagsabgeordneter die CDU vertritt, wählte in seinem Beitrag etwas schärfere Worte. Die Namensdebatte um die Lent-Kaserne sei seiner Ansicht nach schnell zu beantworten: Helmut Lent wäre eine große Persönlichkeit gewesen, „die sich vor vielen Jahrzehnten für unser Land eingesetzt hat. Der Name dieser Kaserne hat durchaus seine Berechtigung und dafür kämpfe ich“, stellte Grundmann seine Sichtweise dar.

Auch wenn er in Stade als „Grünen-Fresser“ bezeichnet wurde, wie er selbst sagt, habe der Bundestagsabgeordnete gute Sondierungsgespräche mit dem Bündnis 90 geführt. „Eine Jamaika-Koalition wäre eine große Chance gewesen im Bereich regenerativer Energien.“ Doch dazu sei es ja bekanntlich nicht gekommen. Dennoch lobte Grundmann das Sondierungspapier: Ein Punkt sei die Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur, die unter anderem den mittelständischen Unternehmen unter die Arme greifen soll.

„Situation in 2015 darf es nie wieder geben“

Der Ausbau der Autobahnen, „die Lebensader einer Volkswirtschaft“, müsse umgesetzt werden. Nach dem berechtigten Fokus auf den Osten in den vergangenen 25 Jahren „müssen wir jetzt auch in den strukturschwachen ländlichen Regionen etwas unternehmen“, appellierte Grundmann in leidenschaftlicher Wahlkampfmanier und äußerte sich auch zur Flüchtlingspolitik mit einer klaren Linie: „Die Situation in 2015 darf und wird es nie wieder geben.“ Im Sondierungspapier ist der Begrenzungswunsch der Union auf maximal 220.000 Flüchtlinge pro Jahr festgehalten. Der Bundestagsabgeordnete hätte bestimmt noch den ganzen Tag weitersprechen können, reichte das Mikrofon dann aber doch an den Ehrengast im Haus am Luhner Forst weiter: Mareike Wulf.

Reinhard Grindel

Die 38-jährige Landtagsabgeordnete aus Hannover erzählte von ihrem Quereinstieg in die Politik, den sie erst vor drei Jahren vollzogen hätte. Ihre Beweggründe: „Ganz grundlegende Werte, mit denen ich persönlich aufgewachsen bin, standen auf einmal zur Diskussion. Da war die Wahl von Donald Trump, der Brexit-Entscheid, und zweistellige Ergebnisse von Rechtspopulisten.“ Das habe Wulf überzeugt, etwas zu unternehmen. Die Werte der Christdemokraten hätten ihr am meisten zugesagt.

Eike Holsten, der seit dem 15. Oktober 2017 Rotenburg im Landtag vertritt, kam auch noch zu Wort und machte durch seinen knappen Wahlsieg deutlich, wie wichtig jede einzelne Stimme ist.

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